Aktie im Fokus: Lufthansa mit 4,2% Dividendenrendite – charttechnisch bis zu 35% Kurspotential möglich

Die im MDAX enthaltene Aktie von Lufthansa notierte am 23. März 2026 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Verlaufstief von 6,99 Euro.

Seitdem konnte die Aktie bis zum 07. Juli 2026 auf ein Zwischenhoch von 10,29 Euro klettern.

Zuletzt handelte die Lufthansa Aktie im Bereich rund um die 7,63 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 7,77 Euro, 8,25 Euro, 8,64 Euro, 9,03 Euro, 9,51 Euro und 10,29 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 6,99 Euro, 6,51 Euro und 6,21 Euro abzuleiten.

 

Lufthansa Chart

 

Lufthansa Kursziele

Die Experten von Barclays vergaben ein Ziel von 7,50 Euro. Dieses Ziel wäre mit der hier technisch ermittelten Unterstützung von 7,77 Euro nur ansatzweise darzustellen. Ohnehin wäre das Ziel beinahe schon als erreicht zu bezeichnen. Die nächste Zielmarke der Bären läge bei 6,99 Euro, eine erste Erholung wäre bis 8,25 Euro möglich.

 

Lufthansa Chart

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Lufthansa mit 4,2% Dividendenrendite

Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 7,5. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 signalisiert, dass der Konzern derzeit unterhalb seines bilanziellen Eigenkapitals bewertet wird. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei 3,5, ein vergleichsweise niedriger Wert, der auf eine moderate Bewertung im Verhältnis zur operativen Ertragskraft vor Abschreibungen hindeutet.

Mit einer Dividendenrendite von 4,2% zahlt Lufthansa deutlich mehr an die Aktionäre aus, als es beim aktuellen Kursniveau üblich wäre. Die Ausschüttungsquote von 58,4% zeigt, dass mehr als die Hälfte des Gewinns an die Anteilseigner fließt, während der Rest im Unternehmen verbleibt. Bemerkenswert ist dabei, dass die operative Marge mit -1,5% im negativen Bereich liegt, das operative Geschäft im Berichtszeitraum also keinen Gewinn erwirtschaftet hat.

Die Eigenkapitalrendite von 6,2% fällt demgegenüber positiv aus, was auf Ertragsquellen außerhalb des laufenden operativen Geschäfts oder auf Sondereffekte im Zahlenwerk hindeuten kann.

Das Umsatzwachstum von 7,9% gegenüber dem Vorjahresquartal zeigt, dass der Konzern auf der Erlösseite zulegen konnte, auch wenn sich dies im Berichtszeitraum nicht in einer positiven operativen Marge niedergeschlagen hat. In der Gesamtschau ergibt sich damit ein Bild, in dem eine spürbare Ausschüttung an die Aktionäre auf eine operativ noch angespannte Ertragslage trifft, während die Markterwartung für die kommenden Perioden von einer Verbesserung der Gewinnsituation ausgeht.

 

Lufthansa – Kennzahlen im Überblick
Bewertung und Ertragskraft auf einen Blick
7,5×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (aktuell)
8,4×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)
4,2%
Dividendenrendite
58,4%
Ausschüttungsquote

 

Lufthansa: Fazit für Anlegertypen

Für risikoaverse Anleger dürfte vor allem die operative Marge von -1,5% ein Warnsignal sein, das die auf den ersten Blick attraktive Dividendenrendite von 4,2% relativiert. Zwar spricht die Ausschüttungsquote von 58,4% dafür, dass die Dividende aus heutiger Sicht nicht unmittelbar gefährdet erscheint, doch eine operative Ertragsschwäche passt nur bedingt zu einem Investment, das auf Stabilität und Kapitalerhalt ausgelegt ist. Auch charttechnisch liefert die Nähe zur nächsten Unterstützung bei 6,99 Euro keinen beruhigenden Boden, sodass vorsichtige Anleger die Aktie eher beobachten als sofort positionieren dürften.

Risikoaffine Anleger könnten dagegen genau in dieser Diskrepanz eine Chance sehen: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 und der Unternehmenswert zu EBITDA von 3,5 deuten auf eine im historischen wie branchenüblichen Vergleich günstige Bewertung hin, und das deutlich gesunkene erwartete KGV von 8,4 gegenüber aktuell 13,6 signalisiert, dass der Markt eine spürbare Gewinnerholung einpreist. Das Umsatzwachstum von 7,9% zum Vorjahresquartal stützt dieses Bild einer operativen Erholung, auch wenn die aktuell negative Marge noch nicht dazu passt. Wer bereit ist, diese Unsicherheit auszuhalten, könnte im charttechnischen Kurspotential von bis zu 35% bis zum höchsten Widerstand einen zusätzlichen Reiz erkennen.

Kurzfristig orientierte Anleger sollten sich vor allem an der Diskrepanz zwischen Charttechnik und Analystenmeinung orientieren. Während das höchste Analystenkursziel von Barclays mit 7,50 Euro laut Teil 1 der Analyse bereits nahezu erreicht scheint und nur noch rund 8% Potenzial böte, signalisiert die Charttechnik mit einer möglichen ersten Erholung bis 8,25 Euro ein ähnlich begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial. Diese Übereinstimmung zwischen technischem Kursziel und Analystenmeinung könnte kurzfristig orientierten Tradern als Orientierung dienen, wobei die Nähe zur Unterstützung bei 6,99 Euro auch auf ein erhöhtes Rückschlagsrisiko hindeutet.

Langfristig orientierte Anleger dürften hingegen weniger auf die kurzfristigen Kurszielspannen als auf die fundamentale Substanz blicken. Die Eigenkapitalrendite von 6,2% signalisiert trotz der schwachen operativen Marge eine gewisse Ertragskraft, und das voraussichtlich sinkende KGV auf 8,4 könnte auf eine sich verbessernde Ertragslage in den kommenden Jahren hindeuten. In Kombination mit der Dividendenrendite von 4,2% und dem niedrigen Bewertungsniveau gemessen am Buchwert könnte sich hier für geduldige Anleger ein interessantes Chance-Risiko-Profil ergeben, sofern sich das Umsatzwachstum fortsetzt und die operative Marge sich tatsächlich normalisiert.

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