Talanx AG: 35-45% des Ergebnisses als Dividende?

  • Gebuchte Bruttoprämien steigen auf 9,8 (9,0) Mrd. EUR
  • Kombinierte Schaden-/Kostenquote stabil bei 96,3 Prozent
  • Kapitalanlagerendite bei 3,5 (3,7) Prozent
  • EBIT erhöht sich auf 576 (573) Mio. EUR
  • Konzernergebnis steigt um 7,2 Prozent auf 238 (222) Mio. EUR
  • Ausblick auf Konzernergebnis von rund 800 Mio. EUR für Gesamtjahr bestätigt


Talanx AG: Die Talanx-Gruppe ist erfolgreich in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Das Konzernergebnis stieg um 7,2 Prozent auf 238 (222) Mio. EUR. Die gebuchten Bruttoprämien wuchsen um 8,4 Prozent auf 9,8 (9,0) Mrd. EUR (währungskursbereinigt: +7,4 Prozent). Wachstumstreiber waren der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International mit einem Beitragsplus von 29,2 Prozent, das Segment Schaden-Rückversicherung mit 12,5 Prozent und der Geschäftsbereich Industrieversicherung mit 4,3 Prozent. Die Schadenbelastung fiel auf alle Geschäftsbereiche bezogen moderat aus. Insgesamt beträgt der Anteil des Erstversicherungsgeschäfts am operativen Ergebnis (EBIT) der Talanx-Gruppe nach Minderheiten im ersten Quartal rund 48 (46) Prozent.

"Wir sind gut in das Jahr 2017 gestartet. Alle Geschäftsbereiche sind operativ erfolgreich. Das hohe Wachstum im Ausland zeigt die erfolgreiche Umsetzung unserer Diversifizierung außerhalb unseres Heimatmarktes. Aber auch unser Deutschland-Geschäft ist weiter auf einem guten Weg. Mit dem Ergebnis des ersten Quartals haben wir eine solide Ausgangsposition geschaffen, um unser Konzerngewinn-Ziel von rund 800 Mio. EUR zu erreichen", sagte Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG.

Die Großschadenbelastung der Talanx-Gruppe ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 123 Mio. Euro auf 153 Mio. EUR gestiegen, doch blieb die Belastung deutlich unter dem anteiligen Großschadenbudget von 243 Mio. EUR. Größter Schaden mit einer konzernweiten Belastung von 50 Mio. EUR war der Zyklon "Debbie" in Australien. Aufgrund einer leicht niedrigeren Kostenquote, blieb die kombinierte Schaden-/Kostenquote allerdings unverändert gegenüber dem Vorjahr bei 96,3 (96,3) Prozent.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich leicht um 1,6 Prozent auf -415 (-422) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis lag bei 1.011 (1.022) Mio. EUR. Talanx erzielte eine konzernweite Kapitalanlagerendite von 3,5 (3,7) Prozent. Das EBIT blieb nahezu unverändert bei 576 (573) Mio. EUR und das Konzernergebnis betrug im ersten Quartal 238 (222) Mio. EUR. An dem Anstieg von 7,2 Prozent oder 16 Mio. EUR hatte die Industrieversicherung mit 11 Mio. EUR den größten Anteil. Neben ihrem guten Geschäftsergebnis weist die Gruppe auch eine gute Kapitalisierung auf. Ihre Solvency-II-Quote zum 31. Dezember 2016 liegt ohne Übergangsmaßnahmen bei robusten 186 (2015: 171) Prozent und somit in der oberen Hälfte des Zielkorridors von 150 bis 200 Prozent.

Industrieversicherung: Starkes Prämienwachstum im Ausland
Der Geschäftsbereich Industrieversicherung verzeichnete strategiekonform insbesondere im Ausland ein starkes Prämienwachstum, vornehmlich in Frankreich und den USA. Im Inland greifen die Maßnahmen zur Portfoliooptimierung; dessen ungeachtet konnten auch im Heimatmarkt erfreuliche Neuabschlüsse getätigt werden. Insgesamt beliefen sich die Beitragseinnahmen auf 2,0 (1,9) Mrd. EUR und stiegen somit um rund 4,3 Prozent. Der Selbstbehalt nahm strategiekonform weiter zu auf 56,4 (55,5) Prozent.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Geschäftsbereichs verbesserte sich auf 96,5 (97,6) Prozent, woran die Sparte Transport mit einer stark verbesserten kombinierten Schaden-/Kostenquote von 86,7 (105,4) Prozent einen wesentlichen Anteil hatte. Auch hier zahlt sich die Portfoliooptimierung aus. Mit der Maßnahme wurde auch in dieser Sparte eine Verbesserung des Verhältnisses Prämie zu übernommenen Risiken erzielt. Beim versicherungstechnischen Gewinn verbesserte sich der Geschäftsbereich von 13 auf 19 Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis stieg um 38,0 Prozent auf 69 (50) Mio. EUR. Beim EBIT betrug der Anstieg 8,1 Prozent auf 80 (74) Mio. EUR. Der Beitrag zum Konzernergebnis konnte deutlich auf 59 (48) Mio. EUR gesteigert werden.

Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Kombinierte Schaden-/Kostenquote stark verbessert
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland entwickelt sich nach anhaltend konsequenter Durchführung des Modernisierungsprogramms KuRS weiter positiv. Im Segment Schaden/Unfall stiegen die Prämieneinnahmen und die kombinierte Schaden-/Kostenquote entwickelte sich erfreulich. Im Segment Leben waren die Prämieneinnahmen nahezu stabil. Insgesamt belief sich der Beitrag des Geschäftsbereichs zum Konzernergebnis im ersten Quartal 2017 auf 19 (29) Mio. EUR.

Segment Schaden/Unfall: Erfreuliches Prämienwachstum
Im Segment Schaden/Unfall stiegen die gebuchten Bruttoprämien im Vorjahresvergleich nach einer längeren Phase von Rückgängen nunmehr um 1,3 Prozent auf 759 (749) Mio. EUR. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich in diesem Quartal deutlich auf -6 (-13) Mio. EUR, was sich wiederum positiv in der kombinierten Schaden-/Kostenquote niederschlug. Die verbesserte sich um 2,1 Prozentpunkte auf 101,7 (103,8) Prozent. Bereinigt um investive Kosten in das Modernisierungsprogramm KuRS läge die kombinierte Schaden-/Kostenquote bei 99,2 (101,6) Prozent und damit im dritten Quartal in Folge wieder unter 100 Prozent. Das Kapitalanlageergebnis stieg aufgrund höherer Abgangsgewinne auf 25 (22) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs auf 13 (6) Mio. EUR.

Segment Leben: Stabile Beiträge trotz Umstellung auf kapitaleffiziente Produkte
Die gebuchten Bruttoprämien im Segment Leben lagen bei 1,1 (1,2) Mrd. EUR. Einem erwartungsgemäßen Rückgang der laufenden Beiträge aufgrund erhöhter Abläufe von 42 Mio. EUR im Jahr 2016, stand ein Anstieg der Einmalbeiträge um 33 Mio. EUR gegenüber, im Wesentlichen resultierend aus dem Bereich Biometrie. Das Neugeschäft bei den Lebensversicherungsprodukten – gemessen am APE (Annual Premium Equivalent) – blieb bei 94 (97) Mio. EUR nahezu stabil, trotz der im vergangenen Jahr weitgehend abgeschlossenen Umstellung hin zu kapitaleffizienten und biometrischen Produkten.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -416 (-465) Mio. EUR. Es wird hauptsächlich durch die Beteiligung der Versicherungsnehmer am Kapitalanlageergebnis bestimmt. Dieses verringerte sich um 15,2 Prozent auf 435 (513) Mio. EUR. Der Rückgang resultierte insbesondere aus geringerer Realisierung von stillen Reserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve. Beim EBIT war insbesondere aufgrund eines geringeren Kapitalanlageergebnisses ein Rückgang auf 21 (41) Mio. EUR zu verzeichnen.

Privat und Firmenversicherung International: Starkes Prämienwachstum in Europa und Lateinamerika
Der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International der Talanx-Gruppe ist erfreulich stark gewachsen. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen im ersten Quartal um 29,2 Prozent auf 1,5 (1,1) Mrd. EUR. Währungskursbereinigt gäbe es ein ebenfalls starkes Wachstum von 25,8 Prozent. Generell zeichneten die Regionen Europa (+30,2 Prozent) und Lateinamerika (+27,4 Prozent) gleichermaßen für das Prämienwachstum verantwortlich.

Die kombinierte Schaden-/Kostenquote blieb nahezu stabil bei 96,6 (96,2) Prozent. Insbesondere in Mittel- und Osteuropa ging das kräftige Wachstum nicht zu Lasten der kombinierten Schaden-/Kostenquote. Die Schadenquote ist weiter beeinflusst durch höhere Kosten für Ersatzteile im Zuge der Abwertung der lokalen Währungen und der damit gestiegenen Schadeninflation. Daneben sorgten Waldbrände in Chile für einen Anstieg der Schadenquote. Kompensiert wird dies durch einen Rückgang der Kostenquote unter anderem durch Kostenoptimierung bei der polnischen Gesellschaft Warta sowie in Brasilien. Das versicherungstechnische Ergebnis blieb nahezu stabil bei 7 (8) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis stieg um 8,8 Prozent auf 87 (80) Mio. EUR. Beim EBIT betrug der Anstieg im Vergleich zur Vorjahresperiode 3,3 Prozent auf 63 (61) Mio. EUR. Der Beitrag zum Konzernergebnis nahm um 11,1 Prozent auf 40 (36) Mio. EUR zu.

Rückversicherung: Vertragserneuerungsrunde zum Jahresstart beflügelt Prämieneinnahmen
Der Geschäftsbereich Rückversicherung ist mit einem erfreulichen Prämienwachstum, vor allem im Segment Schaden-Rückversicherung, in das Geschäftsjahr 2017 gestartet. Der Beitrag des Geschäftsbereichs Rückversicherung zum Konzernergebnis ging dennoch um 7,0 Prozent auf 132 (142) Mio. EUR zurück.

Segment Schaden-Rückversicherung: Intensiver Wettbewerb hält an
Die Schaden-Rückversicherung verzeichnete nach der erfreulich verlaufenen Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2017 im ersten Quartal einen deutlichen Anstieg bei den gebuchten Bruttoprämien um 12,5 Prozent auf 2,8 (2,5) Mrd. EUR. Insgesamt verschlechterte sich die kombinierte Schaden-/Kostenquote um 0,9 Prozentpunkte auf 95,6 (94,7) Prozent, blieb aber unter 96 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis ging angesichts höherer Schäden um 9,0 Prozent zurück und lag zum 31. März 2017 bei 91 (100) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis stieg im Berichtszeitraum um 17,4 Prozent auf 250 (213) Mio. EUR. Infolge dessen verzeichnete auch das EBIT einen leichten Anstieg um 1,6 Prozent auf 315 (310) Mio. EUR.

Segment Personen-Rückversicherung: Planmäßiger Rückgang der Bruttoprämieneinnahmen
Im Segment Personen-Rückversicherung gingen die gebuchten Bruttoprämien erwartungsgemäß leicht um 1,6 Prozent auf 1,7 (1,8) Mrd. EUR zurück. Das versicherungstechnische Ergebnis verschlechterte sich auf -114 (-68) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis ging im ersten Quartal 2017 um 5,7 Prozent auf 148 (157) Mio. EUR zurück. Das Segment-EBIT sank gegenüber dem starken Vorjahresergebnis um 16,5 Prozent auf 86 (103) Mio. EUR.

Ausblick 2017
Die Talanx-Gruppe bekräftigt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2017 mit einem Konzernergebnis von rund 800 Mio. EUR. Auf Basis konstanter Wechselkurse erwartet die Talanx ein Bruttoprämienwachstum von mehr als 1,0 Prozent. Die Kapitalanlagerendite sollte mindestens 3,0 Prozent und die Eigenkapitalrendite mehr als 8,0 Prozent erreichen. Diese Ziele stehen unverändert unter dem Vorbehalt, dass an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten und Großschäden innerhalb der Erwartungen bleiben. Ziel ist es, auch für das Geschäftsjahr 2017 einen Anteil von 35 bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten.

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