Commerzbank: die nächste Hiobsbotschaft für Anleger?

  • Geschäftsjahr 2016: solides Operatives Ergebnis von 1,4 Mrd. Euro
  • Harte Kernkapitalquote bei vollständiger Anwendung von Basel 3 per 31. Dezember 2016 auf 12,3 % gesteigert
  • Strategie „

    Commerzbank

    4.0“ gestartet: bis 2020 wettbewerbsfähigste Bank in Deutschland bei gesteigerter Profitabilität und verbesserter Kapitaleffizienz
  • Ausblick 2017: Konzernüberschuss in der Größenordnung des Vorjahres erwartet

Das Operative Ergebnis im Konzern lag 2016 bei 1.399 Millionen Euro, nach 1.942 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis betrug im Berichtsjahr 279 Millionen Euro; darin enthalten sind eine Abschreibung auf Goodwill und sonstige immaterielle Vermögensgegenstände in Höhe von 627 Millionen Euro sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 129 Millionen Euro.


2016

„Die Geschäftsentwicklung 2016 war insbesondere geprägt von einem anhaltend niedrigen Zinsniveau, einem volatilen Kapitalmarktumfeld und einer spürbaren Zurückhaltung unserer Kunden. Dennoch haben wir mit 1,4 Milliarden Euro ein solides Operatives Ergebnis erzielt. Die Risikovorsorge spiegelt das gesunde Risikoprofil der Bank wider. Dies zeigt sich auch in der im europäischen Vergleich weiterhin sehr guten Quote für Problemkredite von lediglich 1,6 Prozent. Die positive Entwicklung auf der Kapitalseite setzte sich im Berichtsjahr weiter fort. Mit einer harten Kernkapitalquote von 12,3 Prozent nach den vollständigen Kriterien von Basel 3 liegen wir deutlich über den aktuell geltenden regulatorischen Anforderungen der Europäischen Zentralbank“, so Martin Zielke, Vorsitzender des Vorstands, im heute vorgelegten Geschäftsbericht 2016.

Zielke weiter: „Im September 2016 haben wir unsere Strategie „Commerzbank 4.0“ vorgestellt. Wir wollen unsere Bank für die Zukunft fit und profitabel machen. Dabei verfolgen wir das Ziel, die wettbewerbsfähigste Bank in Deutschland zu werden – für Privat- und Firmenkunden und mit einem modernen und überlegenen Angebot aus digitalen und persönlichen Dienstleistungen. Wir wollen nah am Kunden und schnell und effizient in der Abwicklung sein. Vor allem aber gilt: Wir wollen unsere Bank dauerhaft wetterfest machen und Komplexität reduzieren. Dazu werden wir unser Geschäftsmodell in den nächsten Jahren konsequent fokussieren, digital transformieren und die Effizienz steigern.“


Wastum im Privat- und Unternehmenssektor

Im Segment Privat- und Unternehmerkunden hat die Commerzbank das über dem Markt liegende Wachstum weiter fortgesetzt. Es wurden rund 320.000 inländische Privatkunden neu hinzugewonnen und damit das 2012 formulierte Ziel, bis 2016 insgesamt 1 Million neue Kunden gewinnen zu wollen, deutlich überschritten. Im Kreditgeschäft wurde gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 8 % erreicht. Das Neugeschäftsvolumen in der Baufinanzierung lag 2016 bei leicht erhöhter Marge annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Beim Absatz von Konsumentenkrediten gab es einen Volumenanstieg von rund 31 %. Im Vorsorgegeschäft konnte die Bank ebenfalls erfreuliche Zuwächse erzielen. Die digital vernetzte Multikanalbank wurde weiter ausgebaut. Im Filialgeschäft hat die Commerzbank im Berichtsjahr eine einheitliche Benutzeroberfläche für Kunden und Berater eingeführt. Auch die polnische mBank konnte alle Maßnahmen ihrer bis 2016 gültigen Strategie „One bank“ umsetzen und nahezu alle Ziele erreichen. Im Berichtsjahr wuchs die Kundenbasis der mBank auf 5,4 Millionen an.

Im Segment Firmenkunden wurden die bisherigen Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets zusammengeführt. Dazu werden aufbauend auf den Stärken der Mittelstandsbank die für Firmenkunden relevanten Produkte und Dienstleistungen aus dem Kapitalmarktgeschäft in das neue Segment integriert. Um eine effizientere Aufstellung zu gewährleisten, wird sich die Commerzbank außerdem von Teilen des Handelsgeschäfts im Investmentbanking trennen und sich vollständig als Kundenbank ausrichten. Durch die Verkleinerung des Handelsgeschäfts können Ergebnisvolatilität und Risiken aus regulatorischen Änderungen verringert und Kapital freigesetzt werden. Aufbauend auf den heutigen Stärken sollen das Trade-Finance-Geschäft und die führende Position als Debt House in Deutschland weiter ausgebaut werden. Auch ihre umfassende Sektorkompetenz in deutschen Schlüsselindustrien wird die Commerzbank künftig noch stärker nutzen, um die Zahl der betreuten Dax- und M-Dax-Kunden sowie weiterer europäischer Großkunden weiter zu steigern. Die Commerzbank strebt darüber hinaus an, ihre führende Marktposition im Mittelstandsgeschäft durch die Weiterentwicklung des bestehenden Leistungsangebots und die Einführung neuer digitaler Produkte und Dienstleistungen auszubauen.


Geringerer Jahresüberschuss

Der Einzelabschluss der Commerzbank AG nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches weist für 2016 einen Jahresüberschuss in Höhe von 1.494 Millionen Euro aus (2015: 1.693 Millionen Euro). Hierin berücksichtigt ist die Zinsbedienung sämtlicher gewinnabhängiger Kapitalinstrumente der Commerzbank AG. Es ist beabsichtigt, den Bilanzgewinn vollständig in die Gewinnrücklagen einzustellen. Ausführliche Informationen zur Vorstandsvergütung sind im Vergütungsbericht enthalten (Seite 26 bis 40). Die Zahl der Mitarbeiter im Konzern lag per Ende Dezember 2016 bei 49.941 (Ende Dezember 2015: 51.305).

Eine wichtige Anerkennung der nachhaltigen Ausrichtung der Commerzbank war im Herbst 2016 die Aufnahme in den Nachhaltigkeitsindex „Stoxx Global ESG Leaders“. Die Commerzbank ist damit in der Spitzengruppe von 300 Unternehmen weltweit vertreten, die sich durch eine umfassende Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten auszeichnen.


Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich die Commerzbank auf ein weiterhin sehr anspruchsvolles Umfeld ein und rechnet mit keiner nennenswerten Entlastung aus dem Zinsumfeld. Auch wenn die zu erwartenden Erfolge aus „Commerzbank 4.0“ plangemäß erst zeitverzögert in den Folgejahren sichtbar werden, strebt die Bank für das Jahr 2017 eine verbesserte Ertrags- und Ergebnisqualität an. Die Commerzbank rechnet auf Basis voraussichtlich niedrigerer operativer Erträge und stabiler Kosten mit einem Konzernüberschuss in der Größenordnung des Vorjahres.


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durch Klaus-Peter Müller

 

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