Schwellenländer mit attraktiven Anlagechancen

  • Aufbau von Handelsbarrieren und Zinsanstieg in Industrieländern könnte Wachstum beeinträchtigen
  • Insgesamt aber positiver Ausblick auf Schwellenländer, auch aufgrund eines noch frühen Zeitpunkts im Konjunkturzyklus
  • Technologie- und Finanzsektor weisen starke Wachstumsstory vor und bieten so gute Investmentopportunitäten

VanEck: Die Schwellenländer bleiben die Dynamiker auf der Weltwirtschaftsbühne und bieten aktuell deutlich attraktivere Anlagechancen als ihre industrialisierten Pendants. Die Fundamentaldaten vor Ort sehen sehr gut aus. Das heißt allerdings nicht, dass es keine Bedenken gebe.

„Momentan treiben die Geister von Handelszöllen und Protektionismus wieder ihr Unwesen und wir beobachten aufmerksam, wie sich diese Themen weiter entwickeln werden“, sagt David Semple, Portfolio Manager für die Emerging Markets Equity Strategy bei VanEck. Eine negative Entwicklung wäre zwar enttäuschend, sei aber nicht undenkbar. „Zweifellos herrschen weltweit Bedenken, dass die Zinsen in den Industrienationen zu stark und zu schnell anwachsen könnten und so einen leichten Abschwung erzeugen. Allerdings befinden sich die Schwellenländer im Gegensatz zu den entwickelten Märkten noch an einem relativ frühen Zeitpunkt des Konjunkturzyklus. Insgesamt sehen die Dinge aber positiv aus“, so Semple.

Hinsichtlich der Währungsentwicklung der Schwellenländer, auf die ein Teil des Erfolgs zurückgehe, sieht Semple Schwierigkeiten, Währungsschwankungen auf einer täglichen, wöchentlichen oder sogar monatlichen Basis vorherzusehen.

„Mit Blick auf den US-Dollar beunruhigen mich das Leistungsbilanz- und das Haushaltsdefizit. Beide wachsen weiter und tendieren negativ gegen den Dollar.“ Es scheine aber keine eklatante Fehlbewertung der Währungen zu geben, die kurzfristig ins Gewicht falle, so der Portfolio Manager.

Gefragt zu Investmentopportunitäten in Schwellenländern verweist Semple auf größere Möglichkeiten in diesem Jahr. „Vergangenes Jahr gab es sicherlich einige Bedenken hinsichtlich des Mangels an Anlagemöglichkeiten in Schwellenländern. Das führte dazu, dass nur wenige Aktien wirklich den Markt vorwärts geführt haben. Ich denke aber, dass die Aktienmärkte der Schwellenländer dieses Jahr breiter aufgestellt sein werden.“

 

 


 

 

Semple verweist insbesondere auf die letztjährigen Zugpferde wie Alibaba, Tencent und JD.com, die Pendants zu den FANG-Titeln Facebook, Amazon, Netflix und Googles Alphabet. „Wir halten einige dieser Titel und ich denke, der Ausblick ist weiterhin positiv für Unternehmen wie Tencent und Alibaba.

Das Geschäftsmodell dieser Art von Unternehmen wandelt sich im Lauf der Zeit, was bei manchem Beobachter möglicherweise Unruhe hervorruft, aber wir sehen weiterhin ein sehr starkes, strukturelles Wachstum bei diesen Unternehmen“, unterstreicht der Portfoliomanager.

 

Neben Technologieunternehmen biete auch der Finanzsektor in der aktuellen Phase des Marktzyklus interessante Opportunitäten. „Der Finanzsektor tendiert dazu, positiv auf einen Anstieg der Zinssätze zu reagieren. Finanzunternehmen arbeiten dann mit höheren Gewinnmarge, während gleichzeitig ihre Kreditkosten an dieser Stelle des Zyklus tendenziell geringer sind“, sagt Semple.

Dies sei daher ein guter Zeitpunkt für Investments, insbesondere, da das Vermögenswachstum zulegen könnte.

„Die Rate des Verhältnisses von Kreditvergabe zum Bruttoinlandsprodukt war eine Einbahnstraße und verlangsamt sich in den Schwellenländern. Möglicherweise kehren die ‚Animal Spirits‘ zurück, Unternehmen werden offensiver und beginnen sich mehr Kapital für Investitionen sowie M&A zu leihen. Ein solches Verhalten ist zwar generell nicht wirklich typisch für die Unternehmen der aufstrebenden Märkte, aber als Investor sehen wir, dass sich eine starke, strukturelle Wachstumsgeschichte entwickelt“, resümiert Semple.

 

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