Marktlage: Saust der DAX-Bullen-Express jetzt durch bis 11.000?

XTB: USA: Zwei neue Rekorde und doch kein richtiges Vorankommen. Der gestrige Handelstag an den US-amerikanischen Börsen zeigte einmal mehr, in welchem Zwiespalt die Anleger derzeit leben. Einerseits ist ein Engagement an der Wall Street nicht billig, anderseits bietet das Niedrigzinsumfeld auch nur sehr begrenzte Alternativen hierzu. Und so bilanzieren die Händler am Sitzungsende ein leichtes Plus auf breiter Front, das die minimalen Einbußen des Vortages wettgemacht hat und sich in Eichhörnchen-Manier nach oben schraubt. So verzeichnete der Dow-Jones-Index mit seinen 30 Standardwerten schlussendlich ein Plus von 3,76 Punkten, was einem Kursaufschlag von +0,02% entspricht. Der Schlusskurs von 18.533,05 Zählern ist somit nur noch knapp 90 Punkte vom Alltime-High bei 18.622,01 entfernt.

 

Für den marktbreit aufgestellten S&P 500 ging es zum wiederholten Male hinauf auf eine neue Rekordmarke: 2.187,38. Doch wie am Vortag konnte der Spitzenkurs nicht gehalten werden. Der Schlusskurs von 2.181,74 Zählern bedeutet ein Aufgeld um +0,04%, entsprechend 0,85 Punkten. Mit einem um 0,23% höheren Kurs und einem Zählerstand von 4.795,75 ging der von Technologie-Werten dominierte Nasdaq-100-Index aus dem Handel. Der Nasdaq-Composite indes schleppte sich mit einem moderaten Plus von +0,24% zu seinem neuen Allzeithoch bei 5225,48 Zählern.

Trotz beziehungsweise auf Grund des boomenden Arbeitsmarktes in den Vereinigten Staaten sehen Analysten derzeit das Hauptrisiko für den Aktienmarkt vornehmlich in einer Wende der US-Notenbank hin zu einer strafferen, falkenhaften Geldpolitik. Eine Zinserhöhung im September oder zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr allerdings hält die Mehrzahl der Investoren für unwahrscheinlich. Bestätigt sehen sie sich in ihrer Annahme durch die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten, die von vielen Marktteilnehmern als Spiegel einer nunmehr nur moderat wachsenden US-Wirtschaft interpretiert werden. So ist die Produktivität wider Erwarten gefallen. Zugleich lagen die Lohnstückkosten um einiges höher als vorausgesagt, was auf eine unverändert hohe Nachfrage nach Arbeitskräften hindeutet. In dem lauen Sommerhandel mit sehr geringer Volatilität gingen insgesamt 749 Millionen Aktien (Montag 793 Millionen) Aktien über die Counter der Händler. Den 1.620 Kursgewinnern standen 1.396 Kursverlierer gegenüber, auf identem Vortagesschlusskurs endete für 118 Titel der gestrige Handel.

Asien: Vor dem morgigen Feiertag in Japan wandelte vor allem die Tokioter Börse auf den lethargischen Spuren der Wall Street. Bei zurückhaltenden Handel  zeigte der Nikkei-225- Index infolge des anziehenden Yens nur geringe Bewegung und schloss mit einem Abschlag von -0,05% bei 16.756,27 Zählern. Positive Impulse kamen von einigen Konjunkturdaten, die zur Veröffentlichung anstanden. So fielen beispielsweise die eingegangenen Maschinenbauaufträge besser aus als erwartet und deuteten somit eine Erholung bei den Investitionen hin. Zudem wirkte sich die Spekulation einiger Marktteilnehmer, dass die Bank of Japan aktuell Aktien-ETFs (Exchange-Traded Funds) aufkauft, unterstützend auf den Markt aus.

Auch weitere Handelsplätze in Fernost zeigten sich wenig dynamisch. In Schanghai ging es moderat um -0,08% nach unten. Der Shanghai-Composite beendete den Handel auf einem Niveau von 3.023,20 Zählern. In Hongkong wiederum konnte der Hang-Seng-Index Boden wieder gut machen und ging mit einem Aufschlag von +0,51% und einem Zählerstand von 22.579,10 Punkten aus der Sitzung.

DAX: In einer schon lange nicht mehr gesehenen Kauflaune zeigten sich gestern die europäischen Anleger. Dabei konnten alle Handelsplätze mehr als deutliche Kursteigerungen vermelden: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 beispielsweise schoss um ´+1,55% nach oben, schaffte dabei sogar den fünften Gewinntag in Folge und hat seinen Kursrutsch nach dem Brexit-Votum so gut wie wettgemacht. Mit Höchstgeschwindigkeit setzte im späten Handel der Bullen-Express am deutschen Aktienmarkt seine Kursfahrt fort – und erreichte schlussendlich ein sattes Plus von +2,5% bei 2.692,90 Zählern sowie zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch bei 10.701 Punkten.

Neben den guten Vorgaben aus Asien und der Rekordjagd an der Wall Street hatte das Ratsmitglied der britischen Notenbank Ian McCafferty maßgeblichen Anteil an der freien Fahrt durch alle charttechnischen Widerstände hindurch. Er hatte neben den in der vergangenen Wochen verkündeten Maßnahmen weitere Schritte zur Eindämmung negativer Folgen des Brexit-Votums in Aussicht gestellt. Infolgedessen verstärkten sich die Spekulationen, dass auch die US-Notenbank ihre Pläne für Zinserhöhungen in die entferntere Zukunft verschieben könnte. Mit dem gestrigen Durchmarsch ist der deutsche Leitindex zudem aus einer seit Monaten andauernden Seitwärtsbewegung ausgebrochen, was immer mehr Bullen aufs Parkett locken dürfte.

 

Größter Tagesgewinner im DAX mit einem Aufschlag von +5,7% war die Münchener Rückversicherung AG, die mit einem unerwartet guten Quartalsergebnis aufhorchen ließ. Auch für Lufthansa ging es wieder aufwärts. Der Titel legte dank guter Passagierzahlen und Eindeckungen von Leerverkaufspositionen um +4,5% zu. Weil der DAX erst im späten Handel zu seiner Höchstform auflief, rechnen Händler zum Sitzungsauftakt mit einem leichten, korrigierenden Kursrückgang beim deutschen Leitindex.

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