RWE kann Verschuldung um 1,2 Mrd. Euro reduzieren

  • Operatives Ergebnis wächst um 7 %, bereinigtes Nettoergebnisum 35 % gegenüber dem Vorjahreshalbjahr
  • Prognose bestätigt am oberen Ende der Bandbreite
  • Nettoverschuldung des RWE Konzerns um 1,2 Mrd. € reduziert


RWE ist zufrieden mit dem Verlauf der ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs 2017. Von Januar bis Juni hat der Konzern ein bereinigtes EBITDA (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 3,2 Mrd. € erzielt; im Vorjahreszeitraum waren es 3,0 Mrd. €. Alle Segmente lieferten positive Ergebnisbeiträge.

 

Rückerstattung positiv für RWE
Das Nettoergebnis erreichte 2,7 Mrd. € nach 457 Mio. € im Vorjahr. Ursächlich hierfür waren neben der guten operativen Geschäftsentwicklung ein deutlich verbessertes Finanzergebnis sowie die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer. Das Bundesverfassungsgericht hatte diese in seiner Anfang Juni veröffentlichten Entscheidung rückwirkend für mit dem Grundgesetz unvereinbar und nichtig erklärt.


Das bereinigte Nettoergebnis, bei dem die Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer nicht berücksichtigt wurde, betrug 809 Mio. €. Das bedeutet eine Steigerung um 35 %. Für das Gesamtjahr 2017 geht RWE unverändert davon aus, ein bereinigtes EBITDA von 5,4 bis 5,7 Mrd. € und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,0 bis 1,3 Mrd. € zu erzielen. Nach der aktuellen Planung erwartet das Unternehmen nun, das obere Ende der genannten Bandbreiten zu erreichen.

"Wir haben das erste Halbjahr konsequent dazu genutzt, unser Unternehmen auf Basis unserer Strategie voranzubringen", erklärte Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender der RWE AG. "Dazu gehören auch Zukunftsprojekte, um uns im Kerngeschäft Versorgungssicherheit erfolgreich zu positionieren."

 

So hat RWE am Kraftwerksstandort im britischen Tilbury erste Planungsschritte eingeleitet, um Optionen zum Bau von Gaskraftwerken und eines Batteriespeichers zu schaffen. In den Niederlanden rüstet das Unternehmen Kraftwerke für den Einsatz von Biomasse um. Dieses staatlich geförderte Geschäft bietet langfristig Sicherheit für Investitionen und Erträge. Eine weitere innovative Lösung ist die Vermarktung dezentraler Kapazitäten aus Notstromaggregaten durch den Energiehandel.

 

Optimierungen
Parallel schafft die Optimierung des Kraftwerksparks ein Höchstmaß an Effizienz für die Stromerzeugung und für die Flexibilität der Anlagen. Vor allem diese Flexibilität wird benötigt, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten und zu vermarkten. Denn im Zusammenspiel von Handel und Kraftwerken können so die nachgefragten Stromerzeugungskapazitäten genau dann zur Verfügung gestellt werden, wenn am Markt oder für Netzdienstleistungen die höchsten Einnahmen erzielt werden können.

Segment Braunkohle & Kernenergie: erwarteter Ergebnisrückgang
Das bereinigte EBITDA im Segment Braunkohle & Kernenergie ging im ersten Halbjahr 2017 auf 401 Mio. € zurück. Hauptgrund dafür waren die gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Großhandelspreise für Strom. Für das Gesamtjahr 2017 geht RWE unverändert von einem Segmentergebnis deutlich unter dem Vorjahr aus.

Segment Europäische Stromerzeugung: operativ besser als geplant
Das bereinigte EBITDA betrug 222 Mio. €. Im Vorjahr lag es bei 316 Mio. €. Der Rückgang von knapp 100 Mio. € ist ausschließlich durch den Wegfall nicht-operativer Sondereffekte bedingt. Diese machen Im Jahresvergleich rund 132 Mio. € aus. Operativ konnte das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr also gesteigert werden. Das Geschäft in der Europäischen Stromerzeugung läuft besser als geplant.

 

Margen und Einsatzzeiten der Gaskraftwerke liegen über den Erwartungen. Steinkohlekraftwerke stehen unverändert unter Druck. Hier hält RWE aber mit effizienzverbessernden Maßnahmen dagegen. Einen starken Beitrag zum Segmentergebnis lieferte die kommerzielle Optimierung des Kraftwerkseinsatzes.

 

RWE geht nun von einem deutlichen verbesserten Segmentergebnis für 2017 aus, zumal im zweiten Halbjahr Einmalerträge aus dem Verkauf eines Kraftwerkstandorts in Großbritannien anfallen. Die ursprüngliche Prognose sah einen Rückgang vor.

Segment Energiehandel: wieder erfolgreich
Das bereinigte EBITDA im Segment Energiehandel lag bei 131 Mio. €. 2016 war das Halbjahresergebnis negativ. Die Geschäftsentwicklung ist damit wieder im Rahmen der Erwartung ausgefallen. Im mittelfristigen Durchschnitt wird vom Energiehandel ein nachhaltiges Ergebnispotenzial in einer Größenordnung von jährlich rund 200 Mio. € erwartet.

innogy: moderate Steigerung
Die Finanzbeteiligung innogy konnte ihr bereinigtes EBITDA um 2 % verbessern. Für das Gesamtjahr erwartet innogy, voraussichtlich moderat über Vorjahr abzuschließen. Details zur Ertragslage wurden anlässlich der Halbjahresberichterstattung am 11. August veröffentlicht.

Rückgang der Nettoschulden erwartet
Zum 30. Juni 2017 betrugen die Nettoschulden des RWE Konzerns 21,5 Mrd. € und damit 1,2 Mrd. € weniger als zum Jahresende 2016. Vorrangig lag das an der Rückerstattung der Kernbrennstoffsteuer und niedrigeren Pensionsverpflichtungen. Daher erwartet RWE nun, dass die Nettoschulden Ende 2017 unter dem Vorjahreswert von 22,7 Mrd. € bleiben werden.

Kennzahlen „RWE stand alone“ belegen erfolgreichen Kurs
Ergänzend zur vollkonsolidierten Finanzberichterstattung liefert RWE seit 2017 zusätzliche Kennzahlen zu „RWE stand alone“. Dies umfasst die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel zuzüglich der innogy-Dividende. Damit wird nachvollziehbar, wie die verwendbaren freien Mittel erwirtschaftet werden, die die Basis für die Dividende bilden.

 

Das bereinigte EBITDA von „RWE stand alone“ erreichte 1,4 Mrd. €, das bereinigte Nettoergebnis 883 Mio. €. Hierin ist die Dividendenzahlung von innogy für 2016 bereits enthalten. Die unmittelbar RWE zurechenbaren Nettoschulden zum 30. Juni 2017 lagen bei 4,3 Mrd. €. Das bedeutet gegenüber dem Jahresende 2016 einen Rückgang von 2,6 Mrd. €.

 

 

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