EUR/USD: Überraschende Wende

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Wieder einmal konnte man beobachten, wie schnell die Stimmung am Devisenmarkt umschlagen kann. In der letzten Woche schien es noch als könne der Euro seinen bisherigen Aufwärtstrend weiter fortsetzen und in Richtung 1,55US-$ marschieren und in dieser Woche wurde die seit Februar verlaufende Aufwärtstrendlinie gebrochen. Damit stehen die Trader vor dem Jahresende vor einer komplett neuen Situation.

Aber der Reihe nach: Die Arbeitsmarktdaten aus Amerika brachten am vergangenen Freitag den Stein ins Rollen. Die Arbeitslosenzahl wuchs „nur“ um 11.000 und die Arbeitslosenquote verringerte sich sogar von 10,2% auf 10,0%. Volkswirte halten es nun für möglich, dass die Fed nicht nur eher als erwartet, sondern sogar eher als die EZB eine deutliche Wende in der Geldpolitik einleiten könnte. Dementsprechend große Beachtung fand unter den Marktteilnehmern am Montagabend die Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Wirtschaftsclub in Washington. Bernanke wiederholte die Aussagen, die er auch schon in der jüngsten Vergangenheit gemacht hatte. Er warnte vor einer weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und einer schwachen Kreditvergabe des Bankensektors. Damit machte er auch klar, dass eine Zinsanhebung für die Fed erst in Frage kommt, wenn man sicher gehen kann, dass der Aufschwung selbst tragend sei.

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Neben der Diskussion um die amerikanische Notenbankpolitik, lagen vor allem die Nachrichten aus Griechenland belastend auf dem Euro. Die Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Fitch versetzte die Märkte in Alarmbereitschaft. Der Risikoaufschlag griechischer Anleihen gegenüber deutschen Anleihen stieg um weitere 21 Basispunkte auf jetzt 230 Basispunkte. Seit die Dubai World um Zahlungsaufschub bat, wird das Thema Staatsbankrott wieder sehr intensiv an den Märkten diskutiert. Zuletzt waren im Herbst 2008 einige Länder Osteuropas wie Lettland oder Ungarn ins Fadenkreuz der Spekulanten geraten. EZB-Chef Trichet äußerte sich besorgt über die Situation in Griechenland, zeigte sich aber auch überzeugt, dass Griechenland die Krise überwinden wird.

Wie könnte es für den Euro weitergehen?

Der Euro hat mit viel Dynamik die kurzfristige Aufwärtstrendlinie im 4h-Chart durchbrochen. Damit ist der Aufwärtstrend nicht mehr intakt.

Zum Zeitpunkt der Analyse kostet der Euro 1,4714US-$Klicken Sie hier, um eine grafische Darstellung zu erhalten:

Zum Zeitpunkt der Analyse kostet der Euro 1,4714US-$

Auf seinem Weg nach unten findet der Euro Unterstützung im Bereich von 1,4685US-$ und darunter im Bereich 1,4635US-$. Widerstände verlaufen aktuell bei 1,4750US-$, 1,4830US-$ und im Bereich um 1,4900US-$.

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Der RSI notiert mit einem Wert von 37,19 im neutralen Bereich.

Der MACD hat nachdem dem starken Kursrückgang ein schon wieder ein Long-Signal generiert. Dies könnte kurzfristig auf eine Erholung hindeuten.

Nachdem Kursrutsch scheint eine technische Gegenreaktion wahrscheinlich. Auf Basis des 4h-Charts generiert EUR/USD demnach folgende Fibonacci-Marken vom Tief vom 08.12: 0% – 1,4665 / 23,6% – 1,4775 / 38,2% – 1,4840 / 50% – 1,4905 / 61,8% – 1,4960 /100% – 1,5140.

Trader sollten auf eine technische Gegenreaktion warten und die Widerstände und Fibo-Marken im Auge behalten. Können diese nicht überwunden werden, sollten Shortpositionen in Betracht gezogen werden, mit einem Stopp knapp über den relevanten Kursbereichen.

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