Adé Griechenland oder warum diesen Sommer alles anders sein wird!

QTrade Kolumne: 
Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wird immer realistischer. Am Wochenende erst wurden erneut die Verhandlungen zwischen Vertretern der EU und der griechischen Regierung abgebrochen. Zuvor hatten Repräsentanten des Internationalen Währungsfonds (IWF) entnervt die Gespräche verlassen. In den deutschen Medien versucht man zusehends der griechischen Regierung die Schuld in die Schuhe zu schieben. Doch hängt vieles nach wie vor davon ab, ob die Griechen einen Schuldenschnitt bekommen oder nicht. Fakt ist, dass die Regierung die aktuellen Rückzahlungen nicht gewährleisten kann und auch alle bisherigen Versuche ohne einen Schuldenschnitt die Dinge zu regeln, vollkommen gescheitert sind.

Trader aufgepasst – es geht wieder los!
Wer letztes Jahr aktiv an den Märkten unterwegs war, wird sich an die Zeit der niedrigen Volatilität ab April erinnern. Über mehrere Monate hinweg brachen sowohl Volatilitätswerte als auch Handelsvolumen bei Brokern massiv ein. Die Märkte verfielen in eine Lethargie und Trader landauf und landab suchten verzweifelt nach Chancen, die es nicht mehr gab. Nichts bewegte sich und Niemand konnte etwas dagegen tun. Erst gegen Ende des Sommers als der US-Dollar zu einer fulminanten Rallye ansetzte, kam wieder Schwung in die Märkte. Broker wissen, dass in den heißen Sommermonaten meist wenig los ist. Viele Trader gehen in den Urlaub, dadurch sinken die Handelsvolumen und gleichzeitig auch die Volatilität. Doch diesmal wird es anders sein!

Griechenland sei Dank…
Liege ich mit meiner Einschätzung richtig, dann wird es noch in diesem Monat zu größeren Bewegungen an den Finanzmärkten kommen. Bereits am Montag sackte der DAX zweitweise um zwei Prozent ab. Die Aktienmärkte in Griechenland sogar um sieben Prozent. Günther Oettinger fordert öffentlich im SPIEGEL einen Notfallplan für einen griechischen Austritt und die Griechen geben sich bockig. Die Lage spitzt sich zu und schon am 01. Juli 2015 könnte Griechenland aus der EU fliegen. Bis dahin sind es nur noch knapp zwei Wochen, in denen schon kleinste Äußerungen die Märkte bewegen werden.

Ein heißer Sommer steht bevor!
Auch wenn ich kein Meteorologe bin, handle ich doch an den Märkten seit über 12 Jahren. Egal wie es ausgehen wird, werden wir diesen Sommer starke Schwankungen erleben. Tritt Griechenland aus, herrscht Unsicherheit wie es weitergehen wird. Spekulanten werden darauf setzen, dass auch andere Länder wie bspw. Großbritannien austreten könnten, nachdem der Präzedenzfall eingetreten ist. Bleibt Griechenland in der EU, dann wieder nur durch einen Kompromiss der nur kurze Zeit halten wird. Es wird endlich Zeit, dass die Griechenlandfrage nachhaltig geklärt wird, damit Zeit für einen Neuanfang ist. Das Wissen auch die Finanzmärkte und stellen sich nun darauf ein, dass es endlich zu einer endgültigen Klärung kommen wird!

Von Sebastian Hell, QTrade 

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