Italiens Referendum wird Chefsache – für Matteo oder Mario

Mögen die Abstimmungen beginnen…In den nächsten Jahren könnte sich das politische Antlitz Europas dramatisch wandeln. In einem Europa ohne stabilen Rückhalt bei der Bevölkerung könnte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi der erste Dominostein sein, der fällt. Die Volksabstimmung über die Verfassungsreform am 4. Dezember wird zwar keine öffentlichen Unruhen auslösen, unter der Oberfläche brodelt es aber gewaltig. Auf dem Spiel steht nicht weniger als Renzis politisches Überleben: Tritt er zurück, könnten in einem weiteren Land Europas die Populisten auftrumpfen. Glaubt man den Umfragen – dieser Tage eher Glaubensfragen –, dann sollte sich Europa auf ein „No“ in einer Größenordnung einstellen, die Renzis Rücktritt beschleunigen und zu einer Übergangsregierung führen könnte. Zwar stellt dies an sich keine existenzielle Bedrohung für Italien dar (schließlich wäre es die 66. Interimsregierung seit 1945), doch darf der Einfluss auf die Kapitalmärkte nicht unterschätzt werden.

Mögliche Marktreaktionen Höhere Schwankungsbreite (Volatilität) an den Aktienmärkten, insbesondere unter den italienischen und europäischen Finanzwerten, und eine kurzfristige Ausweitung des Renditeabstands (Spread) zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen (BTPs vs. BUNDs). Da der Markt aus unserer Sicht ein „No“ bereits eingepreist hat, sollten die Bewegungen allerdings nicht so stark ausfallen, wie einige Marktteilnehmer befürchten. Dafür stehen gleich mehrere längerfristige Herausforderungen vor der Tür: Reformen im Finanzsektor, in der Justiz und dem Bildungssystem gelten als unaufschiebbar. In diesem Zusammenhang können längere Perioden politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit nicht ausgeschlossen werden.


Drei Szenarien sind vorstellbar

Ein Abstimmungsergebnis „Si“, also ein „Ja“ zu Renzis Reformkurs, könnte

  • den politischen Status quo erhalten.
  • die aktuell gezahlten Risikoprämien deutlich reduzieren.
  • dazu führen, dass die Kurse italienischer und (teilweise) europäischer Aktien, insbesondere von Bankenwerten zulegen.
  • den Renditeabstand von BTPs über BUNDs verengen.
  • die Rendite-Spreads von Staatsanleihen der Eurozonen-Peripherie senken.

Ein moderates „No“, also eine kritische Haltung gegenüber Renzis Vorhaben, könnte

  • in der Bildung einer Übergangsregierung resultieren.
  • zu einer moderaten Steigerung der aktuellen Risikoprämien führen – obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Zusammenkunft am 8. Dezember hier unterstützend eingreifen könnte.
  • die Kurse italienischer und (teilweise) europäischer Aktien, insbesondere von Bankenwerten sinken lassen.
  • eine Ausweitung des Rendite-Spreads von BTPs über BUNDs bewirken.
  • den Renditeabstand von Staatsanleihen der Eurozonen-Peripherie erhöhen.

Ein erdrutschartiges „No“, also die völlige Absage an Renzis Reformpläne, könnte

  • vorzeitige Neuwahlen und damit einen erhöhte Unsicherheit auslösen.
  • die aktuellen Risikoprämien – auch im restlichen Europa – ansteigen lassen.
  • die Kurse italienischer und (teilweise) europäischer Aktien, insbesondere von Bankenwerten fallen lassen.
  • eine Ausweitung des Rendite-Spreads von BTPs über BUNDs bewirken.
  • den Renditeabstand von Staatsanleihen der Eurozonen-Peripherie ansteigen lassen und somit das erhöhte Risiko einer Zersplitterung der Gemeinschaft reflektieren.

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