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EUR/CHF: Wann kommt die nächste „staatliche“ Kerze?
Es gibt wohl nicht viele Momente im Devisenhandel, wo eine „scheinbare“ Intervention einer Notenbank so offen und vor allem in den Medien so oft als Gerücht herbeidiskutiert wird. Die Schweizer National Bank macht keinen Hehl daraus – die SNB hat schon oft darauf hingewiesen, dass ein Ausscheren aus dem Handelsband von EUR/CHF 1,50-1,52 nach unten nicht erwünscht sei. Sei dies aus Gründen des angeblichen oder auch tatsächlichen Deflationsrisikos
(das wird die Zentralbank natürlich besser beurteilen können) oder auch aus Gründen der zu starken Belastung der Schweizer Wirtschaft (hauptsächlich die Exportwirtschaft der Schweiz stöhnte unter der enormen Geschwindigkeit und Höhe der Aufwertung des „Fränklis“ seit Ausbruch der Finanzkrise im Oktober, die den Kurs des Schweizer Franken zum Euro auf ein Hoch von 1,4326 steigen ließ).
Am 12.03.2009 senkte die SNB die Zinsen massiv auf 0,25%, stärker als vom Markt erwartet – es kam zu einer „staatlichen“ Kerze (blickt man auf den Chart, so erkennt man einen Schuss – beinahe 600 Pips ging es nach oben von 1,4756 nach 1,5336 eine stattliche Handelsspanne, die die Abonnenten des Devisen-Alarms auch teils mitnehmen/realisieren konnten (Devisen-Alarm gab rechtzeitig eine Long-Empfehlung heraus) – Mutige blieben drin und wurden am nächsten Handelstag mit weiteren Gewinnen über die Marke von 1,54 belohnt.
Das gleiche Spiel am Mittwoch. Innerhalb weniger Minuten, ja Sekunden ging es durch eine starke Bewegung von EUR/CHF 1,5014 auf 1,5367 mit einem Schuss nach oben – rund 350 Pips mit der zweiten „staatlichen“ Kerze.
Diesmal hätte man es zwar erahnen können, doch es war für jegliche rechtzeitige Meldung zu spät.
Seit der ersten Intervention (ich nenne es beim Namen – was soll es sonst sein) handelte EUR/CHF mehrere Wochen seitwärts – grob im Handelsband von 1,50 – 1,5250. Immer wieder kam das Währungspaar der 1,50er-Marke unheimlich nahe. In den letzten Tagen sogar bis auf wenige Pips und immer wieder, wie von unsichtbarer Hand gemalt und gesteuert machte EUR/CHF knapp vor dieser psychologisch wichtigen Barriere und durch die SNB verlautbarte Schmerzgrenze eine Biege. Am Mittwoch war es den zuständigen Herrschaften wohl zu viel des Guten und sie gaben in breiter Masse Schweizer Franken in den Markt und zerschossen auch den als Widerstand zu interpretierenden Bereich um 1,5260, der zum Zeitpunkt der Analyse von oben gesehen wohl als Unterstützung fungiert, nun aber bereits getestet wurde und nicht hält.EUR/CHF kommt zu diesem Zeitpunkt erneut „unter die Räder“ und ist stark überverkauft um 1,5235.
Nun ist die Charttechnik in solch einem Umfeld ehrlich gesagt weniger von Wert, da man jederzeit als Trader durch die SNB aus halbwegs charttechnisch sicher geglaubten Zuständen „zerschossen“ und „geprügelt“ werden kann.
Ein Zustand, den die SNB sicher auch beabsichtigt, um einen erneuten Angriff der Bullen auf den Schweizer Franken erfolgreich abzuwehren.
Natürlich negiert die SNB jegliche Form von Einmischung und Intervention – in anderen Währungspaaren (USD/CHF z.B.) kam es zu keinen „Eingriffen“. Beim Euro hingegen macht so etwas Sinn – die Länder im Euroraum sind die wichtigsten Handelspartner der Schweizer.
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EUR/CHF im längerfristigen Chartbild
Wie könnte es nun weitergehen?
Auf Basis der Charttechnischen Analyse generiert EUR/CHF im Tageschart folgende Werte: Unterstützungen S1/S2/S3 1,5259/1,5213/1,5169 und Widerstände R1/R2/R3 1,5349/1,5393/1,5439. Während der Analyse des Währungspaares drehte EUR/CHF bereits mehrfach um die eben angesprochene Marke von 1,5260.
EUR/CHF hat einen Tages-RSI von derzeit 52,323 und notiert im neutralen Bereich!
Unser Chart zeigt den langfristigen Chart auf Tagesbasis mit dem Allzeittief bei EUR/CHF 1,4326 und dem Zwischentief von EUR/CHF 1,4587 und dem Allzeithoch bei EUR/CHF 1,6820.
EUR/CHF generiert demnach folgende Fibonacci-Marken im Langfristmodell vom Allzeithoch:
0% – 1,4326 / 23,6% – 1,4916 / 38,2% – 1,5281 (derzeit stark umkämpft!) / 50% – 1,5577 / 61,8% – 1,5872 /100% – 1,6820
Es bleibt zu hoffen, dass die SNB ihre Ziele erreicht und nicht zu einem ähnlichen Opfer weltweiter Spekulation wird, wie es die BoE durch George Soros und Kollegen wurde. Damals hatte die heftigste Devisenspekulation aller Zeiten das Britische Pfund zum trudeln gebracht und den Ausstieg aus dem EWS besiegelt.
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