Italienischer Einlagensicherungsfonds (Fondo Nazionale di Garanzia)

In Italien gibt es zwei verpflichtend vorgeschriebene Garantiefonds für private Bankeinlagen. Es gibt den “Fondo Interbancario di Tutela dei Depositi” für alle Privatbanken und den “Fondo di Garanzia dei Depositanti del Credito Cooperativo” für alle Genossenschaftsbanken. Einlagen werden bis zu einer Obergrenze von 103.291 Euro geschützt. Ein dritter Garantiefonds, der “Fondo Nazionale di Garanzia”, deckt Forderungen im Wertpapierbereich im Fall einer Liquidation von Banken, Wertpapierfirmen, KAGs oder Brokern. Die Obergrenze bei diesen Kundenguthaben ist mit 20.000 Euro begrenzt.

Die Einlagensicherung deckt alle privaten Einlagen von natürlichen und juristischen Personen. Die Einlagensicherung greift für die Einlagen aller italienischen Banken, auch wenn es sich um Filialen im EU-Ausland handelt. Privatkunden (sei es natürliche wie juristische Personen) können dann die Erstattung von Guthaben bis zum Maximalbetrag erwirken. Gibt es mehrere Kontoinhaber (Cointestatio), greift die Garantie zur Gänze für jeden der Inhaber.

Grundsätzlich ist die Überführung der in Liquidation geratenen Bank an ein anderes Geldinstitut vorgesehen, das deren Aktiva und Passiva übernimmt und eventuell vom Einlagensicherungsfonds bezuschusst wird. Auf diese Weise werden die betroffenen Kundenguthaben geschützt und ohne Unterbrechung weitergeführt. Durch die Finanzkrise hat die italienische Regierung zusätzliche staatliche Garantiemaßnahmen für Privatkunden beschlossen. Die Regierung will für die kommenden 36 Monate auch Guthaben über der 103.291,38-Euro-Grenze hinaus garantieren. Obendrein werden alle neuen Bankanleihen, die innerhalb 31.12.2009 mit einer Gesamtlaufzeit von bis zu fünf Jahren ausgegeben werden, mit einer staatlichen Rückzahlungsgarantie ausgestattet.