DAX: Knapp an der 25.000 gescheitert – darauf kommt es nächste Woche an!

Kapitalmärkte im Wochenrückblick

Kapitalmärkte im Wochenrückblick

Eine starke Woche für den DAX – und am Ende doch ein bisschen frustrierend.

Der deutsche Leitindex legte in der abgelaufenen Handelswoche rund 0,6% zu und schloss am Freitag knapp unter der 25.000-Punkte-Marke.

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahost-Konflikt hatte den Index zeitweise kräftig beflügelt, reichte aber eben nicht ganz für den entscheidenden Ausbruch.

 

Was die Woche bewegte

Der dominierende Treiber war wieder einmal die Geopolitik.

Neue Signale aus den Nahost-Verhandlungen sorgten für Risikobereitschaft – und für einen auffälligen Sog aus den klassischen Safe-Haven-Assets:

Gold verlor auf Wochensicht 3,4% und fiel auf 4.519 Dollar je Feinunze, Brent-Öl gab 3,0% nach und notiert nun bei 103 Dollar pro Barrel.

 

 

Wer in diesen Zahlen eine echte Entspannung lesen will, muss bedenken: Öl kostet damit immer noch fast doppelt so viel wie vor Kriegsbeginn. Von Normalisierung kann keine Rede sein.

ÖlAm Anleihemarkt war die Stimmung weniger entspannt. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg um 9 Basispunkte auf 4,57% – ein klares Signal, dass die Märkte die Fed-Zinssenkungsfantasie zumindest kurzfristig wieder herunterschrauben.

Die zehnjährige Bundesanleihe zog ebenfalls an, auf 3,10% (+5 Basispunkte). Der 3-Monats-Euribor hingegen gab leicht nach auf 2,20% – eine kleine EZB-Lockerungsphantasie bleibt also im Markt.

Auf der Währungsseite legte der Euro gegenüber dem Dollar deutlich zu: EUR/USD stieg 0,7% auf 1,16.

Das klingt zunächst positiv, ist für DAX-Exportwerte aber ein zweischneidiges Schwert – ein starker Euro drückt die Gewinne der Unternehmen, die im Dollarraum verdienen.

International lief es uneinheitlich.

Dow Jones und Euro Stoxx 50 legten ebenfalls moderat zu (+0,4%), während der Nikkei 225 mit -1,5% die schwächste Performance unter den großen Indizes verbuchte – belastet durch den weiter schwächelnden Yen und Konjunktursorgen aus Japan.

 

Was nächste Woche zählt

Die entscheidende Frage für die KW22 lautet: Schafft der DAX den Sprung über 25.000? Technisch ist die Marke klar definiert – und bisher zweimal gescheitert. Der nächste Anlauf hängt maßgeblich an zwei Faktoren.

Erstens die PMI-Schnellschätzungen, die Anfang der Woche für Deutschland, Frankreich und die Eurozone veröffentlicht werden. Analysten erwarten ein durchwachsenes Bild: stabile, vielleicht leicht nachgebende Industrie-PMIs, während der Dienstleistungsbereich weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten bleibt.

Eine negative Überraschung könnte den DAX trotz aller Nahost-Hoffnungen unter Druck setzen.

 

DAX Chart

Zweitens die Geopolitik.

Die Waffenruhe im Iran-Konflikt ist verlängerbar, aber nicht stabil. Jede neue Eskalationsmeldung – und die Straße von Hormus als potenzielle Druckmasse bleibt im Hintergrund – kann die mühsam aufgebaute Risikobereitschaft in Minuten kippen.

Raiffeisen Research sieht den DAX mittelfristig in Richtung 25.000 bis 25.500 Punkte – aber eben nur, wenn die geopolitische Lage nicht wieder eskaliert.

Bis dahin gilt: Der Markt ist in einer ordentlichen Verfassung, aber nicht unverwundbar.

Wer bei 24.600 Punkten schon von Entspannung spricht, sollte zumindest den Newsticker im Blick behalten.

 

 

 

 

 

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