Interview mit Heiko Seibel, Bernstein Bank, über die eigene Marktpositionierung und politische Börsen

Heiko Seibel, Bernstein Bank
Heiko Seibel, Bernstein Bank

Broker-Test sprach mit Heiko Seibel, Geschäftsführer der Bernstein Bank, über die Gründung und Positionierung der Bernstein Bank als regulierter Deutscher Broker und die angebotene Handelsplattform MetaTrader mit eigenen Erweiterungen. Außerdem verriet uns Herr Seibel, wie sich Anleger in einem brisanten politischen Umfeld (Handelskrieg, China-USA, Brexit, Iran Konflikt etc.) verhalten können.

Seit wann gibt es die Bernstein Bank und mit welchem Ziel wurde sie gegründet?

Die Lizenzerteilung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erfolgte zum 08.07.2016. Vor allem ausländische Anbieter von Differenzkontrakten, also CFD- und FX-Produkten, sind in den letzten Jahren durch unseriöse Geschäftspraktiken vollkommen zu Recht in die Kritik und in den Fokus der Aufsichtsbehörden geraten.

Wir verstehen uns als vertrauensvoller, verlässlicher und vor allem seriöser Partner. Wir bieten unseren Kunden ein breites Spektrum an CFD- und FX-Instrumenten an, das Ganze zu wettbewerbsfähigen Preisen mit der weltbekannter MetaTrader Handelsplattform. Basierend auf einer hoch performanten IT-Infrastruktur, können wir so sehr gute Ausführungszeiten erreichen.

Was sind aus Ihrer Sicht die Unterschiede zwischen der Bernstein Bank und anderen Brokern?

Wir sind am sehr gut regulierten Standort Deutschland beheimatet. Wir denken, es ist fair zu sagen, dass die Regulierung hier strenger ist, als an Standorten von Mitbewerbern.

Insofern bieten wie unseren Kunden einen bestimmten Komfort, wenn es um Themen, wie Verlässlichkeit, Qualität und Sicherheit (vor allem der Kundengelder) geht. Insbesondere beim zuletzt aufgeführten Punkt gab es in den letzten Jahren häufig Vorfälle, dass Kundengelder erst mit Verspätung bzw. gar nicht ausgezahlt worden.

Wir verstehen uns darüber hinaus auch als FinTech-Unternehmen, weil wir innerbetriebliche Prozesse bereits stark automatisiert und unsere IT auf einer hochperformanten Infrastruktur aufgebaut haben.

Wir haben zumeist Eigenentwicklungen im Einsatz – z.B. ein Kundenportal, welches wir individuell auf die Kundenbedürfnisse konfigurieren können, interne Reportingsysteme, die z.B. mit der MetaTrader-Umgebung integriert sind–die hochflexibel verwendbar sind und stabil arbeiten. Wir kooperieren in diesem Feld mit sehr namhaften internationalen Technologiepartnern, was unsere Professionalität unterstreicht.

Welche Handelsplattformen kann die Bernstein Bank Tradern anbieten?

Wir bieten unseren Kunden die weltweit führende Handelsplattform MetaTrader4 an und sind gerade dabei auch den MetaTrader 5 anzubinden. Wir haben über 150 der meistgehandelten Finanzinstrumente in unserem Angebot.

Weiterhin bieten wir kostenlos das„Bernstein MT4 Turbo Package“ an, welches unsere Premium Tools für den MetaTrader erhält. Damit können unsere Kunden aus einer Palette von zusätzlichen Handelstools neue Handelsansätze anwenden und/oder ihr Risikomanagement mit den entsprechenden Werkzeugen optimieren.

Wir planen in dieser Richtung noch mehr kostenlose Tools zur Unterstützung unserer Kunden anzubieten.

Ein immer wichtigeres Thema für Anleger ist der Schutz der angelegten Gelder. Wie sieht es bei der Bernstein Bank bzgl. Regulierung und Nachschusspflicht aus?

Die Bernstein Bank ist Mitglied im EdW – der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen. Darüber hinaus ist unsere Treuhandbank, auf welcher ausschließlich die Kundengelder auf Treuhandkonten verwahrt werden, Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB).

Die Kundengelder sind hier mit bis 20% des haftenden Eigenkapital der Treuhandbank versichert. Diese Sicherungsgrenze bietet einen deutlich höheren Schutzumfang, als die gesetzliche Einlagensicherung, die bei 100.000 EUR liegt. Auf Wunsch teilen wir unseren Kunden gerne die Sicherungsgrenze mit.

Mit welchen Innovationen können Trader bei Ihnen 2019 noch rechnen?

Neben der Anbindung des MetaTrader 5, sind wir gerade dabei eine eigene App zu entwickeln, welche den Kunden Informationen zum aktuellen Marktgeschehen und Terminen gibt. Wir planen zudem laufend die Aufnahme neuer handelbarer Märkte in unser Angebot.

Wie sehen Sie aktuell die Anlagemärkte – der Handelskrieg zwischen China und den USA, der Iran-Konflikt und natürlich der Brexit sorgen für recht politische Börsen. Wie können Anleger sich in diesem Marktumfeld am Besten positionieren? 

Handelskonflikte sind natürlich Gift für die allgemeine Wohlfahrtsentwicklung, sprich die Entwicklung der Weltwirtschaft. Besonders hart getroffen werden die exportlastigen Volkswirtschaften, wie z.B. Deutschland. Vor allem dann, wenn Chinas Wirtschaft leidet.

China ist Deutschland wichtigster Handelspartner, im letzten Jahr wurden Waren im Wert von rund 200 Mrd. EUR gehandelt. Der DAX ist also im weiteren Sinne auch eine Wette auf die Entwicklung im Reich der Mitte. China befindet sich derzeit in einer schwierigen Transformationsphase – von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Die bestehenden Überkapazitäten drückten zuletzt die Wachstumsraten auf eine 30jähriges Tief.

Die USA sind sich der momentan schwierigen Lage Chinas bewusst und setzen mit dem Zollstreit am wunden Punkt an, um China weiter zu schwächen. Die große Strategie der USA dürfte aber die Sicherung ihrer Vormachtstellung als Supermacht in der Welt sein.

Damit hängen auch die scharfen Sanktionen der USA gegen den Iran zusammen. Seit Mai haben diese eine neue Dimension erreicht, weil der US-Präsident die Exporte Irans bei Öl und Metallen gen Null drücken möchte und so das Regime zum Abdanken bewegen will.

Damit – so die Theorie – wäre die „Achse des Widerstands“ der Schiiten, bestehend aus dem Iran, Irak, Syrien und dem Libanon, gegen Saudi-Arabien, Israel und die USA gebrochen und die USA hätten in der Region wieder die Oberhand. Ob sich die Bevölkerung Irans jedoch im Falle eines Sturzes des Mullah-Regimes in Richtung USA wendet, darf zumindest nicht als gegeben angenommen werden.

Es bleibt demnach spannend an den Energie- und Metallmärkten und Anleger sollten sich auf höhere Schwankungen bei Öl und bei den Metallen einstellen. Auch die Währungsmärkte sind in diesem Kontext interessant. Der US-Dollar und Schweizer Franken könnten als sichere Häfen im Fall einer weiteren Eskalation des Konfliktes dienen. Ebenfalls Gold.

Beim Thema Brexit halten wir die Situation für viel entspannter. Das Thema begleitet uns und die Finanzmärkte schon eine „gefühlte Ewigkeit“. Insofern gehen wir davon aus, dass die Wirtschaftssubjekte und Anleger ihre Pläne bzw. Investitionen hierauf abgestimmt haben und rechnen nicht mit nachhaltigen Verwerfungen an den Märkten.

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