Marktkommentar: USDIDX steigt achten Handelstag in Folge

XTBAm Devisenmarkt sorgte am Montag direkt zur Markteröffnung in Tokyo die breite CHF-Abwertung für Unruhe. USDCHF stieg um 1% auf 1,0098, den höchsten Stand seit November. Bei anderen CHF-Paaren waren ähnliche Reaktionen zu beobachten, allerdings handelt es sich nur um kurzlebige Bewegungen, da bereits innerhalb einer Stunde die gesamten Verluste wieder ausgeglichen wurden. Verantwortlich für den Mini “Flash Crash” soll die geringe Liquidität aufgrund des Feiertages in Japan (Gedenktag der Reichsgründung) gewesen sein.

Solche Szenarien könnten an die Entwicklungen von 2015 erinnern, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) beim EURCHF ihren festgelegten Mindestkurs von 1,20 aufgab und daraufhin eine Abwertung von mehr als 20% verursachte.

Beim jüngsten Vorfall hielten sich die Bewegungen jedoch im Rahmen.

 


 

Des Weiteren bietet die Wiederbelebung des USD Gesprächsstoff.

Der USDIDX (Korb gegen sechs Währungen) geriet aufgrund einer plötzlichen geldpolitischen Wende der Fed, hin zu einer dovischen Haltung, Anfang des Jahres unter Druck. Dennoch ist bei der US-Währung eine 8-Tagesrallye zu beobachten. Dies ist der stärkste Anstieg seit sechs Monaten und die Verluste von 2019 konnten zudem wieder ausgeglichen werden. Der USD scheint ähnlich wie der JPY oder Gold als “sicherer Hafen” an Attraktivität zu gewinnen. “Da die USA den Gegenwind in Form von Handelsspannungen, globalen Wachstumsängsten, nachlassenden fiskalischen Impulsen im Inland und politischer Unsicherheit in Washington bekämpfen, ist der Dollar sicherlich anfällig für Abwärtsschocks”, sagte Research Analyst Lukman Otunuga.

Der aktuelle Status des USD kann also nur aufrechterhalten werden, solange die US-Wirtschaft Europa und Asien weiterhin outperformt und sich die eingehenden Daten nicht verschlechtern.

 


 

Die gestrigen Daten aus Großbritannien enttäuschten und schüren inmitten des ungeklärten Brexits die Sorgen um eine weitere Verlangsamung. Im letzten Quartal 2018 wuchs die britische Wirtschaft mit 0,2% etwas schwächer als erwartet, wobei das negative Wachstum von -0,4% vom Dezember hervorzuheben ist.

Je näher wir uns dem offiziellen Austrittstermin am 29. März nähern, desto mehr nimmt die Unsicherheit zu. Dies spiegelte sich auch in den Unternehmensinvestitionen wider, die zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008 ein viertes Quartal in Folge rückläufig waren.

Die Bank of England signalisierte vergangenen Woche Zurückhaltung und passte ihre Wachstums- und Inflationserwartungen nach unten an, während Experten vor einer möglichen Rezession warnen. Theresa May wird heute den Abgeordneten im britischen Parlament ein Update zu den Fortschritten bei den Verhandlungen mit der EU liefern.

Es wird erwartet, dass die Premierministerin versuchen wird, mehr Zeit für das Ausarbeiten eines Deal zu gewinnen.

 


 

Der DE30 konnte sich am Montag von seinen jüngsten Verlusten etwas erholen, sodass bereits zur europäischen Eröffnung ordentliche Anstiege zu erkennen waren. Allerdings kämpfte der deutsche Leitindex bis zum Abend mit der psychologisch wichtigen 11.000 Punkte-Marke. Viele Marktteilnehmer blieben daher skeptisch und schienen auf einen richtungsweisenden Impuls zu warten. In Washington konnte man sich beim Haushaltsplan auf einige Grundsätze einigen, was die Chancen auf eine Vermeidung einer erneuten Stilllegung der Regierung steigen lässt.

Des Weiteren sagte Kellyanne Conway, Beraterin des US-Präsidenten, gestern Fox News, dass ein Deal, um den Handelskonflikt zwischen den USA und China zu beseitigen, greifbar nahe ist und dass Donald Trump sich bald mit Xi Jinping treffen will.

Der DE30 profitierte daher ähnlich wie die Wall Street während der heutigen Asien-Sitzung von einer höheren Risikobereitschaft und notiert wieder oberhalb der 11.100 Punkte.

 


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