Newstrading: Kakao und Kaffee im Aufwind

Aktuell rücken insbesondere Kakao und Kaffee wieder in den Fokus, denn beide Rohstoffe profitieren von ähnlichen fundamentalen Treibern und zeigen gleichzeitig interessante charttechnische Strukturen.

Der wichtigste Auslöser für den jüngsten Preisanstieg ist die wieder steigende Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Wetterereignisses. Gerade beim Kakao reagiert der Markt äußerst sensibel auf entsprechende Wetterprognosen. Rund 60 Prozent der weltweiten Produktion stammen aus Ghana und der Elfenbeinküste. El Niño führt dort häufig zu Trockenheit, höheren Temperaturen und einer schlechteren Blütenbildung. Bereits kleine Veränderungen der Wetterprognosen reichen aus, um die Terminmärkte deutlich in Bewegung zu versetzen.

Hinzu kommt, dass mehrere Rohstoffhändler ihre Erwartungen an den globalen Angebotsüberschuss zuletzt nach unten korrigiert haben. Auch die Internationale Kakaoorganisation (ICCO) reduzierte ihre Prognose für den erwarteten Überschuss deutlich. Das signalisiert, dass der Markt trotz einer verbesserten Zwischenernte angespannt bleibt. Gleichzeitig sorgen steigende Energie-, Transport- und Logistikkosten dafür, dass die Produktionskosten weiter zunehmen und die Preise zusätzlich unterstützt werden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Kaffee. Brasilien als weltweit größter Arabica-Produzent kämpft aktuell mit starken Niederschlägen, die die Ernte verzögern und Qualitätsrisiken erhöhen. Noch wichtiger ist allerdings der Blick auf die kommenden Erntezyklen. Sollte sich El Niño tatsächlich etablieren, könnten Trockenperioden während der Blütephase die Erträge in Brasilien spürbar belasten. Gleichzeitig wären auch Vietnam und Indonesien als bedeutende Robusta-Produzenten betroffen.

Da die weltweiten Lagerbestände trotz einer insgesamt soliden Produktion historisch niedrig bleiben, reagiert der Markt derzeit besonders empfindlich auf jede neue Wettermeldung.

Damit werden beide Märkte aktuell von denselben Faktoren angetrieben: steigende Wetterrisiken, niedrige Lagerbestände, höhere Transportkosten und eine hohe Nervosität der Terminmärkte.

Zusätzlich verstärken spekulative Käufe nach charttechnischen Kaufsignalen die laufende Aufwärtsbewegung.

 

Setuplage aus charttechnischer Sicht

Im Video von Montag (gestern) auf dem YouTube Kanal von Tickmill Deutsch – hier zum Ansehen klicken: https://youtu.be/avRdIm5flFM – habe ich bereits eine kurze Besprechung der aktuellen Großwetterlage in den Tagescharts von Kaffee und Kakao vorgenommen.

Auch aus technischer Sicht sind die Charts im Sinne einer Tradeplanung weiterhin konstruktiv. Sowohl Kakao als auch Kaffee haben ihre vorherigen Abwärtstrends verlassen und befinden sich wieder in einem intakten Aufwärtstrend. Nach den dynamischen Anstiegen laufen jetzt die Korrekturen, die wir zur Planung von Einstiegen in Richtung der übergeordneten Trends auf Tagesbasis nutzen können.

Setupplanung Kakao

Die jüngst Rally wurde ausgelöst durch die Nachricht der heftigen Regenfälle. Die korrektive Phase wird nun mit Nachrichten begleitet, dass die möglichen Ernteausfälle wohl doch nicht so heftig ausfallen. Doch der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt und erneute negative Nachrichten über eine negative Ernteentwicklung dürften die Kurse wieder nach oben bewegen.

 

Die Setuplage bei Kakao zum Trade aus der Korrektur in der Longrichtung sieht wie folgt aus. Im abgebildeten Stundenchart von Kakao ist der korrektive Trendkanal ersichtlich. Dessen Zwischentief bietet ein aktuelles, interessantes Stop-Level an. Die Strategie ist nun, den Ausbruch aus diesem Trendkanal zu traden. Aus aktueller Sicht bietet sich hier ein Ausbruch über die Oberseite des Trendkanals über die Marke von 5.084,20 USD an. Als Absicherungslevel bietet sich die Stop-Setzung bei 4.870,90 USD an.

Als erstes wichtiges Ziel für die Chartoberseite bietet sich die Marke am Hoch des aktuellen Trends bei 5.349,10 USD an, gefolgt vom historischen Verlaufshoch, welches auf Tagesbasis bei 5.530,10 USD verortet ist.

 

Setupplanung Kaffee

Bei Kaffee kann die Planung des Einstieges aus der Korrektur direkt aus dem Tageschart heraus gemacht werden. Hierbei schauen wir auf die aktuelle Entwicklung der Korrektur und nehmen die gestrige grüne Tageskerze als Signaltrigger für die Fortsetzung des Trends nach oben. Als Long-Signal gilt ein Überschreiten der Marke von 277,51 USD.

Als Absicherung für einen Swing in die Chartoberseite über das letzte Zwischenhoch hinweg, bietet sich die Marke am aktuellen Korrekturtief bei gut 267,10 an.

Als wichtige Marke für die Rallye in die Oberseite gilt natürlich das Zwischenhoch bei 283,90 USD. Diese muss für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben nachhaltig überschritten werden.

Als wichtiges erstes Ziel gilt in diesem Kontext danach das Verlaufshoch um die Marke bei gut 294,00 USD.

 

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