Marktkommentar: Citigroup eröffnet US-Berichtssaison

XTBDie meisten Aktienmärkte hatten zu Beginn der neuen Handelswoche mit Rückgängen zu kämpfen, und das zurecht. An der Datenfront enttäuschten die Handelsdaten aus China und das Update zur Industrieproduktion bestätigte den schwachen Zustand des europäischen Fertigungssektors.

In Großbritannien wartet man mit Spannung auf das Ergebnis der heutigen Brexit-Abstimmung (weiterhin enormer Unsicherheitsfaktor) und in den USA sorgt der seit 24 Tagen anhaltende “Government Shutdown” aufgrund des Streits um den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko für eine zusätzliche Belastung.

An der Wall Street waren unterschiedliche Reaktionen zu beobachten:
Der marktbreite S&P 500 (-0,53%) und der Leitindex Dow Jones (-0,36%) konnten einen großen Teil ihrer anfänglichen Verluste ausgleichen, während der technologielastige NASAQ (-0,94%) nahe seines Tagestiefs schloss. Für ein besseres Stimmungsbild, insbesondere im Finanzsektor, dürfte die Citigroup (+4%) gesorgt haben, die bei der Einleitung der US-Berichtssaison die Gewinnerwartungen übertraf.

 


 

Am Dienstag waren an den asiatischen Aktienmärkten wiederum deutliche Anstiege zu beobachten. “Es ist interessant, dass konjunkturabhängige Titel heute die Gewinne anführen. Es scheint, dass einige konträre Investoren beginnen, zyklische Aktien zu kaufen und die jüngste Konjunkturabschwächung zu ignorieren”, sagte Nobuhiko Kuramochi, Chefstratege bei Mizuho Securities. Auch die Wall-Street-Futures profitierten von einer höheren Risikobereitschaft. Diese positive Wendung steht damit im starken Kontrast zu den oben genannten Problemfeldern und den weltweiten Sorgen um eine weitere Konjunkturabschwächung.

Das Verhalten des S&P 500 (2.593 Punkte) an seinem bisher unüberwindbaren Widerstand bei 2.600/2.650 Punkten könnte uns mehr Hinweise liefern.

 

 

Das Ergebnis der für heute Abend um 20:00 Uhr geplanten Abstimmung zum Brexit im britischen Parlament (“House of Commons”) könnte heftige Kursbewegungen an den Finanzmärkten auslösen. Trader dürften sich vor allem auf GBP-gebundene Paare und den UK100 konzentrieren. Theresa May konnte für den mit der EU ausgehandelten Deal bislang wenig Unterstützung finden, daher sollte eine Niederlage keine große Überraschung darstellen.

Ein ungeklärter “harter” Brexit bzw. ein Kontrollverlust über den EU-Austrittsprozess Großbritanniens könnte London und Brüssel jedoch vor eine schwierige Herausforderung stellen.

Das Ausmaß der Marktreaktionen lässt sich schwer einschätzen und hängt letztendlich davon ab, wieviel Unsicherheit die heutige Abstimmung mit sich bringt.

 


 

Beim EURUSD betrug die gestrige Handelsspanne gerade einmal 30 Pips, das Paar verblieb damit in einer Art Wartehaltung. Die 1,1450 bot aber weiterhin Unterstützung und in den ersten Handelsstunden war eine leichte Aufwärtstendenz (1,1475) zu beobachten, wobei die Gewinne scheinbar nicht nachhaltig sind.

Der DE30 eröffnete am Montag tiefer, konnte aber gegen Mittag im Intraday-Handel eine Umkehrung einleiten und das offene Gap schließen. Damit konnte die Unterstützungs bei 10.800 Punkten wie schon am vergangenen Donnerstag erfolgreich verteidigt werden.

Der Markt wird heute herausfinden wollen, ob die Bullen einen neuen Annäherungsversuch an die psychologisch wichtige 11.000 Punkte-Marke vornehmen können oder eine neue Verkaufswelle droht.

Am Dienstag setzen die Käufer mit einer höheren Eröffnung ein erstes Zeichen.

 

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