DAX Wochenausblick: Geldpolitischer Gegenwind und Entspannung für die weltweiten Handelswege

Wie bewegt sich der DAX aktuell nach den jüngsten Signalen der US-Notenbank Fed, den neuen Konjunkturdaten und die sich anzeichnende Entspannung rund um den Iran?

In unserer DAX Prognose für die KW 26 analysieren wir die wichtigsten Chartmarken und zeigen auf, warum der DAX trotz des gedämpften wirtschaftlichen Ausblicks in Deutschland charttechnisch weiterhin ein bullisches Potenzial besitzt.

Key Takeaways: DAX

  • Geldpolitischer Gegenwind: Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins restriktiv bei 3,50 % bis 3,75 %. Starke US-Einzelhandelsumsätze (+0,9 % im Mai) dämpfen die Hoffnung auf rasche Zinssenkungen.
  • Wachstumsbremse im Inland: Das Ifo-Institut senkt seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 1,2 % auf 0,8 %.
  • Entspannung für die weltweiten Handelswege: Die Straße von Hormus ist aktuell an diesem Wochenende laut iranischen Quellen wieder geschlossen – die USA bekräftigen aber die Aussichten auf baldige Einigung bzw. „Befahrbarkeit, egal unter welchen Umständen“ – Aktuelle politische Entwicklungen hier können die Märkte aber weiter volatil werden lassen!
  • Charttechnischer Status quo: Der DAX rettet einen Wochenschluss von 25.022 Punkten und verteidigt damit die wichtige SMA20-Linie im Tageschart (24.875 Punkte). Das übergeordnete Bild bleibt damit vorerst bullisch.
  • Prognose-Tendenz: Für die neue Handelswoche wird ein seitwärts bis aufwärts gerichteter Markt erwartet. Die Wahrscheinlichkeit für das Bull-Szenario liegt bei 55 %, für das Bear-Szenario bei 45 %.
  • Entscheidende Marke: Die Marke von 25.022 Punkten fungiert als Pivot-Punkt für die kommenden Handelstage.

 

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Das DAX-Marktradar

Die US-Notenbank (Fed) hat bei ihrer jüngsten Sitzung die Füße stillgehalten und den Zielkorridor für die Federal Funds Rate unverändert bei 3,50 % bis 3,75 % belassen. Diese Entscheidung unterstreicht die weiterhin restriktive Grundausrichtung der amerikanischen Zentralbank und dokumentiert, dass ein unmittelbarer Einstieg in eine Lockerung der Zinsen vorerst ausbleibt.

Im Rahmen der Projektionen rechnen neun Notenbanker sogar mit mindestens einer Zinserhöhung bis Ende 2026 – die Gewichtung verschiebt sich somit spürbar von einer Zinssenkung hin zu einer Zinserhöhung.

Unterstützt wird dieser Kurs durch robuste US-Konjunkturdaten:

  • Die US Einzelhandelsumsätze im Mai stiegen saisonbereinigt um 0,9 Prozent gegenüber April auf 763,7 Mrd. US-Dollar.
  • Für den Zeitraum März bis Mai lagen die Umsätze 5,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.
  • Diese anhaltend starke Konsumnachfrage begrenzt den Spielraum für rasche Zinssenkungen, da ein starker Konsum inflationstreibend wirken kann, wenn Unternehmen höhere Kosten leichter an Verbraucher weitergeben.

 

Gleichzeitig trüben sich die Aussichten für die deutsche Wirtschaft ein: Das Ifo-Institut senkte seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von zuvor 1,2 Prozent auf nunmehr 0,8 Prozent.

Diese Neubewertung verdeutlicht, dass sich die deutsche Wirtschaft später als erwartet erholt und das Wachstum für den DAX-Heimatmarkt schwächer ausfallen könnte.

 

DAX Chart

 

 

Fazit vom Experten Jens Chrzanowski:

„Der DAX hat aktuell gute Perspektiven, in den kommenden Handelstagen weiter aufwärtszulaufen. Wesentlich ist hierfür, dass er im 4h-Chart stabil über der SMA20 bleibt. Wird diese Durchschnittslinie aufgegeben, könnte sich die Schwäche zügig in Richtung der SMA50 / SMA200 fortsetzen.“

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