Interview mit dem CFD-Broker flatex-markets zum Markteinstieg der comdirect
Lange war der CFD-Handel ein Feld für viele spezialisierte Broker, die sich auf das Leistungsangebot CFDs (Contract For Differences), Forex und Futures konzentriert hatten. Nach dem Eintritt des Sparkassen Brokers in dieses Marktsegment im Februar 2011 hat nun ein weiterer großer Online Broker den CFD-Handel für sich entdeckt: die comdirect bank. Dies bedeutet zwar einen erhöhten Wettbewerb für die CFD-Branche, aber eben auch erhöhte Aufmerksamkeit für dieses Trading Segment.
broker-test.de sprach daher mit Rene Diehl, Vorstand der flatex AG.
Herr Diehl, mit der comdirect betritt nun einer der erfolgreichsten deutschen Broker die CFD-Bühne. Das wird den Wettbewerbsdruck unter den CFD-Brokern sicherlich nochmals erhöhen. Aber der Anleger wird nun auch verstärkt über den CFD-Handel informiert. CFD-Trading rückt so auch in den Fokus von Tradern, die der Markt bisher nicht erreichen konnte. Wie beurteilen Sie daher das Engagement der comdirect im CFD-Trading?
Wir begrüßen das CFD-Angebot der comdirect sehr. In den letzten Jahren galten CFDs in Deutschland doch mehr als sehr junge Asset-Klasse, die noch in den Kinderschuhen steckte. Ähnlich den Zertifikaten vor 12-15 Jahren, als diese im Mutterland der CFDs – also England – schon einen erheblichen Marktanteil einnahmen. Mit dem Engagement der Comdirect hat nun ein weiterer großer deutscher Online-Broker CFDs in sein Produktportfolio aufgenommen. Dies zeigt, dass CFDs im Marktsegment der Derivate nicht mehr wegzudenken sind.
Welche Unterschiede sehen Sie im CFD-Angebot der comdirect zu flatex?
Die comdirect unterscheidet sich im klassischen Brokerage zur flatex durch mehr Beratung, aber auch durch etwas höhere Gebühren. Genauso verhält es sich bei den CFDs. Das Angebot der flatex ist auf den gut informierten selbständigen Trader zugeschnitten. Wer viele Trades macht, wird am Angebot der flatex nicht vorbeikommen.
Als MarketMaker tritt bei der flatex (ebenso wie beim Sparkassen Broker) die CeFDex AG auf (dessen Vorstand Sie ebenfalls sind), bei der comdirect ist es die Commerzbank. Welcher MarketMaker hat welche Stärken?
Beide Banken sowohl die CeFDex-Bank als auch die Commerzbank sind deutsche Banken und verstehen ihr Geschäft. Beide Banken unterliegen durch die Regulierung durch die BaFin deutschen Bankenstandards. Ich denke, die permanente Verfügbarkeit der Plattform und das faire Quotieren der CFDs auch in turbulenten Marktphasen sind das oberste Gebot. Die Wettbewerbssituation wird die Qualität noch weiter verbessern und es den ausländischen Anbietern zunehmend erschweren dagegenzuhalten.
flatex hat gerade erst den 100.000en Kunden begrüßen können. Sicherlich ein Meilenstein für das noch relativ junge Unternehmen. Wie viele Ihrer Kunden traden bereits CFDs?
Man kann sagen, dass zwischen 15 und 20% der flatex-Kunden aktuell auch CFDs handeln, Tendenz stark steigend.
Welche CFDs werden am häufigsten bei Ihnen getradet?
Am häufigsten werden bei uns CFDs auf den "Deutschland Top 30" getradet.
Momentan ist die Situation an den weltweiten Aktien- und Devisenmärkten sehr angespannt. Viele vergleichen die Situation mit 2008 und dem Lehmann-Kollaps. Wie sehen Sie das? Und wie hat sich Ihr flatex Sentiment Index, der ja die Stimmungslage bei den Anlegern widerspiegelt, dieses Jahr entwickelt?
Eines kann man schon sagen: Der Sentimentindex zeigt an, ob unsere Kunden mehr auf steigende Kurse oder auf fallende Kurse setzen. Die deutschen Anleger sind übers Jahr gesehen deutlich mehr auf steigende Kurse als auf fallende Kurse eingestellt. flatex-markets wird noch dieses Jahr den Sentiment Index auf der Homepage veröffentlichen.
Ein Ausblick aufs nächste Jahr: Wieviele Kunden wird flatex in 12 Monaten haben?
Im Bereich CFD rechnen wir mit einer Steigerung von rund 30% gegenüber 2010.
Bei der diesjährigen Brokerwahl konnte flatex das erste Mal als bester CFD-Broker aufs Podium. Wie wollen Sie Ihren Titel als CFD-Broker des Jahres gegen die starke angelsächsische Konkurrenz wie IG Markets, CMC Markets oder RBS (um nur einige zu nennen) oder eben deutsche Online Broker wie die comdirect oder den Sparkassen Broker verteidigen?
Seit der Lehman-Pleite wissen die Kunden, dass auch eine Bank insolvent werden kann. Das hat ein verstärktes Sicherheitsbewusstsein nach sich gezogen. Die Kunden setzen verstärkt auf eine deutsche Bank als Partner, die der deutschen Einlagensicherung unterliegt und von der BaFin geprüft wird. Das unterscheidet uns ganz im Sinne der Kunden deutlich von allen anderen angelsächsischen Wettbewerbern. Ebenfalls sind Leistungskriterien wie eine sehr stabile Plattform, sehr enge Spreads und unschlagbar günstige Konditionen weitere Argumente für flatex-markets.
Gegen die deutschen Mitbewerber setzen wir auf kontinuierliche Weiterentwicklung der Handelsplattform und auf permanente Erweiterung der Produkte. Wir haben erst kürzlich unser Forex-Angebot massiv erweitert und neue innovative CFDs auf CO2 Zertifikate gebracht. Und wir setzen auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter. Von allen CFD-Spezialisten in Deutschland arbeiten wahrscheinlich mehr als die Hälfte bei der CeFDex/flatex. Die Innovationskraft in den beiden Unternehmen ist eine sehr gute Voraussetzung für die Titelverteidigung.
Herr Diehl, vielen Dank für das Interview.
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