Der DAX will nach oben

Bernstein Bank: Das Börsenparkett ist fest in der Hand der Optimisten. Nach der Pfingstpause steigt der DAX, Asien zieht an, die Wall Street präsentiert sich fest. Die Bullen verweisen auf die Einigung im Grenzabkommen zwischen den USA und Mexiko. Und übersehen dabei neue Warnsignale im Zollstreit zwischen China und Amerika.

Mexiko und China stützen den DAX
Für den deutschen Leitindex ging es am Dienstagmittag um über 1 Prozent nach oben bis an die Marke von 12.200 Zählern. Börsianer machten die positiven Vorgaben von der Wall Street für die Entwicklung verantwortlich. Mexiko will nun den Zustrom von Menschen in die USA eindämmen. Präsident Donald Trump hatte am Freitagabend die von ihm angedrohten Strafzölle auf alle mexikanischen Importe auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Sie wären sonst gestern in Kraft getreten.

 

 

Deutsche Stahlwerte verbuchten teils deutliche Kursgewinne, hier stützte die Hoffnung auf eine verstärkte chinesische Nachfrage die Kurse. Denn Peking hat den Regionalregierungen den Spielraum für Investitionen erhöht, sie können spezielle Anleihen zur Finanzierung von Infrastruktur-Projekten abrufen.

 

Asien ignoriert Trumps Drohung
In China kurbelte diese Ankündigung vor allem die Kurse von Bauwerten an. Der CSI 300 in China legte satte 3 Prozent zu auf 3.719 Zähler. Der Nikkei-Index gewann immerhin 0,3 Prozent auf 21.204 Punkte.

Im gewohnt erfrischenden Klartext hat unterdessen US-Präsident Donald Trump Chinas Präsident Xi Jinping mit weiteren Zöllen auf chinesische Importe im Wert von 300 Milliarden Dollar gedroht. Diese würden greifen, falls Xi nicht zu einem Treffen auf dem G-20-Gipfel im japanischen Osaka am 28. und 29. Juni bereit sein sollte, sagte Trump dem US-Fernsehsender CNBC.

Peking hat ein Meeting noch nicht bestätigt. Damit wären dann alle chinesischen Einfuhren im Wert von rund 600 Milliarden Dollar in die USA mit Strafzöllen belastet.

 

 

Chinas rote Linie
Interessante Fußnote für Devisen-Trader: Goldman Sachs geht davon aus, dass China den Yuan kräftig abwerten wird. Gerade hob die Investmentbank ihr Dreimonatsziel für USD/CNY von 6,95 auf 7,05 an. Dies wäre das niedrigste Level seit dem März 2008, als Bear Stearns zusammenbrach.

Mit dem Bruch der 7er-Marke könnte eine massive Kapitalflucht aus China einsetzen.

 

Die Wall Street will nach oben
Noch ohne Reaktion von der Wall Street blieb Trumps verklausulierte Drohung gegen ein mögliches Social-Media-Kartell. In Richtung Google und Facebook deutete Trump im gerade genannten Gespräch mit CNBC ein härteres Vorgehen an. Unter Verweis auf die Europäische Union sagte Trump: „Wir sollten tun, was sie tun.“

Und weiter: „Irgendwas ist los in Sachen Monopol.“

Die EU-Kommission hat gegen Google Wettbewerbsstrafen in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar verhängt. Behalten Sie also deswegen ihre Handelsplattform im Blick – hier könnte sich bald etwas bewegen.

Gestern jedenfalls hatte der Nasdaq 100 um 1,1 Prozent auf 7502 Zähler zugelegt. Der Dow Jones stieg um 0,3 Prozent auf 26.063 Zähler, kam aber von seinem Tageshoch bei rund 26.211 Punkten zurück. Der S&P 500 verbuchte zum Handelsende ein Plus von 0,5 Prozent auf 2887 Stellen.

 

 

Italien-Bonds im Fokus
Bleibt noch ein weiteres politisches Thema, das CFD-Trader im Auge behalten sollten. Bei italienischen Staatsanleihen könnte es bald spannend werden. Denn die Regierung in Rom bietet der EU die Stirn. Das angedrohte Defizitverfahren wegen der ausufernden Staatsverschuldung könnte einige Investoren verschrecken.

Und dann vielleicht, vielleicht wieder das Thema Auseinanderbrechen der Eurozone in den Fokus rücken.

Mit entsprechenden Folgen für den Euro.

 

Das bringt der Tag
Am heutigen Dienstag stehen wenige wichtige Termine an. Um 14.30 Uhr laufen die amerikanischen Erzeugerpreise ein. Und um 22.30 Uhr meldet das private American Petroleum Institute die wöchentlichen Rohöl-Bestandsdaten.

 

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