Dax knackt erstmals die 25.000er Marke – wird es jetzt für Anleger gefährlich?!

Schon zu Beginn des neuen Jahres wurde klar, dass Präsident Trump und die geopolitische Großwetterlage auch 2026 die Schlagzeilen bestimmen werden. Der Angriff der USA auf Venezuela und die überraschende Gefangennahme des Diktators Maduro werfen – abseits aller rechtlichen Bedenken – einige Fragen auf: Steckt hinter dieser Aktion ein weitreichender Plan der Trump-Regierung?

Oder hat der US-Präsident in Wildwestmanier einfach mal „draufgehauen“, um die Staaten in Lateinamerika einzuschüchtern und die anderen Großmächte zu beeindrucken?

Ein Ziel ist dabei sicherlich, die globalen Machtambitionen Chinas und Russlands einzudämmen – insbesondere im „Hinterhof“ der USA.

Angesichts von Trumps Begehrlichkeiten bezüglich Grönlands sowie seiner feindseligen Haltung gegenüber der Europäischen Union war die positive Anlegerstimmung zu Jahresbeginn nicht unbedingt zu erwarten.

Immerhin birgt der Konflikt um das autonome Territorium Dänemarks ein nicht unerhebliches Risiko für den Zusammenhalt der NATO.

 

DAX knackt 25.000 Punkte, Zuversicht dominiert den Markt

An den Aktienmärkten scheint man die aktuelle Lage jedoch nicht als so kritisch einzustufen. 

So kletterten DAX und Dow Jones auf neue Allzeithochs.

Der DAX übersprang dabei erstmals die Marke von 25.000 Punkten.

Dabei dürfte die Hoffnung auf billigere Energie einer der wesentlichen Treiber gewesen sein.

Die größten Erdöllager der Welt sollen mithilfe von US-Unternehmen langfristig ausgebeutet werden.

Auch die jüngste Entwicklung der Auftragseingänge in Deutschland ist positiv zu vermerken.

Seit August ist der Gesamtindex vier Mal in Folge gestiegen und hat damit um fast 10% zugelegt.

 

Rüstungsaktien gefragt, Gold bleibt sicherer Hafen

In diesem geopolitisch aufgeheizten Umfeld sind Rüstungsaktien sehr gefragt.

Die Forderung des US-Präsidenten nach zusätzlichen 600 Milliarden Dollar für Militärausgaben hat für weitere Kursunterstützung gesorgt.

 

Der Kurs der Rheinmetall-Aktie konnte in der abgelaufenen Woche um über 15 Prozent zulegen.

Der Kurs der Rheinmetall-Aktie konnte in der abgelaufenen Woche um über 15 Prozent zulegen.

 

 

Angesichts der von Trump angeführten Begründung „unruhiger und gefährlicher Zeiten” entscheiden sich jedoch viele vorsichtige Anleger dafür, ihre Goldbestände aufzustocken.

Der Preis für eine Unze kletterte zeitweise wieder in den Bereich von 4.500 US-Dollar.

Der US-Dollar zeigte sich durch die politischen Ereignisse gegenüber dem Euro zuletzt gestärkt, setzte jedoch insgesamt den seit Mitte letzten Jahres eingeschlagenen Seitwärtskurs fort.

 

EUR/USD Chart

 

Sinkende Inflation stützt Bundesanleihen

Die Nachfrage nach Bundesanleihen hat sich zuletzt stabilisiert. Unter anderem kam Rückenwind vom überraschend deutlichen Inflationsrückgang in Deutschland.

So sank die Vorjahresrate im Dezember von 2,3% auf 1,8%.

In der Berichtswoche folgen die US-Teuerungsdaten. Hier wird nach den vom „shutdown“ verzerrten Zahlen für November wieder mit „normaleren“ Werten gerechnet.

Sollte es zu Überraschungen kommen, dürfte sich dies auf die Zinssenkungsfantasien auswirken.

Diese waren zuletzt nicht besonders ausgeprägt, auch weil sich die Fed-Mitglieder durch Trumps Einmischungen offenbar nicht aus der Ruhe bringen lassen.

 

Analyse der broker-test.de Redaktion

Der DAX hat am Freitag bei 25.261 Punkten geschlossen und damit einen historischen Meilenstein hinter sich gelassen.

Die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten ist durchbrochen, die Neujahrsrally läuft auf Hochtouren.

Was auf den ersten Blick wie eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als zunehmend riskantes Terrain für Anleger.

 

VDAX-NEW bei 15,65%: Gefährliche Selbstzufriedenheit am Markt

Der Volatilitätsindex VDAX-NEW notiert aktuell bei 15,86% und liegt damit deutlich unter der kritischen Schwelle von 17%. Dieser Wert signalisiert eine bemerkenswerte Selbstzufriedenheit unter Marktteilnehmern. Historisch betrachtet erhöht sich ab diesem Niveau das Korrekturrisiko spürbar.

 

 

Die geringe Volatilität bedeutet eben auch, dass sich kaum jemand gegen Rückschläge absichert.

Noch aufschlussreicher ist die Positionierung institutioneller Investoren. Der Deutsche Börse Sentiment-Index fiel zuletzt um zwölf Punkte auf nur noch plus vier.

Viele professionelle Marktteilnehmer haben ihre Long-Positionen bereits in Short-Positionen gedreht.

Sie erwarten einen Rücksetzer.

Private Anleger hingegen bleiben optimistisch, was klassischerweise als Kontraindikator gilt.

 

 

Technische Überhitzung mit RSI über 70 und Stochastik über 90

Die charttechnischen Indikatoren zeichnen ein eindeutiges Bild. Der Relative-Stärke-Index kletterte über 70 Punkte, die Slow Stochastik sogar über 90. Der DAX notiert zudem über dem oberen Bollinger-Band.

Alle drei Signale deuten auf eine ausgeprägte Überhitzung hin.

Die wichtigsten Unterstützungen liegen bei 24.980 und 24.835 Punkten. Nach oben bildet das Allzeithoch bei 25.151 Punkten zunächst einen Widerstand, psychologisch relevant dürften die Marken zwischen 25.300 und 25.500 Punkten werden.

 

Positiv: der jährliche Januar-Effekt

Auf der positiven Seite steht der sogenannte Januar-Effekt. Versicherungen und institutionelle Großinvestoren legen traditionell zu Jahresbeginn frisches Kapital an den Märkten an.

Hinzu kommen sinkende Ölpreise nach der Venezuela-Krise, die den Inflationsdruck verringern.

Die EZB hält ihre Leitzinsen stabil, während die US-Notenbank Fed den Zinssenkungszyklus fortsetzt.

 

 

Konsolidierung Richtung 24.800 Punkte wahrscheinlich

Für die kommenden Wochen erscheint eine Konsolidierung am wahrscheinlichsten. Die Kombination aus technischer Überhitzung und der defensiven Positionierung institutioneller Anleger spricht für Gewinnmitnahmen.

Ein Rücksetzer in die Zone zwischen 24.800 und 24.900 Punkten hätte eine Eintrittswahrscheinlichkeit von etwa 60%.

Sollte der Januar-Effekt jedoch stärker durchschlagen als erwartet und positive US-Arbeitsmarktdaten hinzukommen, wäre auch ein Breakout über 25.300 Punkte mit Zielen bei 25.500 und höher denkbar.

Dieses Szenario erscheint allerdings weniger wahrscheinlich.

Anleger sollten jetzt vorsichtige Gewinnmitnahmen bei überkauften Einzeltiteln in Erwägung ziehen und bestehende Absicherungsstrategien überprüfen.

Neue Einstiege bieten sich erst nach einer technischen Bereinigung im Bereich von 24.800 bis 25.000 Punkten an.

Wer die Rally weiter mitgehen möchte, sollte zumindest die Entwicklung des VDAX-NEW genau beobachten: Ein Sprung über 17% würde erhöhte Abwärtsvolatilität wahrscheinlich machen.

 

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