Welche Gebührenmodelle gibt es?

Aufgrund der unterschiedlichen Gebührenmodelle der Online Broker ist es für Anleger ratsam, nicht nur mehrere Angebote miteinander zu vergleichen, sondern sich vor allem Klarheit darüber zu verschaffen, welches Gebührenmodell am besten mit ihren persönlichen Präferenzen und Handelsaktivitäten korrespondiert.

 

Dabei haben sowohl die Häufigkeit und das Volumen der getätigten Transaktionen als auch die genutzten Börsenplätze beziehungsweise Handelsplattformen Einfluss auf die Kosten.

Das Festpreismodell

Das vielleicht einfachste Gebührenmodell ist das so genannte Festpreismodell. Dabei erhebt der Online Broker für jede Transaktion einen einheitlichen Preis, unabhängig davon, welches Volumen gehandelt wird. Auf dieser Basis arbeiten beispielsweise Online Broker wie flatex oder die netbank.

 

Bei flatex werden je Inlandsorder volumenunabhängig eine fixe Handelsgebühren fällig, dazu kommen noch die Börsengebühren. Beim außerbörslichen Handel oder beim Handel an ausländischen Börsenplätzen werden ebenfalls feste, volumenunabhängige Transaktionskosten fällig, die jedoch höher liegen als bei den Inlandsorders.

 

Auch die netbank erhebt eine pauschale Ordergebühr, die für Inlandsorders geringer sind als die für den Handel in den USA oder Japan.

 

Auch das Preismodell von Directa dürfte für viele Anleger einem Festpreisangebot ziemlich nahekommen: Hier werden beispielsweise beim Xetra-Handel je Order neben den Börsengebühren bis zu einem bestimmten Ordervolumen ein konstant gleichniedriger Betrag verlangt.

Gebührenstaffel

Eine weitere Möglichkeit zur Gestaltung der Transaktionsgebühren von Online Brokern sind gestaffelte Festpreise. Dieses Modell verwendet beispielsweise der Online Broker 1822direkt.

 

So werden für Ordervolumina bis zu einem bestimmten Betrag nur wenige Handelsgebühren erhoben. Eine Transaktion mit einem Ordervolumen im mittleren Volumenfeld kostet dann gestaffelt mehr.

 

In dieser Art gelten dann in mehreren Stufen weitere Preise für höhere Ordervolumina, wobei innerhalb der jeweiligen Stufe stets ein und derselbe Festpreis gilt und keine progressive Preisgestaltung erfolgt. Ab einem hohen Ordervolumen gilt dann immer ein einheitlicher Festpreis.

Anteilig vom Ordervolumen

Andere Anbieter, wie beispielsweise comdirect, Cortal Consors, die DAB bank, ING DiBa, maxblue oder onVista bank erheben Handelsgebühren, die sich als prozentualer Anteil des jeweiligen Ordervolumens errechnen.

 

Dabei wird dies häufig mit einer fixen Mindestgebühr kombiniert, die in jedem Falle unabhängig vom Ordervolumen fällig wird. Darüber hinaus gibt es häufig auch Preismodelle, bei denen die Handelsgebühren gedeckelt sind; das heißt, der Online Broker berechnet von einem gewissen Ordervolumen an nur noch einen Höchstpreis (Cap), der in keinem Falle überschritten wird.

 

Am Beispiel von ING-DiBa lässt sich dies folgendermaßen illustrieren. Die prozentuale Handelsgebühr für eine Inlandsorder beträgt bei diesem Anbieter 0,25 Prozent, mindestens jedoch 9,90 Euro. Der Höchstbetrag beläuft sich auf 59,90 Euro je Order.

 

An Handelsplatzgebühren kommen noch 1,75 Euro beim Handel auf Xetra sowie 2,50 Euro beim Handel an den deutschen Parkettbörsen dazu.

Gebührenvergleich

Damit ein Vergleich der Konditionen von Online Brokern für einen Anleger tatsächlich aussagekräftig ist, sollten angesichts der Vielfalt unterschiedlicher Gebührenmodelle immer auch einige Proberechnungen durchgeführt werden.

 

So ist es beispielsweise ratsam, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes in der Vergangenheit tatsächlich durchgeführten Transaktionen aufzulisten, und dann in einer Tabelle jeweils zu notieren, welche Gebühren bei den einzelnen Online Brokern für diese Transaktionen angefallen wären.

 

Vorausgesetzt, man erwartet für die Zukunft keine gravierende Veränderung der eigenen Handelsaktivitäten, dann gibt eine solche Übersicht einen guten Anhaltspunkt dafür, welcher Online Broker von seinem Gebührenmodell her am besten zu den eigenen Handelsgewohnheiten passt.

Wer dagegen für die Zukunft Transaktionen in einer deutlich anderen Größenordnung als bisher plant oder bei wem sich voraussichtlich das Verhältnis von Inlands- und Auslandsorders stark verändern wird, der sollte seine Proberechnungen im Rahmen des Gebührenvergleichs nicht anhand eigener Transaktionen der Vergangenheit durchführen.

 

Stattdessen empfiehlt es sich in diesem Fall, seinen Analysen eine gewisse Zahl fiktiver Aufträge in der voraussichtlich anfallenden Art und Größenordnung zugrunde legen.

 

Neben den Handelsgebühren, die sich auf die eigentlichen Transaktionen beziehen, sollten dabei jedoch auch weitere Gebühren beim Wertpapierhandel berücksichtigt werden, die sich in Abhängigkeit von den individuellen Handelsaktivitäten mehr oder weniger stark auf die insgesamt anfallende Kostenbelastung auswirken können.

Auch mit FlatFee, FreeTrade oder ähnlichen Brokeraktionen können Gebühren reduziert werden oder gar gänzlich wegfallen!

 

Mehr zu den Ordergebühren:

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