FXCM: Gold – Inflationserwartung trübt die Aussichten

FXCM: Die Geldpolitik der US-Notenbank und der US-Dollar. Eine entscheidende Frage für die Entwicklung des Goldkurses: Wann folgen weitere Reduzierungen der konjunkturstützenden Maßnahmen der US Notenbank?

In 2013 bereits ein viel diskutiertes Thema, das sich auch in 2014 als relevant erweisen wird. Denn langsam verliert die Fed ihre Grundlage zur Rechtfertigung bestehender Stimulus-Maßnahmen. Erst mit dem letzten Arbeitsmarktbericht wurde ein deutliches positives Signal gesendet. Eine Arbeitslosenquote von 7,0% im November des Jahres überraschte nicht nur die Analysten, die eine Quote von 7,2% erwarteten, sondern spiegelte auch eine deutliche Verbesserung am Arbeitsmarkt wider. Im Vormonat war noch eine Arbeitslosenquote von 7,3% verzeichnet worden. Die Anzahl der neugeschaffenen Stellen mit 203.000, die ebenfalls über der Erwartung ausfiel, unterstrich die konjunkturelle Erholung am Arbeitsmarkt. Neben der "Billigzinspolitik" der Fed, anhand des in den Korridor gesetzten Leitzinses von 0% bis 0,25%, bietet die USNotenbank der Wirtschaft zusätzliche Reize, um ökonomischen USKonjunkturabschwächungen entgegen zu wirken. Die expansivere Geldpolitik soll Banken und Unternehmen den Zugang zu Liquidität erleichtern, um ein Wachstum der US-Wirtschaft anzuregen.

Dafür kaufte die Fed in einer Größenordnung von 85 Milliarden US-Dollar monatlich Staatstitel und Hypothekenanleihen. Im Dezember verkündete Ben Bernanke eine erste Drosselung dieser Maßnahmen in Höhe von 10 Mrd. US-Dollar an, welche im Januar 2014 vorgenommen wird. Dass diese Maßnahmen nicht unbefristet aufrechterhalten werden können, sollte jedem Marktteilnehmer bewusst sein und die Fed steht vor einem kontrollierten Exit aus diesen Maßnahmen. Auf positive US-Konjunkturdaten, welche Spekulationen auf einen zeitnahen Exit anheizten, reagierte der Goldkurs zuletzt anfällig schwach.

Negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar

Daher gilt für Goldinvestoren aufgrund der negativen Korrelation zwischen dem Goldkurs und dem US-Dollar in den kommenden Monaten den Verlauf des US-Dollars zu verfolgen.

Daily Chart Gold (Candlesticks, in USD rechts) mit Price Overlay des US Dollar Index FXCM (blau, links).

Der Chart hebt den negativ korrelierten Verlauf hervor. Der USD Dow Jones Dollar Index FXCMs entspricht einem Währungskorb von EUR, GBP, JPY, AUD gegenüber dem USD. Das 2012-Jahreshoch im Goldpreis um 1.795 USD im Oktober fiel zeitlich zusammen mit dem Tief im USD-Index um 9.750. Ein Blick auf das Jahr 2013 zeigt einen vergleichbaren Verlauf. Das Gold Jahrestief 1.180 fiel Ende Juni zeitlich nah an den 2013-Höchststand im US-Dollar Index auf dem Level der 11.000er Marke.

Auch auf kurzzeitigen Intervallen können wir diese neg. Korrelation beider Märkte beobachten:

Gold Stunden-Chart

Ein Fehlausbruch oberhalb der 1250er USD Marke im Gold am 10. Dezember ging ebenfalls einher mit einem Ausbruch aus der vorangegangenen Handelsspanne, nachdem der Rückgang der südafrikanischen Goldproduktion von 3,5% im Jahresvergleich für den September bekannt wurde. Das positive Signal im Gold trübte sich schnell wieder mit dem Rücklauf in die eingefangene Seitwärtszone und sendete das Signal, der Kurs ist noch nicht reif für die Wende.

Zinsentwicklung der US Staatsanleihen und der US-Dollar Verlauf

Der Anstieg der Zinsen der 10-jährigen US-Staatsanleihen und eine Stärke des USDollars deuteten zuletzt auf einen verstärktes Einpreisen einer baldigen restriktiveren Gelpolitik der Fed.

Gold & Silber zuletzt schwache Performer

Gold und Silber gehörten zu den schwer betroffenen Märkten der letzten USD-Dollar Stärke. Während die europäischen Währungen gegen den US-Dollar aufwerteten, verloren die beiden Rohstoffen und die mit Rohstoffen eng assoziierten Währungen Australischer, Kanadischer und Neuseeland Dollar (sogenannte Rohstoffwährungen) gegen den US-Dollar an Wert.

Die Haltung der Fed könnte sich in 2014 als entscheidend für die Fragestellung erweisen, ob der Kurs es aus dem demoralisierenden Abwärtstrend schafft oder der übergeordnete Druck bestehen bleibt.

Gold und die Inflationserwartung
Goldinvestition als Schutz vor Inflation – Doch Schutz vor welcher Inflation?

Aktienmärkte und Immobilien hingegen verzeichnen deutliche Preisanstiege. Der Inflationsausblick verlief zuletzt deutlich fallend, ein verstärktes Einpreisen der QEDrosselung trug zuletzt diese Entwicklung. Das verstärkte Angebot von Geld im Markt dank der expansiven Haltungen der Notenbanken verursacht eine Flut an günstig zu erhaltenden "Dollar, Euro, Pfund & Yen" für Banken und Unternehmen. Ein Schutz vor dieser inflationären Gefahr ließe sich im Gold finden, so wurde argumentiert. Doch diese Inflationsgefahr spiegelte sich nicht am Markt wider.

Notenbanken streben häufig nach einer maßvollen Inflation von 2%, trotz expansiver Geldpolitik bietet ein Blick auf die letzten Teuerungsraten von der USA mit 1,2%, der Eurozone mit 0,9%, China mit 3%, Japan mit 1,1%, UK mit 2,1% keine Kennzahlen, welche diese Sorge entfachen sollten. Aktienmärkte und Immobilienmärkte hingegen verzeichneten infolge der breiten Geldschwemmen und den geringen Leitzinsen zahlreicher Notenbanken einen verstärkt inflationären Verlauf. In diesen Märkten steckt zweifelsohne Korrekturpotenzial, sollte eine restriktivere Geldpolitik eingeschlagen werden. Doch die expansive Geldpolitik spiegelt sich nicht in den Konsumgüterkörben der Verbraucher wieder.

Anstieg der US-Kerninflation seit 2012 rückläufig

Die Kerninflation spiegelt die Teuerungsrate exklusive der schwankungsanfälligen Güter wie Lebensmittel- und Energieprodukten im Vergleich zum Vorjahr wider. Seit Beginn 2012 verzeichnet die Kerninflation in den Vereinigten Staaten einen Rückgang von +2,3% auf den aktuellen Wert von +1,7%.

Verlauf der weltweiten Inflationsprognosen

Bereits im Aug. 2012 erreichte der World Inflation Forecast Bloomberg signifikante Hochs, denen ein fallender Verlauf der erwarteten Inflation folgte. Gold löste sich in diesem Zeitraum auch von seinem gesehenen Hoch aus 2012. Mitte Juni 2013 verzeichnete der World Inflation Forecast einen weiteren scharfen Rückgang. Ben Bernanke deutete in diesem Monat einen zeitnahen Wechsel der Geldpolitik und einen restriktiven Kurs der US-Notenbank an. Eine Goldinvestition aus Sicht eines Inflationsschutzes aus dieser Sicht verlor zunehmend ihren Reiz, trotz anhaltender Liquidität und expansiver Haltungen weltweiter Notenbanken.

Ein weiteres "Tapern" der Fed ließe auf einen weiteren Rückgang im World Inflation Forecast und weitere Goldschwäche schließen und Ben Bernanke ebnete für seine Nachfolgerin Janet Yellen womöglich einen vordefinierten Weg.

Goldproduktion und steigende Kosten der Produktion

Weltweite Goldnachfrage

Weltweite Goldproduktion

Trotz einer gesteigerten Produktion an Gold in den letzten Jahren, wirkt sich der Preisrückgang spürbar auf die produzierte Menge aus. Die Goldproduktion Südafrikas verzeichnete im September einen Rückgang von 3,5% im Jahresvergleich.

Rückläufiger Abbau in Südafrika

Auch übergeordnet zeigte sich in den letzten Jahren in Südafrika eine fallende produzierte Goldmenge ab. So liegen Schätzungen für 2012 von 170 Tonnen vor, während 2001 die Produktion noch bei auf 399 lag.

Neben dem starken US Dollar drücken Lohn- und Energiekosten in Südafrika die Produktion

Seit 1978 stiegen die Lohnkosten laut Berechnung in Südafrika für den Minensektor um 78%, während im gleichen Zeitraum die Löhne außerhalb des Minensektors lediglich einen Anstieg von 17% verzeichneten. Die Energiekosten welche 1978 bei 1 Cent/kWh lagen notierten 2013 bei 50 Cent/kWh. Neben diesen greifbaren wesentlichen kostentreibenden Faktoren liegen mittlerweile durch erreichte Tiefen der Minen erschwerte Bedingungen vor. Höhere Temperaturen sowie Feuchtigkeits- und Druckbedingungen, die in Tiefen von 3,5km unter dem Meeresspiegel herrschen, sorgen nicht nur für erhöhte Instabilität der Schächte sondern auch für erhöhte Produktionskosten.

China löste Indien 2013 als größten Goldimporteur ab

Eine schwache Rupie, verstärkte Kontrollen zur Regulierung der Goldimporte wie erhöhte Steuern durch die indische Regierung führten zu einer gedrosselten Anstieg der Nachfrage Indiens. Der Bedarf der Schmuckindustrie des Landes ließ zudem nach.

Spekulative Nachfrage an der COMEX

Kein Interesse an Gold – über 70% fiel die Nettoposition der institutionellen Spekulanten im November

Gold verzeichnete im November den stärken Rückgang seit 5 Monaten. Der starke Greenback (US-Dollar) und wieder anheizende Spekulationen über eine zeitnahe Drosselung der quantitativen Maßnahmen der Fed waren vorrangig die Treiber hinter dem Wertverlust. Überzeugt von weiterer Kursschwäche sind auch institutionelle Spekulanten, unter Ihnen große Fonds, Hedge-Fonds, Banken & Vermögensverwalter. Die Positionierung dieser fiel drastisch im November. Um über 70% drosselten die Spekulanten (Non Commercials) ihre Positionierung. Ende Oktober hielten sie noch 100.236 (Netto-Position) Kontrakte. Die Positionierung Ende Novembers offenbarte mit 26.555 das schwindend geringe spekulative Interesse in Goldpositionen. Das Land löste Indien in 2013 als größten Goldverbraucher ab. Doch auch die für den Goldkurs stützenden Nachfrage Chinas bot in diesem Marktumfeld dem fallenden Kursverlauf keinen Halt. An der COMEX hingegen fiel die spekulative Nachfrage nach Gold hingegen zuletzt drastisch. Nur 55,47% der positionierten Großspekulanten sind Long positioniert. Für ein Asset, das vorrangig von diesen gekauft wird, ist das ein seltener Wert.

Fünf aufeinanderfolgende Wochen lang fiel die Position der Großspekulanten, erst in der zweiten Dezemberwochen brach diese Serie, doch der übergeordnete Druck der fehlenden spekulativen Nachfrage bleibt vorhanden.

Die Gruppe der institutionellen Spekulanten weist zurzeit zwar weiterhin mit 26.380 Kontrakten (Netto-Größe) eine mehrheitliche Long-Positionierung auf. Doch die Short- Position im Markt beträgt 13,32 Mrd. USD / 107.486 Kontrakte (1 Future-Kontrakt = 100 Troy-Unzen Gold) und wurde zuletzt deutlich wieder hochgefahren. Das Resultat dieses verstärkten Greifens nach Short-Positionenschlägt sich in der Netto-Positionierung dieser Gruppe wieder, der Verlauf ist übergeordnet seit Oktober 2012 fallend.

Ein Auflösen der einseitigen Positionierung könnte mit einer Kaufchance einhergehen

Ein Blick auf das COT-Sentiment lohnt sich zurzeit hinsichtlich des extremen Niveaus der Vormonate und starken Einbruchs des Goldkurses. Potenzial für Long-Positionen ist aus diesem Betrachtungswinkel gegeben, nur der Zeitpunkt sollte wohl überlegt erfolgen und nicht einfach in die Schwäche des Kurses hineinhaltend. Ein Auflösen dieser einseitigen Positionierung der Non Commercials (Großspekulanten) könnte eine kräftigere Kurserholung oder eine Trendwende andeuten. In der COT-Sektion des Forums bleiben Sie über die Entwicklung wöchentlich informiert. Aktuell deuten die letzte Positionierung und der Trend des Kurses jedoch auf weitere Schwäche.

Gold und Open Interest fallen

Auch ein anziehender Open Interest Wert auf diesem niedrigen Niveau könnte in den kommenden Monaten den Hinweis für eine Trendwende liefern und eine verstärkte Neu- oder Umpositionierung der Marktteilnehmer widerspiegeln. Grundsätzlich können hohe und tiefe Open Interest Werte mit Trendwenden in Kursen einhergehen. Doch aktuell zeichnet sich der folgende Trend ab, die fallende Kursentwicklung tritt parallel zum Rückgang des Open Interest auf.

Ein weiteres Sentiment-Tool für Gold: Der Speculative Sentiment Index

Der Speculative Sentiment Index der positionierten Kunden FXCM gibt uns einen Überblick über die Haltung der Retail-Trader. Aufgrund des typischen antizyklischen Verhaltens können wir die Sentiment-Daten der Retail-Trader als Kontraindikator heranziehen.

Die (1) die mehrheitlich bestehende Long-Position (% Long-Position > 50%) sowie (2) die zuletzt verstärkt aufgenommene Long-Position (letzte Positionsänderung) der Trader ergibt zusammen eine bearishe Trading Tendenz nach der Kontraindikation der Daten für den Goldkurs. Die SSI Betrachtung ist wesentlich kurzfristigerer Natur als die obigen COT-Betrachtungen.

Eine Auflistung der SSI Daten finden Sie im Gold Talk oder zweimal börsentäglich auf Englisch aktualisiert im DailyFX-Plus Bereich.

Trübe Aussichten

Während Gold aus einem diversifiziertes Portfolio keineswegs rigoros gestrichen gehört, so spricht aktuell noch vieles für eine Beibehaltung des Abwärtstrends im Goldkurs. Über 150 US-Dollar pro Feinunze ist der Goldkurs bereits von seinen Novemberhochs entfernt. Trotz potenziell unterstützenden Nachrichten wie einer verstärkten Goldnachfrage Chinas, welche erstmalig Indiens Importe in 2013 überschritt, verlieren Anleger das Vertrauen in den vermeintlich "sicheren Hafen". Notenbanken stoppten zunehmend den Einkauf von weiteren Goldreserven in 2013, eine fallende Inflationssorge sowie ein starker US-Dollar trüben den Ausblick für Gold. Auch die spekulative Nachfrage und ein fallendes Open Interest an der Comex verhärten diese Aussicht für Gold. Dem Jahrestief von 1.180 US-Dollar nähert sich der Goldkurs wieder raschen Schrittes.

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Wir empfehlen Ihnen sich auf der Webseite des Anbieters (CFD-Broker) über die aktuellen Risikohinweise sowie auf der Webseite der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) oder ähnliche offizielle europäische Aufsichtsbehörden über Finanzdienstleistungen über den Anbieter (CFD-Broker) zu informieren.

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