Wochenausblick: DAX-Konsolidierung nach Rekordhoch bei 25.507 Punkten – sinkende Staatsanleihezinsen und geopolitische Spannungen

Neues Jahr, neue Rekorde! Verschiedene Aktienmärkte – darunter der deutsche Leitindex DAX –sowie die Rohstoffe Gold und Kupfer erreichten allesamt neue Höchststände.

Angesichts der geopolitischen Rahmenbedingungen scheint es auf den ersten Blick verwunderlich, dass die Anleger derart optimistisch nach vorne blicken.

Schließlich drohte Trump nicht nur mit einer Annexion Grönlands, sondern er ließ in der vergangenen Woche auch den Fed-Präsidenten Powell vom Justizministerium verklagen.

Die Erfolgsaussichten dieser Klage sind zwar gering, das Signal an künftige Notenbanker ist jedoch eindeutig: Wer nicht für niedrige Zinsen sorgt, dem macht der US-Präsident das Leben schwer.

Infolgedessen sind die Renditen von Staatsanleihen gesunken, was wiederum die steigenden Kurse von Vermögenswerten erklärt.

 

Politische Unsicherheit belastet Japans Währung

Die Kredibilität des Dollars hat dieser Vorstoß für die Devisenhändler etwas in Mitleidenschaft gezogen, aber im Endeffekt mangels Alternativen wenig geändert. Er fiel zwar infolge dieser Nachricht, erholte sich im Wochenverlauf jedoch wieder.

Einen deutlich schwereren Stand hat aktuell der japanische Yen. Nach der Ankündigung von Neuwahlen und der damit verbundenen Erwartung höherer Fiskalausgaben kratzte er an der Marke von 160 Yen pro Dollar. Gegenüber dem Euro ist der Yen sogar auf einem Allzeittief.

Parallel dazu stieg der Ölpreis aufgrund der Proteste im Iran spürbar an, fiel aber wieder, nachdem ein Eingreifen der USA weniger wahrscheinlich wurde.

 

Entscheidung zu US-Zöllen vertagt, rechtliche Unsicherheit bleibt

Eine Entscheidung des US-Supreme Courts über die Rechtmäßigkeit der US-Zölle blieb am Mittwoch aus. Somit herrscht aktuell weder Klarheit darüber, ob die Regierung die Zölle an Unternehmen zurückzahlen muss oder nicht, noch darüber wann eine Entscheidung diesbezüglich bekannt gegeben wird.

Sollte es tatsächlich zu einer Rechtsprechung gegen die Regierung kommen, hat diese laut Trump bereits einen Plan B in der Schublade liegen.

 

Mini-Wachstum belebt Ausblick für die deutsche Wirtschaft

Positive Nachrichten gab es unterdessen aus Deutschland. Nach zwei Jahren Rezession schaffte es die Wirtschaft 2025 aus dem roten Bereich zu kommen. Mit einer kleinen Jahreswachstumsrate von 0,2% begibt sich die deutsche Wirtschaft endlich wieder auf einen vorsichtigen Wachstumspfad.

Mehr Wachstum verspricht auch der Handel mit Südamerika. Nach über 25 Jahren Verhandlungen erzielten die EU-Staaten eine Einigung über das Mercosur-Abkommen, das am Samstag in Paraguay unterzeichnet werden soll.

 

Wochenausblick

In der Berichtswoche erwarten wir eine leichte Verbesserung der deutschen Einkaufsmanagerindizes.

Aus den USA werden unter anderem die Zahlen zum privaten Konsum im November veröffentlicht.

Aufgrund des „Government Shutdowns“ herrscht immer noch keine vollständige Klarheit über den Zustand der Wirtschaft.

Die Statistiker arbeiten damit ihren Rückstand etwas weiter ab.

Darüber hinaus gewähren einige US-Unternehmen Einblicke in ihre Bücher.

 

DAX Chart

Analyse der broker-test.de Redaktion

DAX-Wochenausblick

Der DAX hat in dieser Woche ein neues Rekordhoch bei 25.507 Punkten markiert. Zum Wochenschluss ging er mit 25.297 Punkten etwas zurück – Anleger wurden vorsichtiger. Was auf den ersten Blick wie eine kleine Korrektur aussieht, könnte durchaus richtungsweisend für die kommenden Handelstage sein.

Für die kommende Woche stehen wichtige Konjunkturdaten und die beginnende Berichtssaison im Fokus. Die Frage ist: Gelingt dem DAX der nachhaltige Ausbruch über das Allzeithoch, oder steht uns eine stärkere Konsolidierung bevor?

Technische Analyse: Widerstand bei 25.420 Punkten im Fokus

Der DAX befindet sich technisch in einer interessanten Phase. Nach dem Erreichen des Allzeithochs fehlt es dem Index zumindest kurzfristig an weiterem Momentum, um den Ausbruch nachhaltig fortzusetzen.

Die nächsten Tage werden entscheidend sein.

 

Ein Blick auf die wichtigsten technischen Indikatoren zeigt:

Der Index ist kurzfristig überkauft, was durchaus auf eine mögliche Korrektur hindeutet.

Gleichzeitig bleibt der langfristige Aufwärtstrend seit Herbst 2023 aber weiterhin intakt.

 

Indikator Wert Einschätzung
Widerstand 25.420 / 25.507 Ein Sprung über diese Marken ist für eine Fortsetzung der Rally nötig.
Unterstützung 25.222 / 24.600 Ein Fall unter diese Niveaus könnte eine stärkere Korrektur einleiten.
RSI > 70 Der Index ist kurzfristig überkauft.
Trend Aufwärts Der langfristige Aufwärtstrend ist weiterhin intakt.

 

 

Ausblick:

Gelingt es dem DAX, die Marke von 25.420 Punkten nachhaltig zu überwinden, ist ein erneuter Test des Rekordhochs wahrscheinlich.

Fällt er jedoch unter die wichtige Unterstützung bei 25.222 Punkten, also den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, droht ein weiterer Rücksetzer in Richtung 24.600 Punkte.

Fundamentale Aussicht: Gewinnwachstum trifft auf schwächelnde Konjunktur

Die fundamentale Gemengelage ist gemischt. Die Erwartungen eines Gewinnwachstums der DAX-Unternehmen von etwa 5 bis 8% für das Jahr 2026 stützen den Markt. Das ist zumindest eine solide Basis für weitere Kurssteigerungen.

Auf der anderen Seite belasten die schwächelnde Konjunktur in Deutschland und Europa sowie die hohen Bewertungen nach der jüngsten Rally. Der DAX hat sich eben auch ziemlich weit von seinen fundamentalen Ankern entfernt.

Die Zentralbanken dürften in naher Zukunft stillhalten – die EZB wie auch die Fed. Das sorgt für eine gewisse Stabilität, nimmt aber gleichzeitig auch etwas Fantasie aus dem Markt.

Geopolitische Risiken bleiben ein Unsicherheitsfaktor: Die US-Handelspolitik und die mögliche Einführung neuer Zölle könnten die exportorientierte deutsche Wirtschaft belasten.

 

Berichtssaison und Konjunkturdaten: Was die Märkte nächste Woche bewegt

Die kommende Handelswoche wird von mehreren wichtigen Ereignissen geprägt sein. Allen voran nimmt die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 an Fahrt auf. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Zahlen von Netflix am Dienstag. Auch Volkswagen legt am Dienstag Zahlen vor – ein erster Einblick in die Geschäftsentwicklung der deutschen Autoindustrie.

Am Dienstag werden zudem die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland veröffentlicht. Diese gelten als wichtiger Indikator für die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Bereits am Montag werden wichtige chinesische Daten erwartet – BIP und Industrieproduktion. Diese Zahlen geben Aufschluss über den Zustand der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, was wiederum für die deutschen Exporteure relevant ist.

Ab Montag treffen sich in Davos führende Politiker und Wirtschaftsvertreter beim Weltwirtschaftsforum. Die dort geführten Diskussionen könnten neue Impulse für die Märkte liefern, auch wenn Davos in den letzten Jahren eher symbolischen Charakter hatte.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der DAX steht vor einer richtungsweisenden Woche.

Die Kombination aus technischer Anspannung, wichtigen Konjunkturdaten und dem Start der Berichtssaison verspricht eine erhöhte Volatilität.

Anleger sollten sich darauf einstellen, dass es in beide Richtungen gehen kann – entweder in Richtung neuer Rekorde oder eben auch in eine stärkere Konsolidierung.

 

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