Rohöl: Eskalation am Persischen Golf?
Auseinandersetzungen am Persischen Golf haben potenziell Einfluss auf Länder, die zusammen mehr als 25% der globalen Ölförderung bestreiten und rund 50% der weltweiten Ölreserven besitzen: Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain und Oman.
Durch die Meerenge werden täglich 20% des weltweiten Ölverbrauchs verschifft und fast 20% des global gehandelten LNGs.

Das Ausmaß der Verwerfungen in der globalen Energieversorgung würde vom Umfang und von der Dauer der Kampfhandlungen abhängen. Zwar gibt es in Saudi-Arabien Pipelines zum Roten Meer, die Kapazitäten sind aber so gering, dass bei einer Blockade der Straße von Hormus von einem Versorgungsverlust von rund 16 Mio. Barrel täglich ausgegangen werden müsste. Pipelines zur Umgehung der Meerenge für den LNG-Export existieren nicht.
Im günstigsten Fall wäre eine Militärintervention vorstellbar, deren Umfang – wie in Venezuela – eng begrenzt ist und das Regime in Teheran zügig zu einem Abkommen mit den USA zwingt. Es käme dann nicht zu nennenswerten Beschädigungen der Ölproduktion im Iran und/oder in benachbarten Staaten. Exporte von Öl und LNG durch den Persischen Golf würden nicht beeinträchtigt. Wie beim zweiten Irak-Krieg 2003 wären wohl nur vorübergehend steigende Risikoprämien wahrscheinlich.
Jedoch sind auch weitere Eskalationsstufen nicht auszuschließen, die Verwerfungen der Ölnotierungen zur Folge hätten. Größere Schäden an der Ölinfrastruktur im Iran und anderen Ländern sowie die monatelange Sperrung der Straße von Hormus würden die Rohölpreise vermutlich weit über die 100-USD/Barrel-Marke katapultieren und sie dort für Monate verharren lassen. Erhebliche Auswirkungen auf die Inflationsraten im Rest der Welt und entsprechende Konsequenzen für die Volkswirtschaften wären die Folge.
WTI Öl Chart
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