Mythos Bargeld im Urlaub

Bargeld gehört für viele ganz selbstverständlich ins Reisegepäck. Doch wie viel ist sinnvoll und wann wird es teuer oder unsicher? Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank zeigt, wie die Deutschen im Urlaub bezahlen – und worauf sie bei ihrer Reisekasse achten sollten.

Reisepass, Sonnencreme – und ein Bündel Scheine: Für die Mehrheit der Urlauber gehört Bargeld ganz selbstverständlich in den Koffer. Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank ergibt, dass mehr als jeder zweite Bundesbürger mit Urlaubsplänen (56 Prozent) auf der nächsten Reise bar bezahlen möchte. Damit ist Bargeld das mit Abstand beliebteste Zahlungsmittel – gefolgt von der Kreditkarte mit knapp 40 Prozent und der Debitkarte mit 34 Prozent.

„Ein überschaubarer Bargeldbetrag gehört in jede Reisekasse“, meint Michael Kaup von der Postbank. „Er sollte jedoch nur für die ersten Ausgaben vor Ort reichen – etwa für Taxi, Trinkgelder oder einen Snack. Mehr als 150 Euro sollte man nicht einstecken.“

 

Sicher unterwegs mit Bargeld

Die Umfrage zeigt jedoch, dass viele Urlauber deutlich großzügiger sind: Rund 42 Prozent der Reisewilligen nehmen so viel Bargeld mit, dass es für die meisten oder sogar sämtliche Ausgaben reicht.

„Viele Urlauber empfinden Bargeld als besonders sicher – tatsächlich birgt es jedoch ein höheres Risiko: Geht Bargeld verloren oder wird es gestohlen, ist es in der Regel unwiederbringlich verloren. Bankkarten lassen sich hingegen mit wenigen Klicks in der Banking-App oder per Anruf umgehend sperren. Die Haftung ist begrenzt – vorausgesetzt, der Kunde oder die Kundin hat nicht fahrlässig gehandelt“, erklärt Postbank Experte Michael Kaup.

Auch aus Kostensicht ist Bargeld nicht die beste Wahl: Bei Reisen außerhalb der Eurozone fallen beim Geldwechsel Gebühren an. Je nach Bank und Kartenmodell kann es günstiger sein, direkt im Reiseland mit der Karte zu zahlen oder dort am Automaten Geld in Landeswährung abzuheben. Verbraucher sollten vorab prüfen, welche Entgelte ihre Bank berechnet.

 

Der Mix macht’s

Laut Postbank Umfrage setzen die meisten Urlauber auf eine Kombination aus Bargeld und Karte – häufig bleibt es jedoch nur bei einer Bankkarte im Gepäck. Das kann im Ernstfall nicht reichen, meint Michael Kaup: „Zusätzlich zu einem kleinen Bargeldvorrat sollte man mindestens zwei unterschiedliche Bankkarten mitnehmen und diese getrennt voneinander aufbewahren. Es kann auch sinnvoll sein, zusätzlich eine SparCard einzustecken, um die Bargeldversorgung abzusichern.“

Noch mehr Sicherheit bietet das mobile Bezahlen: „Wer kontaktlos mit Smartphone oder Smartwatch zahlt, kann die Bankkarten sicher im Hotelsafe verwahren und trägt weniger Wertsachen bei sich“, ergänzt Michael Kaup. Aktuell beabsichtigt jeder fünfte Verbraucher mit Urlaubsplänen (20 Prozent), auf seiner nächsten Reise mobil zu bezahlen.

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