Aktie im Fokus: Scotiabank – diversifiziertes Geschäft stärkt Erträge in unsicheren Zeiten

The Bank of Nova Scotia (Scotiabank) ist eine der vier größten Banken Kanadas, gemessen an ihrer Bilanzsumme. Sie ist ihren eigenen Angaben zufolge eine der führenden Bank in ganz Amerika und verfügt über sehr gute Marktpositionen in Nord- und Südamerika, insbesondere in Chile, Peru, Mexiko und Kolumbien.

Als Universalbank bietet sie Privat, Geschäfts- und Unternehmenskunden eine breite Produktpalette, zu der auch die Vermögensverwaltung und das Private Banking sowie Investment Banking und Kapitalmarktgeschäft gehören.

Die Gruppe beschäftigte zuletzt rund 86.000 Vollzeitkräfte und betreute 20 Mio. Privatkunden. Sie betreibt rund 2.100 Zweigstellen, davon 890 in Kanada und den Rest in Lateinamerika sowie der Karibik.

Ihre Aktivitäten unterteilt sie in die Bereiche „Canadian Banking“ (35% der Erträge im Geschäftsjahr 2025), „International Banking“ (32%), „Global Wealth Management“ (17%) und „Global Banking and Markets“ (16%).

 

Diversifiziertes Geschäft stärkt Erträge in unsicheren Zeiten

Das Canadian Banking bietet mehr als 11 Mio. Privat, Geschäfts- und Firmenkunden ein umfassendes Angebot an Bankdienstleistungen und Beratung. International Banking konzentriert sich auf Lateinamerika, das mehr als 8 Mio. Privat, Firmen- und Geschäftskunden bedient und in mehr als 12 Ländern vertreten ist, darunter Mexiko, Chile, Peru, Brasilien, Uruguay und verschiedene Märkte in der Karibik.

Global Banking and Markets (GBM) betreibt das Großkunden- und Kapitalmarktgeschäft mit Firmenkunden, staatlichen Stellen und institutionellen Anlegern. Die Produktpalette erstreckt sich über das gesamte Spektrum von der Projektfinanzierung und Transaction Services über Investment Banking bis hin zum Kapitalmarktgeschäft.

Die Kunden befinden sich in Kanada, den Vereinigten Staaten, Lateinamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum. Global Wealth Management hat in 12 Ländern weltweit rund 2 Mio. Kunden; das verwaltete Vermögen belief sich zuletzt auf mehr als 750 Mrd. CAD.

 

Scotiabank stärkt globale Präsenz durch neue Partnerschaft

Im 4. Quartal 2025 erwirtschaftete die Gruppe rund 48% ihres Gewinns in ihrem Heimatland Kanada, 16% in den USA, 9% in Mexiko, 11% in der englischsprachigen Karibik und 16% in anderen Ländern. Die Aktivitäten sind somit stark diversifiziert. Als einzige Universalbank ist sie in allen Ländern der Pazifik-Allianz mit ihren 235 Mio. Einwohnern präsent.

Anfang Dezember 2025 gaben die Scotiabank und Davivienda den Abschluss der zuvor angekündigten Transaktion zur Übertragung der Bankgeschäfte von Scotiabank in Kolumbien, Costa Rica und Panama an Davivienda bekannt. Die gemeinsamen Aktivitäten beider Institutionen werden unter einer neuen Holdinggesellschaft, der Davivienda Group, betrieben. Die Scotiabank hält nunmehr einen Anteil von 20% an der Davivienda Group. Mit der neuen Partnerschaft wollen beide Institute ihre globale Reichweite stärken.

Das Kreditengagement der Gruppe verteilte sich Ende Oktober 2025 zu 48% auf private Hypothekenkredite, 36% Unternehmenskredite, 14% Privatkundenkredite und 2% Kreditkarten.

Die Aktien der Bank sind börsennotiert. Mit einem Anteil von 19% finanziert sie ihre Aktivitäten stark über den Kapitalmarkt.

 

Bank of Nova Scotia Aktie Chart

 

Mortgage Covered Bonds (The Bank of Nova Scotia)

The Bank of Nova Scotia (BNS) ist einer von acht kanadischen Emittenten von Covered Bonds. Gemessen am ausstehenden Volumen sowie an der Anzahl von EUR-Benchmarks ist die BNS aktuell der drittgrößte Emittent. Die Scotiabank ist seit 2014 im EUR Benchmarkformat aktiv.

Aktuell emittiert die Scotiabank mit ihren Covered Bonds Nachfrage in sechs verschiedenen Währungen (CAD, EUR, USD, CHF, NOK, GBP). Die bisherigen Emissionen in AUD wurden bereits zurückgezahlt. Gewöhnlicherweise emittiert die BNS im EUR-Markt Losgrößen von mindestens 1,25 Mrd. EUR; in mehr als der Hälfte der bisherigen EUR Emissionen allerdings 1,5 Mrd. oder mehr. Kleinere Privatplatzierungen sind eher die Ausnahme.

Wie alle anderen kanadischen Emittenten besteht bei der BNS die Deckungsmasse zu 100% aus in CAD nominierten Vermögenswerten.

Um Wechselkursrisiken zu eliminieren, muss die BNS den Gegenwert des Gesamtbestands der ausstehenden Covered Bonds deshalb mittels Währungsderivaten absichern, woraus sich die Derivatquote von 100% ergibt.

 

Einheitliche Strukturen machen kanadische Covered Bonds berechenbar

Der kanadische Markt für Covered Bonds zeichnet sich durch ein vergleichbar hohes Maß an Homogenität aus: Alle Emittenten bieten Deckungsmassen, die zu 100% aus mit kanadischen Wohnimmobilien besicherten Hypothekarkrediten bestehen. Die Unterschiede in den individuellen Ausprägungen, beispielsweise der durchschnittlichen Restlaufzeit der Deckungswerte oder der Beleihungsquoten, sind gemeinhin vernachlässigbar.

Ebenso bietet kaum ein anderes Land, das Covered Bonds ausgibt, eine ähnlich homogen hoch geratete Emittentenlandschaft. Die Ratings des ungedeckten Kontrahentenrisikos in Kanada bewegen sich im Bereich Aa1/Aa2. In der Konsequenz überrascht es daher nicht, dass auch die Sekundärmarktspreads kanadischer Covered Bonds ein sehr homogenes Bild ergeben.

 

 

EZB erkennt kanadische Covered Bonds als Sicherheiten an

Auf regulatorischer Ebene ist zu beachten, dass kanadische Covered Bonds im Allgemeinen weder der Covered Bond-Richtlinie noch der CRR entsprechen, da Kanada nicht der EU angehört.

Das Resultat ist ein höheres Risikogewicht (Standardansatz 20%) im Vergleich zu EU-Premium-Covered-Bonds sowie ein Konzentrationslimit von 5% für OGAW-Fonds.

Im Rahmen der Drittstaatenregelung sind die Papiere aber LCR-Level-2Afähig. Aufgrund der G10-Angehörigkeit Kanadas qualifizieren sich kanadische Covered Bonds auch als Deckungswerte für Offenmarktgeschäfte der EZB.

 

 

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