Steuern sparen mit CFDs
Mit Stefan Riße, Mitglied der Geschäftsleitung und Chefstratege von CMC Markets Deutschland, sprachen wir über die Auswirkungen der kommenden Abgeltungssteuer auf den Handel mit CFDs und wie man mit CFDs künftig auch Steuern sparen kann.
Das Gespräch führte David Ernsting, Herausgeber broker-test.de
2009 wird in Deutschland die Abgeltungssteuer eingeführt, was bedeutet dies für den von Ihnen angebotenen Handel mit CFDs?
CFDs sind derivative Finanzinstrumente. Damit unterliegen die Gewinne aus dem Handel genau so der Abgeltungssteuer wie die aus dem Handel mit anderen Derivaten, d.h. von jedem Gewinn aus dem Handel mit CFDs werden 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer abgezogen.
Wie funktioniert das dann in der Praxis, CFDs werden ja in den vielen Fällen von sehr aktiven Tradern gekauft und relativ schnell wieder verkauft?
Es wird die Möglichkeit geben, die kurzfristig entstandenen Gewinne mit in einem noch nicht näher definierten Zeitraum entstanden Verlusten zu verrechnen. Unsere Programmierer arbeiten jetzt schon an einer Software für unsere Handelsplattform, die den Anforderungen des Finanzministeriums gerecht wird. Vor dieser Herausforderung stehen alle Broker, die sehr aktive Kunden haben.
Es gibt aber auch die Möglichkeit, nicht nur Steuern auf Gewinne mit CFDs zu zahlen, sondern auch Steuern mit CFDs zu sparen…
Das Zauberwort für die Steueroptimierung heißt Bestandsschutz plus CFDs. Und das trifft nicht direkt den Handel mit CFDs, sondern diese sind nur der Mittel zum Zweck. Mit CFDs kann der steuerliche Bestandsschutz für Aktieninvestments so lange wie möglich unangetastet bleiben.
Wie funktioniert das genau?
Für Wertpapiere, die bis einschließlich 31. Dezember 2008 erworben werden, gilt wie bisher: Kursgewinne sind nach Ablauf der 12-monatigen Spekulationsfrist steuerfrei. Werden diese Wertpapiere dann aber verkauft und wieder neu investiert, ist auch der steuerliche Bestandsschutz hinfällig. Um also sowohl die bis dahin angefallenen Gewinne als auch den Bestandsschutz abzusichern, kann ein Anleger ein CFD-Konto eröffnen und die gleiche Art und Anzahl an CFDs auf die Aktien verkaufen, die er in seinem klassischen Long-Depot hält. Mit solch einer Transaktion nimmt der Anleger das gesamte Risiko aus dem Depot, denn jeder Euro Verlust im Aktiendepot wird durch einen Euro Gewinn auf dem CFD-Konto kompensiert.
Aber dieser muss dann versteuert werden…
Genau. Erwartet der Anleger dann wieder steigende Kurse, kauft er die Short-Position zurück, damit ist der Anleger dann wieder wie vor der Absicherung voll investiert. Der Gewinn aus dieser Transaktion muss dann zwar versteuert werden. Der Effekt wird aber überlagert von dem weiter geltenden Bestandsschutz auf das klassische Aktiendepot. Egal wann der Anleger diese Bestände verkauft, der Gewinn aus dem Verkauf dieses Depots ist dann weiterhin steuerfrei.
Geht das auch jetzt schon?
Bis zur Einführung der Abgeltungssteuer am 01. Januar 2009 sind Kursgewinne nach einer Haltedauer von einem Jahr noch steuerfrei. Erwartet ein Anleger nun eine schwache Marktphase für eine längere Zeit und ist die Spekulationsfrist von 12 Monaten noch nicht erreicht, so ist eine Absicherung mit einem CFD-Konto ideal auch für diesen Anleger.
Ist jetzt so ein Punkt gekommen, wo man lieber verkaufen sollte – was erwarten Sie von der weiteren Börsenentwicklung?
Es ist schon erstaunlich. Die schlechten Nachrichten in Sachen Kreditkrise reißen nicht ab. Der Zustand der amerikanischen Wirtschaft, glaubt man den jüngst veröffentlichten Daten, verschlechtert sich zunehmend. Aber die Börse – trotz aller Skepsis sie geht weiter nach oben. Und das ist genau der Punkt. Die Börsen steigen wegen der schlechten Stimmung und der sich verschlechternden wirtschaftlichen Aussichten. Denn nun kommen die Notenbanken ins Spiel. Sie werden, wenn nötig, die Zinsen weiter senken und damit die Märkte weiter mit Liquidität versorgen, welche dann nach wieder attraktiven Anlagen sucht. Und deshalb bin ich für die nächsten Monate weiter optimistisch für Aktien.
Welche Aktionen und Neuerungen haben Sie für die Zukunft geplant?
Wir arbeiten zurzeit an einem Projekt, mit welchem wir im Frühjahr nächsten Jahres unseren Kunden noch attraktivere Möglichkeiten für den Handel mit CFDs bieten können.
Disclaimer & Risikohinweis
CFDs und OTC Optionen sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 69% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim Handel mit CFDs und OTC Optionen bei diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs und OTC Optionen funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
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