Aktie im Fokus: Redcare Pharmacy – Analysten der Deutsche Bank erwarten Kursverdopplung

Die im MDAX enthaltene Aktie des Konzerns Redcare Pharmacy notierte am 30. März 2026 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischenhoch von 53,65 Euro.

Seitdem korrigierte die Aktie bis zum 22. April 2026 auf ein Zwischentief von 30,20 Euro.

Zuletzt handelte die Redcare Pharmacy Aktie im Bereich rund um die 48,46 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 53,65 Euro, 68,14 Euro, 77,09 Euro, 91,58 Euro, 100,54 Euro und 115,03 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 44,69 Euro, 39,16 Euro, 35,73 Euro und 30,20 Euro abzuleiten.

 

RedcarePharmacy Aktie Chart

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Hinter dem Namen Redcare Pharmacy verbirgt sich die frühere Shop Apotheke Europe – und damit Europas größte Online-Apotheke. Das im MDAX notierte Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden beliefert inzwischen 14,2 Millionen aktive Kunden in sieben europäischen Ländern, allein im vergangenen Jahr kamen 1,1 Millionen hinzu.

Der eigentliche Wachstumstreiber ist das deutsche Rezeptgeschäft: Seit sich das E-Rezept flächendeckend durchsetzt, wandern immer mehr verschreibungspflichtige Medikamente in den Online-Kanal.

Im ersten Quartal 2026 wuchs dieses Segment um beachtliche 55%, der Konzernumsatz legte um 18% auf 849 Millionen Euro zu, das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 58% auf 14,4 Millionen Euro.

Und trotzdem hat sich die Aktie binnen Jahresfrist mehr als halbiert – vom 52-Wochen-Hoch bei 117,40 Euro im Juni 2025 bis auf das Tief bei gut 30 Euro Ende März.

Zwei Gründe stechen heraus: Zum einen kündigte die Drogeriekette dm ihren Einstieg ins Online-Apothekengeschäft an, was die Wettbewerbssorgen schlagartig verschärfte.

Zum anderen verfehlte der Ausblick für 2026 die Erwartungen deutlich – der Mittelpunkt der EBITDA-Prognose lag rund 19% unter dem Konsens, die Aktie verlor an einem einzigen Tag über 20%. Seit dem März-Tief hat sich das Papier allerdings spürbar erholt und notiert wieder im Bereich von 48 Euro.

 

Analysten sehen bis zu 104% Potenzial – trotz gestutzter Ziele

Genau diese Lücke zwischen operativer Stärke und gedrücktem Kurs macht die Aktie für Analysten interessant. Der Konsens der neun Institute, die den Wert aktiv begleiten, lautet „Aufstocken“ – das mittlere Kursziel liegt bei rund 74 Euro und damit etwa 53% über dem aktuellen Niveau. Das höchste Kursziel von 99 Euro stammt von der Deutschen Bank: Sie bestätigte ihre Kaufempfehlung zuletzt nach der vereinbarten Honorarerhöhung für Apotheken, von der auch das Rezeptgeschäft von Redcare profitieren dürfte.

Vorsichtiger ist die UBS, die mit „Neutral“ und einem Ziel von 74 Euro auf die schwache Jahresprognose und die offene Frage verweist, ob sich der dm-Wettbewerb dort bereits niederschlägt.

 

 

Redcare Pharmacy: Kurs und Kursziele auf einen Blick
Angaben in Euro (Xetra)
48 €
Aktueller Kurs
▼ rund -50 % auf Jahressicht
99 €
Höchstes Kursziel (Deutsche Bank)
▲ +104 % Potenzial
74 €
Mittleres Kursziel (9 Analysten)
▲ +53 % Potenzial
+55 %
Wachstum Rezeptgeschäft Deutschland (Q1)
▲ E-Rezept als Treiber
Quelle: Unternehmensangaben, Analystenschätzungen. Keine Anlageberatung. Stand: Juni 2026.

 

Bemerkenswert ist allerdings auch, wie kräftig die Erwartungen zuletzt zurückgenommen wurden: Die Baader Bank etwa hält zwar an ihrer Kaufempfehlung fest, kürzte ihr Kursziel aber von 175 auf 125 Euro – ein Minus von 29% in einem Schritt. Jefferies, Berenberg und Barclays bekräftigten Anfang des Jahres ebenfalls ihre Kaufempfehlungen.

Die Richtung der Urteile ist also weiter positiv, das Anspruchsniveau eben deutlich tiefer als noch vor einem Jahr.

 

Analysten-Einstufungen für die Redcare Pharmacy-Aktie
Aktuelle Bewertungen großer Investmenthäuser
Institut Rating Kursziel Stand
Baader Bank Buy 125 EUR März 2026
Deutsche Bank Buy 99 EUR Juni 2026
UBS Neutral 74 EUR März 2026
Jefferies Buy Februar 2026
Berenberg Buy Januar 2026
Barclays Buy Januar 2026
Quelle: Analystenberichte der genannten Institute. Keine Anlageberatung. Stand: Juni 2026.

 

Fazit: Operativ liefert Redcare – die Bewertung hinkt hinterher

Selten klaffen Geschäftsentwicklung und Kursverlauf so weit auseinander wie hier: Das E-Rezept treibt das Wachstum, die Kundenbasis wächst, die Profitabilität verbessert sich – und trotzdem notiert die Aktie rund 50% unter dem Stand von vor einem Jahr.

Die Analysten halten das mehrheitlich für übertrieben, selbst das mittlere Kursziel lässt über 50% Luft nach oben.

Aber die Risiken sind eben real: Der dm-Einstieg könnte den Preisdruck im Online-Apothekenmarkt verschärfen, und die vorsichtige Jahresprognose des Managements hat gezeigt, dass der Weg zur nachhaltigen Profitabilität kein Selbstläufer ist.

Wer einsteigt, setzt darauf, dass der E-Rezept-Rückenwind stärker ist als die neue Konkurrenz…

Die für den weiteren Verlauf relevanten Kursmarken liefert die Charttechnik im ersten Teil dieser Analyse.

 

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