Brokerjet: Euro-Konjunktur hinkt US-Wirtschaft weiter hinterher
Brokerjet: "Die Staatsverschuldungsproblematik ist vor allem in der Eurozone bei Weitem noch nicht gelöst. Die Sanierung von Staatshaushalten wird die Kapitalmärkte weiter herausfordern. Das Umfeld bleibt daher konjunkturell und für Finanzmärkte fragil", stellt Fritz Mostböck, Leiter des Bereichs Research der Erste Group, fest. "Infolge der moderaten und vielfach noch belasteten Konjunkturentwicklungen ist weiterhin selektives Vorgehen angesagt. Insgesamt wird es im zweiten Quartal vor allem Chancen in einigen Aktienmärkten geben", so Mostböck.
Konjunktur
Die Probleme in der Eurozone sind bei Weitem noch nicht gelöst. Im Hinblick auf die Entschuldung des privaten und öffentlichen Sektors ist Wachstum bzw. eine Verbesserung an den Arbeitsmärkten wichtig. "Zuletzt wurde allerdings ein baldiges Durchschreiten des wirtschaftlichen Tiefpunktes in der Eurozone in Frage gestellt. Die wirtschaftliche Erholung bleibt daher mit Abwärtsrisiken behaftet", sagt Gudrun Egger, Leiterin der Abteilung Major Markets & Credit Research Erste Group. Die Innennachfrage – Konsum und Investitionen – bleibt gedämpft und Wachstumsimpulse können weiterhin nur von einer Verbesserung des globalen Umfelds, vor allem aus den USA, erwartet werden. Durch steigende Exporte sollten Unternehmen mittelfristig die Beschäftigung ausweiten können, was wiederum den Konsum stützt und die Eurozone langsam auf einen Wachstumspfad zurückbringen würde.
Anleihen
Durch die schwache Wirtschaft und einen möglichen Abwärtsdruck auf die Inflation könnte die Europäische Zentralbank (EZB) weiteren Handlungsbedarf bekommen. "Die EZB wird alle eingehenden Informationen genau prüfen und ist bereit zu handeln", meint Gudrun Egger. Mögliche Optionen wären eine Zinssenkung, Liquiditätsbereitstellung (Collateral), gezieltere Maßnahmen (Ankaufprogramm) oder die Ankündigung ("Androhung") solcher. In jedem Fall sollte die EZB für längere Zeit sehr expansiv bleiben. Für das gesamte Jahr 2013 werden weiterhin niedrige Zinsen und Benchmark-Renditen erwartet. Letztere sind zuletzt auch durch die Restrukturierung des zypriotischen Bankensektors in Folge von sicheren-Hafen-Flüssen gesunken. Eine Leitzinssenkung der EZB im zweiten Quartal auf 0,5% ist durchaus möglich. Bei Unternehmensanleihen wird sowohl in den oberen Ratingklassen als auch im HY-Segment eine Seitwärtsbewegung der Renditen erwartet.
Aktien
Für das zweite Quartal ist ein Anstieg des MSCI World Index um bis zu maximal 5% zu erwarten. Die wichtigsten positiven Faktoren für Aktien sind weiterhin die steigenden Unternehmensgewinne, die geringen Volatilitäten und ein moderates Bewertungsniveau. In den kommenden Monaten sollten wachstumsorientierte Titel aus den Bereichen Konsum, Gesundheit und Technologie weiter zu den Gewinnern zählen. "Der europäische Aktienmarkt sollte sich im zweiten Quartal aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Probleme in der Eurozone tendenziell etwas schwächer entwickeln als der US-Aktienmarkt. Grund dafür sind vorwiegend die höheren Rentabilitäten der US-Unternehmen und die stärkere wirtschaftliche Erholung in den USA", meint Hans Engel, Senior Analyst Internationale Aktien in der Erste Group.
Währungen
Die EZB war bisher im Vergleich zur Federal Reserve Bank (Fed) mit den Maßnahmen zurückhaltender. In den USA ist die Erholung am Häusermarkt und Arbeitsmarkt bereits sichtbar und es ist eine langsame US-Dollar-Befestigung im Jahresverlauf zu erwarten. Beim Schweizer Franken ist zu erwarten, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) vorerst weiter an ihrer Untergrenze festhalten und der Wechselkurs sich somit nahe/über EURCHF 1,20 bewegen wird.
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