XTB: Die Eurozone gerät an zwei Fronten unter Druck

Die europäische Schuldenkrise ist um einen weiteren Tiefpunkt reicher. Bereits am Freitag kamen aus Spanien Meldungen, dass die Region Valencia Antrag auf Staatshilfe gestellt hat, weshalb die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen wieder über die Marke von 7 % stiegen. Die Freude über die guten Unternehmensberichte aus Amerika, die dem DAX zu einer kleinen Sommerrallye verholfen hatte, war wie weggeblasen. Aber über das Wochenende kam es für die Eurozone noch dicker. In Spanien steht mit Murcia eine weitere Region kurz vor dem Bankrott und die Regierung hat den Märkten ein zweites Rezessionsjahr in Aussicht gestellt. Fraglich ist wie lange das Land noch Zugang zum Kapitalmarkt hat.

 

Doch damit nicht genug. Auch Griechenland ist wieder in den Fokus der Anleger gerückt. Das Land liegt meilenweit hinter seinen Sparzielen zurück und die Geldgeber, namentlich europäische Kommission, europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfond, werden ungeduldig. Die griechische Regierung möchte mehr Zeit zur Umsetzung der Sparmaßnahmen haben, die ihr aber höchstwahrscheinlich nicht gewährt wird. Wenn Griechenland seine Sparziele nicht zu den vereinbarten Terminen erreicht, werden keine weiteren Hilfsgelder fließen. Damit rückt ein „Grexit“ (Greek exit / Austritt Griechenlands aus der Eurozone) immer näher.

 

In diesem Szenario gerät der Euro gegenüber dem US-Dollar unter Druck. Im asiatischen Handel hat die Gemeinschaftswährung mit einem Gap von 38,1 Pips nach unten eröffnet und liegt im frühen Handel bei ca. $1,21. Aufgrund der allgemeinen Verunsicherung stieg die Nachfrage nach Werten aus den vermeintlich sicheren Häfen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sank auf ein Rekordtief von 1,4365 % und auch der Yen zeigt seine relative Stärke. Die japanische Währung legte nicht nur gegenüber dem Euro, sondern auch gegenüber dem US-Dollar zu. Das zeigt, dass die Märkte in Zeiten der Krise dem Yen mehr Vertrauen als Euro und US-Dollar schenken. Die Stellung des Yen als sicheren Hafen sollte aber kritisch betrachtet werden, da Japan von allen Industrieländern am höchsten verschuldet ist.

 

Aus Asien kommen heute aber nicht nur gute Nachrichten. Die japanische Regierung sieht eine weitreichende Verlangsamung der Weltwirtschaft, basierend auf Zweifeln an der Entwicklung des Binnenkonsums und der Exporte in China. Expertenschätzungen zur Folge liegt das chinesische Wirtschaftswachstum bei ca. 8 % in den kommenden Monaten.

 

Diese Sorgen führten im Devisenpaar EURAUD zu einer Aufwertung des Euro. Trotz des Drucks, der auf der europäischen Währung lastet, stieg ihr Kurs gegenüber dem australischen Dollar um 70,2 Pips auf 1,17641 um 10:45 Uhr. Hintergrund ist die Stellung Australiens als Rohstofflieferant Chinas. Wächst China dauerhaft langsamer muss es weniger Rohstoffe einkaufen und die Nachfrage nach australischen Dollar geht zurück. Fraglich ist, wie lange der Euro dem Druck aus der Heimat noch standhalten kann. Langfristig gesehen ist der jüngste Anstieg als Korrektur in einem langfristigen Abwärtstrend zu werten.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

 

von Nikolas Mauder

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