Öl: Hat die OPEC versagt?

XTB: Und täglich grüßt das Murmeltier:

Wenn man so eine Marktanalyse schreibt, freut man sich bei seinen Recherchen stets etwas Neues zu entdecken. Vielleicht der ein oder andere Knaller, der einem ein Ideenfeuerwerk an Tradingmöglichkeiten bietet. Immerhin steht im Einzelnen die Berichtssaison auf dem Plan. Und die kann jeden Tag für ein paar interessante Kursausschläge sorgen.

 

Das Gesamtumfeld in dem die Börse aber ihre Tendenzen derzeit festlegt ist festgefahren. Denn auch gestern und heute sind die Börsen getrieben durch den Ölpreis, der scheinbar alles diktiert. Der Irak hat derzeit eine Rekordförderquote zu verbuchen die wohl den Markt entsprechend flutet. Auch heute hat das den DAX wieder in Mitleidenschaft gezogen. Dabei wird die Berichtssaison derzeit einfach untergeordnet. Als ob die Zahlen einfach von jetzt auf gleich, keine große Bedeutung mehr haben.

 

Blick hinter die Kulissen der OPEC:
Für mich ist das ein Grund, mal noch genauer auf das Öl zu schauen und die Politik dahinter zu verstehen:

Die OPEC ist verantwortlich für ca. 40% der weltweiten Ölforderung. Sie ist ein Zusammenschluss aus mehreren Ländern. Diese Länder bestimmen über die Förderquoten im Öl und können somit den Preis im Kartellverbund, entsprechend steuern. Normalerweise wird die Förderquote des Öls reduziert, sobald die Nachfrage sinkt.

 

Damit kann man also einem Preisverfall entgegensteuern. Im Laufe der vergangenen Jahre, hat die im Jahr 1960 in Bagdad gegründete OPEC, aber Konkurrenz bekommen die nicht ganz so leicht in Schach zu halten ist. Die Macht begann spätestens mit den Fracking in den USA zu bröckeln. Das Fracking ist eine neue Fördermethode, um an Öl zu gelangen, welches bisher als nicht förderbar galt. Auch wenn das Fracking stark umstritten ist, gab es vor allen Dingen aus den USA plötzlich Firmen, die anfingen das eigene Land und damit den Hauptabnehmer für Öl, mit günstigerem Öl zu versorgen also die OPEC in der Lage war zu liefern.

 

Zusätzlich kommen immer mehr Alternativen zum Öl zum Einsatz

Das erhöhte zusätzlich den Druck auf die OPEC. Man stelle sich vor, selbst Porsche möchte das erste Elektro Auto an den Markt bringen und investiert über 1 Mrd. Euro in das Projekt. Und dann fällt auch noch einer der Hoffnungsträger schlechthin aus. China! Vor drei Jahren noch, rechnete jeder Exporteur mit einem anhaltenden Wachstum von ca. 10-12% und jetzt, sind es für dieses Jahr nur noch 6,7% die erwartet werden. Dabei hat die OPEC auf eine nachhaltig hohe Nachfrage aus China gesetzt. Und auch die Handelssanktionen gegenüber dem Iran sind aufgehoben worden und man weiß jetzt schon, dass noch mehr Öl den Markt fluten wird.

 

Die OPEC hat natürlich auch taktiert und kämpft mit ihren gegebenen Mitteln. Der Preis für die gewinnbringende Förderung beim Fracking liegt bei ca. 85 USD pro Barrel. Da sind wir weit davon entfernt und damit wird auch das Geschäft für die Art der Förderung auf Dauer zunichte gemacht. Wie es um die Fracking Firmen aber im Einzelnen bestellt ist derzeit, lässt sich nur schwer herausbekommen. Aber lange können Sie dem Preis mit Sicherheit nicht mehr standhalten.

 

Aber warum versucht die OPEC dann nicht wenigstens eine Annäherung an die besagte Barriere und riskiert stattdessen sogar einen Preis pro Barrel von unter 20 USD?

Ich mutmaße an der Stelle mal folgendes; Ich glaube der Hauptgrund, und ich hoffe das ist nicht nur Wunschdenken, liegt an dem Trend zu erneuerbaren und nachhaltigen Energien. In den letzten Jahren wird von vielen Branchen Milliarden an Summen investiert, um eben nicht mehr vom Öl so abhängig sein zu müssen.

 

Die Investitionen in solche neuen Technologien und nachhaltigen Energien wird natürlich umso mehr beschleunigt, umso teurer das Öl ist. Bei dem Preis aber, versucht man nicht nur das Fracking kaputt zu machen, sondern auch die Idee in den Köpfen zu zerstören, dass unsere Welt auch mit sauberen Energien funktionieren könnte. Ich hoffe für uns, dass die OPEC zu spät damit ist.

 

Autor:  Christian Kremer

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