Aktie im Fokus: Evonik Industries mit 5,4% Dividendenrendite – charttechnisch bis zu 9% Kurspotential möglich

Die im MDAX enthaltene Aktie des Konzerns Evonik Industries notierte am 06. Mai 2025 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischenhoch von 18,25 Euro. Seitdem korrigierte die Aktie bis zum 09. Juni 2026 auf ein Verlaufstief von 15,08 Euro.

Zuletzt handelte die Evonik Industries Aktie im Bereich rund um die 18,50 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 19,00 Euro, 19,46 Euro und 20,21 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 18,25 Euro, 17,03 Euro, 16,29 Euro, 15,82 Euro, 15,08 Euro, 14,33 Euro und 13,87 Euro abzuleiten.

 

Evonik Industries Chart

 

Evonik Industries Kursziele

Die Analysten von J.P. Morgan vergaben ein Ziel von 14,00 Euro. Dieses Ziel wäre mit der hier technisch ermittelten Unterstützung von 13,87 Euro recht passabel zu erklären.

 

Evonik Industries Chart

 

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Evonik Industries: die Fundamentaldaten

Mit einer Dividendenrendite von 5,4% steht bei Evonik die Ausschüttung deutlich im Vordergrund. Das Unternehmen kehrt damit einen spürbaren Anteil des Aktienkurses jährlich an die Anteilseigner zurück. Die Ausschüttungsquote von 70,9% zeigt jedoch, dass ein Großteil des erwirtschafteten Gewinns für die Dividende verwendet wird und entsprechend wenig Spielraum für Reinvestitionen oder Rückschläge in der Ertragslage verbleibt. Ob eine solche Ausschüttungspolitik auf Dauer tragfähig ist, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die operative Ertragskraft künftig entwickelt.

Diese Ertragskraft fällt aktuell schwach aus: Die operative Marge liegt bei 4,1%, die Eigenkapitalrendite bei lediglich 1,6%. Beide Werte deuten darauf hin, dass Evonik derzeit nur geringe Gewinne im Verhältnis zu Umsatz und eingesetztem Eigenkapital erzielt. Das Umsatzwachstum von 11,3% gegenüber dem Vorjahresquartal signalisiert zwar eine gewisse Belebung des Geschäfts, schlägt sich aber angesichts der niedrigen Margen noch nicht in einer entsprechend hohen Profitabilität nieder.

Bei der Bewertung zeigt sich ein gemischtes Bild. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19,9 wirkt angesichts der niedrigen Eigenkapitalrendite vergleichsweise anspruchsvoll. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1 sowie das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA von 6,6 deuten hingegen auf eine moderatere Bewertung auf Basis der operativen Ertragskraft hin. In der Gesamtschau ergibt sich das Bild eines Unternehmens, dessen attraktive Ausschüttung derzeit auf eine vergleichsweise dünne operative Basis trifft.

 

Evonik Industries – Kennzahlen im Überblick
Bewertung und Ertragskraft auf einen Blick
19,9×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)
5,4%
Dividendenrendite
70,9%
Ausschüttungsquote
4,1%
Operative Marge
Quelle: Broker-Test.de

 

Nächster Quartalstermin: 3. November 2026.

Evonik Industries: Fazit für Anlegertypen

Für risikoaverse Anleger dürfte an der Evonik-Aktie vor allem die Dividendenrendite von 5,4% ins Auge fallen, die auf den ersten Blick nach einem soliden Ertragsbaustein klingt. Allerdings relativiert sich dieser Eindruck bei genauerem Hinsehen: Eine Ausschüttungsquote von 70,9% bei gleichzeitig sehr schwacher Eigenkapitalrendite von nur 1,6% und einer operativen Marge von mageren 4,1% lässt wenig Spielraum für Überraschungen bei der operativen Ertragskraft. Wer auf Stabilität setzt, sollte diesen Kontrast zwischen attraktiver Ausschüttung und dünner fundamentaler Substanz im Blick behalten, zumal auch das Analystenziel von J.P. Morgan mit 14,00 Euro ein Abwärtspotential von 24% signalisiert.

Für risikoaffine Anleger könnte die Aktie dagegen aus einem anderen Blickwinkel interessant sein: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,1 und der Unternehmenswert zu EBITDA von 6,6 deuten nicht auf eine überzogene Bewertung hin, und das Umsatzwachstum von 11,3% gegenüber dem Vorjahresquartal zeigt, dass operativ durchaus Dynamik vorhanden ist. Wer bereit ist, das Risiko einer möglichen Korrektur in Richtung des Analystenziels in Kauf zu nehmen, könnte in der Diskrepanz zwischen fundamentaler Bewertung und pessimistischerer Analystensicht eine Chance sehen – vorausgesetzt, sich die operative Marge und die Eigenkapitalrendite mittelfristig verbessern.

Kurzfristig orientierte Anleger dürften sich in erster Linie an der Charttechnik orientieren. Hier steht einem begrenzten Aufwärtspotential von 9% bis zum nächsten Widerstand ein deutlich größeres Abwärtsrisiko von 24% bis zum Analystenziel gegenüber, was das Chance-Risiko-Verhältnis auf kurze Sicht eher unattraktiv erscheinen lässt. Bemerkenswert ist zudem, dass die von J.P. Morgan genannte Kurszielmarke von 14,00 Euro recht genau mit der charttechnisch ermittelten Unterstützung bei 13,87 Euro zusammenfällt – ein Umstand, der die Bedeutung dieser Marke als potenzielle Orientierungslinie unterstreicht, sollte der Kurs unter Druck geraten.

Langfristig orientierte Anleger stehen vor der Aufgabe, die günstige Bewertung anhand von Kurs-Buchwert-Verhältnis und EBITDA-Multiple gegen die schwache Eigenkapitalrendite und die dünne operative Marge abzuwägen. Das mit 19,9 recht hohe erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis passt nicht recht zu den übrigen, eher moderaten Bewertungskennzahlen und könnte auf temporär gedrückte Gewinne hindeuten. Ob sich das robuste Umsatzwachstum langfristig auch in einer verbesserten Profitabilität niederschlägt, dürfte für Anleger mit längerem Anlagehorizont die entscheidende Frage sein.

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