Talanx steigert Ergebnis um 90 Millionen Euro

  • Gebuchte Bruttoprämien im ersten Halbjahr 2016 mit 16,4 (16,8) Mrd. EUR nahezu stabil
  • Wachstum im internationalen Geschäft setzt sich fort
  • Robustes Kapitalanlageergebnis
  • EBIT steigt um 4,8 Prozent auf 1,1 (1,0) Mrd. EUR
  • Konzernergebnis mit 401 (311) Mio. EUR deutlich über Vorjahr
  • Ausblick 2016 auf Konzernergebnis von rund 750 Mio. EUR bestätigt


Talanx AG
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Die Talanx-Gruppe sieht sich mit dem Ergebnis des ersten Halbjahrs 2016 trotz Belastungen durch Naturkatastrophen sowie Währungskurseffekte auf gutem Kurs, das angepeilte Konzernergebnis von rund 750 Mio. EUR zu erreichen. Das Konzernergebnis wuchs auf 401 (311) Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 4,8 Prozent auf 1,1 (1,0) Mrd. EUR. Die gebuchten Bruttoprämien blieben im ersten Halbjahr währungskursneutral stabil, durch negative Währungskurseffekte sanken die Prämien um 2,4 Prozent auf 16,4 (16,8) Mrd. EUR. Die Verbesserung der Portfolioqualität in der Industrieversicherung machte sich deutlich bemerkbar, aber auch die strategische Neuausrichtung der deutschen Privat- und Firmenversicherung zeigte erste Erfolge. Im Vergleichszeitraum hatte die vollumfängliche Goodwill-Abschreibung im deutschen Lebensgeschäft in Höhe von 155 Mio. EUR das Konzernergebnis belastet.


Jahresziele in Reichweite

“Unter dem Strich sind wir mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr 2016 weitgehend zufrieden und optimistisch, unsere Jahresziele zu erreichen”, sagt Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. “Naturkatastrophen, Großschäden und anhaltende Währungskurseffekte haben auch bei Talanx zu Buche geschlagen. Unsere Aufgaben in der Industrieversicherung sowie in der deutschen Privat- und Firmenversicherung arbeiten wir weiter diszipliniert ab. Wir sind auf Kurs und freuen uns über eine insgesamt solide Performance im Auslandsgeschäft, die unsere Internationalisierungsstrategie untermauert.”


Naturkatastrophen belasten

In den ersten sechs Monaten 2016 betrug die Belastung durch Großschäden 495 (363) Mio. EUR, blieb aber innerhalb des anteiligen Großschadenbudgets von 506 Mio. EUR. Auf die Rückversicherung entfielen hiervon 353 (197) Mio. EUR, die Erstversicherung wurde mit 142 (165) Mio. EUR belastet. Als teuerster Einzelschaden kristallisierten sich die Brände im kanadischen Bundesstaat Alberta mit 132 Mio. EUR heraus, gefolgt vom schweren Erdbeben in Ecuador mit 57 Mio. EUR. Im zweiten Quartal verursachten Unwetter in Deutschland Schäden in Höhe von 55 Mio. EUR. Insgesamt blieb die konzernweite kombinierte Schaden-/Kostenquote in den ersten sechs Monaten mit 96,8 (96,4) Prozent auf gutem Niveau.

Die gebuchten Bruttoprämien gingen im ersten Halbjahr um 2,4 Prozent auf 16,4 (16,8) Mrd. EUR. zurück. Berücksichtigt man Währungskurseffekte, blieben sie weitgehend konstant im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -784 (-851) Mio. EUR. Mit 3,5 (3,8) Prozent erzielte die Gruppe aufgrund von Diversifizierung eine robuste Kapitalanlagerendite. Das Kapitalanlageergebnis blieb trotz des historisch niedrigen Zinsniveaus bei einem Rückgang von 75 Mio. EUR (3,7 Prozent) mit 2 (2) Mrd. EUR praktisch auf Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis stieg im Konzern auf 1,1 (1,0) Mrd. EUR. Das Konzernergebnis betrug 401 (311) Mio. EUR.

Im zweiten Quartal 2016 stiegen die Brutto-Prämieneinnahmen konzernweit leicht um 0,6 Prozent auf 7,4 (7,4) Mrd. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote lag bei 97,3 (96,2) Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich auf -362 (-462) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis lag bei 0,9 (1,0) Mrd. EUR. Ein positiver Sondereffekt in Höhe von rund 26 Mio. EUR (nach Steuern) auf das außerordentliche Kapitalanlageergebnis war der Verkauf der vollständigen Beteiligung am Asset Manager C-Quadrat. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich im zweiten Quartal um 31,9 Prozent auf 491 (372) Mio. EUR. Das Konzernergebnis verdreifachte sich auf 179 (60) Mio. EUR.


Umsetzung der strategischen Agenda schreitet voran

Die Umsetzung der strategischen Agenda hat die Talanx-Gruppe im ersten Halbjahr konsequent vorangetrieben. Dies gilt insbesondere für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Die Gesellschaft hat sich mit dem Betriebsrat auf ein Eckpunktepapier zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Dabei setzen Konzernbetriebsrat und Arbeitgeber im Wesentlichen auf ein Freiwilligenprogramm, das besondere Leistungen für den Abschluss von Aufhebungsverträgen und Altersteilzeitregelungen vorsieht. Für sich möglicherweise verändernde Tätigkeitsprofile werden den Mitarbeitern Qualifizierungen angeboten. Zudem ist der einheitliche Wille, nach Möglichkeit auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, im Eckpunktepapier berücksichtigt worden. Die in diesem Zusammenhang notwendige Rückstellung belastete das übrige Ergebnis mit 36 Mio. EUR. Damit sind die Kosten für den Personalabbau vollständig abgedeckt.

Einige wichtige Digitalisierungsvorhaben sind bereits umgesetzt und zeigen erste Erfolge. Im April ist im Direktvertrieb die digitale Kfz-Strecke gestartet. Bis zum 30. Juni konnten bereits 12.000 Verträge online abgeschlossen werden. Zudem ist eine Schaden-App eingeführt worden – bisher sind über die digitale Schnittstelle 1.000 Schäden gemeldet und bearbeitet worden. Darüber hinaus ist die Einführung von kapitaleffizienten Lebensversicherungen der modernen Klassik seit Januar dieses Jahres weitgehend abgeschlossen.

In der Industrieversicherung schreitet die Verbesserung der Portfolioqualität kontinuierlich voran. Die Optimierung des Kfz-Flottengeschäfts ist erfolgreich abgeschlossen, sodass jetzt eine fokussierte Marktbearbeitung erfolgen kann. In ausgewählten Märkten, zuletzt in Genua und Glasgow, wurden regionale Standorte eröffnet, um Wachstumspotenziale bei mittelständischen Unternehmen zu heben und den Service vor Ort zu verbessern. Zugleich verfolgt Talanx auf diesem Weg konsequent die Forcierung der internationalen Ausrichtung des Konzerns.


Industrieversicherung: Stabiles Auslandswachstum und verbesserte kombinierte Schaden-/Kostenquote

Die Industrieversicherung ist im ersten Halbjahr weiter gewachsen. Die gebuchten Bruttoprämien legten um 3,1 Prozent auf 2,7 (2,6) Mrd. EUR zu. Bereinigt um Währungskurseffekte wäre der Anstieg mit 4,1 Prozent noch stärker ausgefallen. Für die Beitragssteigerung zeichneten insbesondere die Niederlassungen in Frankreich und Großbritannien sowie die neue Gesellschaft in Brasilien verantwortlich. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote des Geschäftsbereichs verbesserte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 dank einer geringeren Großschadenbelastung, die im ersten Halbjahr unterhalb der Erwartungen blieb, und trotz eines unterdurchschnittlichen Abwicklungsergebnisses auf 97,8 (98,7) Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg auf 25 (13) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis verringerte sich im ersten Halbjahr 2016 leicht um 3,5 Prozent auf 109 (113) Mio. EUR. Das übrige Ergebnis ging insbesondere aufgrund eines rückläufigen Währungskursergebnisses auf 9 (16) Mio. EUR zurück. Das operative Ergebnis verblieb mit 143 (142) Mio. EUR stabil auf Vorjahresniveau. Aufgrund höherer Ertragssteuern sank das Konzernergebnis leicht auf 91 (97) Mio. EUR.

Im zweiten Quartal 2016 lagen die Prämieneinnahmen des Geschäftsbereichs mit 785 (736) Mio. EUR deutlich über Vorjahresniveau. Das versicherungstechnische Ergebnis entwickelte sich ebenfalls weiter positiv und stieg auf 12 (7) Mio. EUR. Das Kapitalanlageergebnis notierte stabil bei 59 (60) Mio. EUR. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 98,1 (98,6) Prozent. Ausschlaggebend hierfür war der Rückgang in der Kostenquote infolge der gestiegenen Nettoprämieneinnahmen. Das operative Ergebnis (EBIT) schloss nahezu konstant bei 69 (70) Mio. EUR. Der Beitrag des Geschäftsbereichs zum Konzernergebnis lag bei 43 (50) Mio. EUR.


Privat- und Firmenversicherung Deutschland: Stark verbessertes operatives Ergebnis

Die Talanx-Gruppe steuert den Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland separat nach den beiden Segmenten Schaden/Unfall- und Lebensversicherung und weist sie nun entsprechend getrennt aus. Die Prämieneinnahmen lagen im Geschäftsbereich insgesamt in den ersten sechs Monaten bei 3,3 (3,7) Mrd. EUR. Im Kapitalanlageergebnis war nur ein leichter Rückgang von 1,1 Prozent auf 937 (948) Mio. EUR zu verzeichnen. Der Anstieg im außerordentlichen Kapitalanlageergebnis konnte den Rückgang im ordentlichen Kapitalanlageergebnis nicht kompensieren. Das operative Ergebnis (EBIT) des Geschäftsbereichs stieg auf 57 (-61) Mio. EUR. Auch der Beitrag zum Konzernergebnis verbesserte sich mit 24 (-104) Mio. EUR signifikant. Die Eigenkapitalrendite lag bei 1,8 (-7,4) Prozent.


Ausblick 2016

Talanx sieht sich im operativen Geschäft sowie bei seinen laufenden strategischen Initiativen insbesondere in der Industrieversicherung sowie in der deutschen Privat- und Firmenversicherung auf Kurs. In der Folge bestätigt der Konzern seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2016. Talanx strebt unverändert ein Konzernergebnis von rund 750 Mio. EUR an. Dabei wird von einem stabilen Bruttoprämienvolumen auf Basis konstanter Wechselkurse ausgegangen. Die Kapitalanlagerendite sollte bei mindestens drei Prozent liegen und die Eigenkapitalrendite größer als 8,5 Prozent ausfallen.

Diese Ziele für das Geschäftsjahr 2016 stehen wie üblich unter dem Vorbehalt, dass an den Währungs- und Kapitalmärkten keine Verwerfungen auftreten und Großschäden innerhalb der Erwartungen bleiben. Erklärtes Ziel ist es, auch für das Geschäftsjahr 2016 einen Anteil von 35 bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung auszuschütten.


Hinweis der Redaktion: Letzter

Talanx Insider Kauf

durch Dr. Lühr Christian Hinsch

 

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