Aktie im Fokus: Scout24 – Analysten von Jefferies sehen rund 40% Kurspotential

Die im DAX enthaltene Aktie von Scout24 notierte am 23. Juli 2026 via Xetra auf einem hier für die Analyse relevanten Zwischentief von 66,35 Euro. Seitdem konnte sich die Aktie bis zum 31. August 2026 auf ein Zwischenhoch von 81,70 Euro erholen.

Zuletzt handelte die Scout24 Aktie im Bereich rund um die 73,85 Euro Marke.

Aufgrund dieses Kursverlaufs wären die nächsten Ziele auf der Ober- und Unterseite zu ermitteln.

  • Die Widerstände fänden sich bei 75,84 Euro, 81,70 Euro, 91,19 Euro, 97,05 Euro und 102,91 Euro.
  • Die Unterstützungen wären bei 72,21 Euro, 69,97 Euro und 66,35 Euro abzuleiten.

 

Scout24 Chart

 

Scout24 Kursziele

Die Experten von Jefferies vergaben ein Ziel von 102,50 Euro. Dieses Ziel wäre mit dem hier technisch ermittelten Widerstand von 102,91 Euro noch ausreichend zu erklären.

 

Scout24 Chart

 

Analyse der Broker-Test.de Redaktion

Scout24: die Fundamentaldaten

Scout24 wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,9 bewertet, das auf Basis der erwarteten Gewinne auf 16,4 zurückgeht. Diese Differenz deutet auf eine vom Markt unterstellte Gewinnsteigerung im kommenden Jahr hin. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 4,7 zeigt, dass die Aktie deutlich über dem bilanziellen Eigenkapital gehandelt wird, was angesichts der Geschäftsstruktur eines Unternehmens aus dem Bereich Communication Services mit vergleichsweise geringem Sachanlagevermögen einzuordnen ist. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA liegt bei 14,7 und ergänzt das Bild einer Bewertung, die über dem reinen Buchwert hinaus auch die operative Ertragskraft berücksichtigt.

Bei der Ertragskraft zeigt Scout24 eine operative Marge von 44,9%, was auf eine hohe Profitabilität im Kerngeschäft hindeutet. Die Eigenkapitalrendite liegt bei 22,8% und signalisiert, dass das eingesetzte Eigenkapital vergleichsweise effizient zur Gewinnerzielung genutzt wird. Das Umsatzwachstum von 20,0% gegenüber dem Vorjahresquartal zeigt zudem eine spürbare Ausweitung des operativen Geschäfts, die sich in Kombination mit der hohen Marge auf die Gewinnentwicklung auswirken kann.

Bei der Ausschüttungspolitik weist Scout24 eine Dividendenrendite von 2,0% aus, bei einer Ausschüttungsquote von 44,8%. Damit fließt weniger als die Hälfte des Gewinns an die Aktionäre zurück, während der übrige Teil im Unternehmen verbleibt. Diese Relation lässt Spielraum für Innovationen oder Schuldenabbau, ohne die Ausschüttung an die Substanz des Gewinns zu binden.

 

Scout24 – Kennzahlen im Überblick
Bewertung und Ertragskraft auf einen Blick
18,9×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (aktuell)
16,4×
Kurs-Gewinn-Verhältnis (erwartet)
2,0%
Dividendenrendite
44,8%
Ausschüttungsquote
Quelle: Broker-Test.de

 

Nächster Quartalstermin: 4. November 2026.

Scout24: Fazit für Anlegertypen

Für risikoaverse Anleger dürfte die Scout24-Aktie ein gemischtes Bild abgeben. Die operative Marge von 44,9% und eine Eigenkapitalrendite von 22,8% sprechen für ein außergewöhnlich profitables Geschäftsmodell, das gewisse Sicherheit vermitteln könnte. Allerdings notiert das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 4,7 und der Unternehmenswert zum EBITDA bei 14,7 – beides Werte, die auf eine bereits ambitionierte Bewertung hindeuten und wenig Puffer nach unten lassen könnten. Die Dividendenrendite von 2,0% bei einer moderaten Ausschüttungsquote von 44,8% ließe sich immerhin als Zeichen einer nachhaltigen, nicht überstrapazierten Ausschüttungspolitik lesen.

Risikoaffine Anleger könnten sich hingegen stärker an der Charttechnik und dem Analystenkonsens orientieren, die beide auf ein Kurspotential von rund 40% bis zum jeweiligen Zielwert hindeuten. Bemerkenswert ist dabei, dass sich das Kursziel von Jefferies mit 102,50 Euro und der technisch ermittelte Widerstand bei 102,91 Euro nahezu decken – eine seltene Übereinstimmung von Chart- und Fundamentalperspektive, die die Region um 100 Euro als potenziell relevante Marke erscheinen lässt. Untermauert werden könnte diese Einschätzung durch das kräftige Umsatzwachstum von 20,0% gegenüber dem Vorjahresquartal, das operative Dynamik signalisiert.

Für kurzfristig orientierte Anleger liefert insbesondere die Charttechnik eine klare Orientierungsmarke: Mit dem Widerstand bei 102,91 Euro und einem daraus abgeleiteten Potential von etwa 40% wäre ein konkretes Kursziel definiert, an dem sich kurzfristige Positionen ausrichten ließen. Da dieses Niveau nahezu deckungsgleich mit dem höchsten Analystenkursziel ist, könnte sich hier eine Situation ergeben, in der technische und fundamentale Erwartungen kurzfristig zusammenlaufen.

Langfristig orientierte Anleger könnten dagegen mehr Gewicht auf die Entwicklung der Ertragskraft legen. So sinkt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell 18,9 auf erwartete 16,4, was auf steigende Gewinne und damit auf eine sich verbessernde Bewertungsbasis hindeuten könnte. In Kombination mit der hohen Eigenkapitalrendite von 22,8% und dem zweistelligen Umsatzwachstum ließe sich daraus eine langfristige Wachstumsstory ableiten – auch wenn die im Vergleich hohe Bewertung über Kurs-Buchwert-Verhältnis und EV/EBITDA daran erinnert, dass ein Teil dieser Erwartungen bereits im aktuellen Kurs eingepreist sein dürfte.

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