XTB: Showdown am Donnerstag – FED und EZB bestimmen die Börsenwoche

Nachdem letzte Woche Gerüchte über geldpolitische Maßnahmen der internationalen Notenbanken die Kurse getrieben haben, kommt es für die Federal Reserve am Mittwoch und für die Europäische Zentralbank am Donnerstag zum Showdown. Dabei unterscheiden sich die Ausgangssituationen für Ben Bernanke und Mario Draghi.


FED Federal Reserve

Der Schlüssel für die Entscheidung der Federal Reserve sind die Daten zum US-Arbeitsmarkt, der in den vergangenen Wochen stagniert war. Am Mittwoch bekommen die Anleger mit dem ADP-Arbeitsmarktbericht den ersten Eindruck vom Zustand des Jobmarktes in den USA. Erwartet werden 120.000 neue Stellen nach 176.000 im Vormonat. Es wird geschätzt, dass 100.000 neu geschaffene Stellen benötigt werden, um die Arbeitslosenquote lediglich stabil zu halten. Am Donnerstag folgen dann die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Auch hier wird eine Verschlechterung der Lage erwartet. Demzufolge sollen nach 353.000 in der Vorwoche nun 369.000 Amerikaner Unterstützung beantragt haben. Am Freitag folgt dann mit der Arbeitslosenquote der zentrale Prüfnagel. Laut Schätzungen soll die Zahl weiterhin bei 8,2% stagnieren. Allerdings ist in dieser Woche noch nicht mit der Ankündigung eines dritten Anleihekaufprogramms zu rechnen. Wenn die Notenbanker tagen, sind die wichtigen Daten zum Arbeitsmarkt noch nicht veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der verlangsamten Weltwirtschaft sieht das BIP-Wachstum von 1,5 %, nach 1,9% im Vorquartal nicht mehr so schlecht aus. Erst bei einer weiteren deutlichen Eintrübung der Konjunktur und einer deutlichen Verschlechterung der Lage auf dem Arbeitsmarkt ist mit einem Eingreifen zu rechnen.


Europäische Zentralbank EZB

Die Ausgangssituation für die EZB ist eine andere. Hier werden die Renditen für spanische und italienische Staatsanleihen als Schlüssel für die Entscheidung gesehen. Hohe Zinsen würden die geldpolitischen Transmissionskanäle stören, was es der Zentralbank erst möglich machen würde einzugreifen. Im Gespräch ist eine Kombination von ESM/EFSF mit Käufen am Primärmarkt und EZB mit Käufen am Sekundärmarkt, womit Staatsverschuldung mit Zentralbankgeld finanziert würde. Eine damit einhergehende, mögliche Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte wirkt dagegen schon konservativ. Verständlich, dass die deutsche Bundesbank mit ihrer Tradition der geldpolitischen Stabilität etwas dagegen hat. Bereits am Freitag hatte Bundesbank-Chef Jens Weidmann vor dem eingeschlagenen Kurs gewarnt. Allerdings steht er zunehmend isoliert da, weshalb er dem Druck der Märkte nachgeben müssen wird. Heute trifft er sich mit Mario Draghi, um sich auf einen gemeinsamen Kurs zu einigen. Letzterer hatte sich vergangene Woche mit seinen Äußerungen weit aus dem Fenster gelehnt und die Kurse nach oben getrieben. Kommt es am Donnerstag nicht zu weiteren Maßnahmen, wird die Hoffnung auf ein Eingreifen der EZB, die sich in den aktuellen Kursen aller Asset-Klassen wiederspiegelt, entweichen und zu Verlusten führen. Draghi riskiert seine Glaubwürdigkeit, wenn am Donnerstag nichts passiert, weshalb er ein Anleihekaufprogramm ankündigen wird. Allerdings ist damit der Startzeitpunkt noch nicht geklärt. Möglicherweise beginnt es erst im September, wenn die Troika ihre Ergebnisse aus Griechenland präsentiert hat.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

 

von Nikolas Mauder

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