Aktie im Fokus: BASF mit 4,8% Dividendenrendite und 25% Kurspotenzial

Die im DAX enthaltene Aktie des Konzerns BASF notierte am 09. März 2026 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischentief von 43,90 Euro.

Seitdem konnte sich die Aktie bis zum 14. April 2026 auf ein Zwischenhoch von 55,05 Euro erholen.

Zuletzt handelte die BASF Aktie im Bereich rund um die 47,78 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 50,79 Euro, 52,42 Euro, 55,05 Euro und 57,68 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 46,53 Euro und 43,90 Euro abzuleiten.

BASF Aktie Chart

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Gewinnüberraschung im ersten Quartal: 1,32 statt 1,06 Euro je Aktie

Operativ hat BASF die Erwartungen zuletzt klar geschlagen. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern zwar einen Umsatz von 16,0 Mrd. Euro – gut 3% weniger als im Vorjahr –, doch beim Gewinn lag BASF mit 1,32 Euro je Aktie deutlich über dem Analystenkonsens von 1,06 Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kam mit 2,356 Mrd. Euro etwas unter dem Vorjahreswert von 2,495 Mrd. Euro herein, übertraf aber ebenfalls die Markterwartungen.

In der Folge hoben mehrere Analysten ihre Gewinnschätzungen an!

Strukturell treibt Vorstandschef Markus Kamieth zwei Programme voran: Mit „CoreShift“ sollen die Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 um ein Fünftel sinken, flankiert von der „Winning Ways“-Strategie zur strafferen Kapitalallokation. Dazu kommt ein weiterer struktureller Schritt: Die EU-Kommission hat den Verkauf der Lacke-Sparte – künftig firmierend als Surventis – an den Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen genehmigt.

Der Unternehmenswert des Geschäfts liegt bei 8,7 Mrd. Euro, BASF behält einen Anteil von 40%.

Das Geld fließt in eine großzügige Ausschüttungspolitik.

Zwischen 2025 und 2028 sollen mindestens 12 Mrd. Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfließen.

Bei einer Dividendenrendite von aktuell 4,78% ist das ein Wort – auch wenn die Ausschüttungsquote 2025 mit rund 124% über dem tatsächlichen Gewinn lag, was auf Dauer nicht durchzuhalten wäre.

 

Analystenziele und Bewertung im Überblick
Stand Anfang Juli 2026, bezogen auf rund 47,78 Euro
53 Euro
Durchschnittliches 12-Monats-Kursziel (Konsens)
▲ rund +11% Potenzial
60 Euro
Höchstes Kursziel (Deutsche Bank)
▲ rund +26%
40 Euro
Vorsichtigstes Kursziel (J.P. Morgan)
▼ rund 16% unter dem Kurs
18,7
KGV (auf Basis der letzten 12 Monate)
▲ Marktkapitalisierung rund 42,4 Mrd. Euro
Quelle: Unternehmensangaben, aggregierte Analystenschätzungen. Stand: Juli 2026. Keine Anlageberatung.

 

Gespaltenes Lager: Zwischen Kaufempfehlung und Underweight

Selten war das Bild bei BASF so uneinheitlich wie derzeit.

Die Deutsche Bank bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 60 Euro und verweist dabei auf den laufenden Rückkauf als Kursstütze sowie ein erwartetes EBITDA-Plus von knapp einem Drittel im zweiten Quartal.

Goldman Sachs votiert ebenfalls mit „Buy“, hat das Ziel aber kurz vor den Zahlen von 63 auf 57 Euro gesenkt – Analystin Georgina Fraser begründet das mit vorgezogenen Bestellungen aus dem ersten Halbjahr, die die zweite Jahreshälfte dämpfen könnten.

Deutlich zurückhaltender sind Jefferies und J.P. Morgan. Jefferies senkte das Ziel zuletzt von 49 auf 44 Euro und bleibt bei „Hold“.

J.P. Morgan geht sogar noch weiter. Mit einem „Underweight“-Rating und einem fairen Wert von 40 Euro sieht die Bank die Aktie sogar spürbar unter dem aktuellen Kurs – ein klares Gegengewicht zu den Kaufempfehlungen und ein Beleg dafür, wie unterschiedlich der Markt das Timing der Chemiebranchen-Erholung einschätzt.

 

Aktuelle Analysten-Kursziele für BASF
Ausgewählte 12-Monats-Ziele, Stand Juli 2026
Analysehaus Kursziel Einstufung
Deutsche Bank 60 Euro Buy
Goldman Sachs 57 Euro Buy
Jefferies 44 Euro Hold
J.P. Morgan 40 Euro Underweight
Quelle: Aggregierte Analystenmeldungen. Stand: Juli 2026. Keine Anlageberatung.

 

Chancen und Risiken im Überblick

Die Gewinnüberraschung im ersten Quartal spricht für BASF, ebenso die klaren Fortschritte bei Portfoliobereinigung und Kostenprogramm. Ob das reicht, um die skeptischen Stimmen zu überzeugen, dürfte sich erst mit den Zahlen zum zweiten Quartal am 29. Juli zeigen.

 

BASF-Aktie: Chancen und Risiken
Sachliche Einordnung nach den Q1-Zahlen 2026
Chancen
  • Gewinn je Aktie im Q1 klar über dem Analystenkonsens (1,32 vs. 1,06 Euro)
  • CoreShift-Sparprogramm soll Fixkosten bis 2029 um ein Fünftel senken
  • Coatings-Verkauf an Carlyle (8,7 Mrd. Euro) schafft Mittel für Ausschüttungen
  • Ausschüttungsziel von mindestens 12 Mrd. Euro bis 2028 über Dividende und Rückkäufe
Risiken
  • J.P. Morgan sieht mit „Underweight“ und 40 Euro spürbares Abwärtsrisiko
  • Ausschüttungsquote 2025 bei rund 124% – Dividende zuletzt nicht durch Gewinn gedeckt
  • Vorgezogene Bestellungen im ersten Halbjahr könnten zweite Jahreshälfte bremsen
  • Auslaufen der ersten Rückkauf-Tranche Ende Juni entzieht dem Kurs eine Stütze
Quelle: Eigene Analyse, Unternehmensangaben. Keine Anlageberatung.

 

Fazit: Für wen sich die BASF-Aktie jetzt eignet

BASF eignet sich derzeit vor allem für dividendenorientierte, geduldige Anleger, die die hohe Ausschüttung als Entschädigung für eine noch unsichere operative Erholung akzeptieren und die branchentypische Zyklik der Chemiebranche mittragen können.

Wer dagegen auf einen klaren, von allen Analysten geteilten Aufwärtstrend setzen will, sollte die Zurückhaltung von Jefferies und besonders das Underweight-Rating von J.P. Morgan ernst nehmen – ein nennenswerter Teil der Straße hält die Aktie beim aktuellen Kurs für eher zu teuer als zu billig.

Klarheit dürfte erst der Ausblick zu den Q2-Zahlen Ende Juli bringen.

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