Aktie im Fokus: Carlyle Group – Dividendenrendite von 4,3% und über 50% Renditepotenzial

Freedom Finance: Carlyle Group, Inc. (CG.US) ist einer der größten Private-Equity-Fondsmanager.

Das Unternehmen ist in drei Segmenten tätig: Global Private Equity, Global Credit und Global Investment Solutions.

Die Carlyle Group wurde 1987 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Washington D.C.

 

Was ist die Idee?

  • Für die kommenden Jahre wird der Branche für alternative Investitionen ein zweistelliges Wachstum vorausgesagt. Carlyle ist einer der größten Private-Equity-Fondsmanager.
  • Bei Private-Equity-Fonds können die Anleger ihr Vermögen nicht abziehen. Carlyle droht daher keine plötzliche Abnahme des verwalteten Vermögens und somit kein Rückgang bei den Managementgebühren.
  • Die langjährige Erfahrung der Mitbegründer von Carlyle ermöglicht es, das Unternehmen erfolgreich zu führen, bis ein neuer CEO gefunden ist.
  • Sollte das schwierige makroökonomische Umfeld anhalten, wird der Aktienkurs von Carlyle durch Dividendenzahlungen gestützt werden.
  • Das Unternehmen wird mit einem Abschlag zum Branchendurchschnitt gehandelt. Dem Konsens der Wall Street zufolge liegt das Kurspotenzial bei mehr als 50%.

 

 

Warum gefällt uns The Carlyle Group?

Grund 1: Chance für die Branche

Der Studie, „2022 Global Alternatives“ von Preqin zufolge beläuft sich das von alternativen Vermögensverwaltern gemanagte Vermögen (AUM) aktuell auf 13 Billionen US-Dollar. Es wird erwartet, dass das verwaltete Vermögen bis zum Jahr 2026 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 15,4% auf 23,2 Billionen US-Dollar ansteigen wird.

Private Equity und Risikokapital (PEVC) stellen dabei die größte Anlageklasse dar: Bis 2026 dürfte das verwaltete Vermögen auf mehr als 11 Billionen US-Dollar ansteigen und damit fast die Hälfte des gesamten verwalteten Vermögens ausmachen (49%).

 

Quelle: eigene Zusammenstellung

Quelle: eigene Zusammenstellung

 

Einer im November 2021 von Preqin durchgeführten Umfrage unter mehr als 300 Anlegern zufolge investiert die Mehrheit der institutionellen Akteure weiterhin in alternative Anlageformen.

86% der Anleger gaben an, dass ihre Erwartungen an die Performance im Jahr 2021 erfüllt oder übertroffen wurden. Und obwohl sie sich vor steigenden Zinsen fürchten, gehen 51% der Befragten davon aus, dass sie in Zukunft den gleichen Betrag in alternative Anlageformen investieren werden, während 32% angaben, dass sie ihre Investitionen aufstocken wollen.

Da es sich bei den Befragten um institutionelle Akteure mit einem starken Fokus auf Planungssicherheit und Verwaltungsabläufe handelt, ist es unwahrscheinlich, dass sie die Zusammensetzung ihrer Anlageportfolios ändern werden, selbst wenn sich das makroökonomische Umfeld verschlechtern sollte.

Die Carlyle Group verwaltet ein Vermögen in Höhe von 369 Milliarden US-Dollar, wobei sie mit den folgenden Unternehmen konkurriert:

  • Blackstone (AUM — $951 Milliarden US-Dollar)
  • Apollo Global Management (AUM — $523 Milliarden US-Dollar)
  • KKR & Co. (AUM — $496 Milliarden US-Dollar)
  • CVC Capital Partners (AUM — $131 Milliarden US-Dollar)
  • Thoma Bravo (AUM — $122 Milliarden US-Dollar)

Obwohl Carlyle zu den Marktführern gehört und gemessen am verwalteten Vermögen das viertgrößte Unternehmen ist, beträgt der Abstand zu Blackstone ein Vielfaches, was Carlyle Raum für weiteres Wachstum gibt.

 

 

Grund 2: Gegenwind ist nur vorübergehend

Carlyle hat im vergangenen Jahr etwa die Hälfte seiner Marktkapitalisierung verloren. Der Rückgang ist sowohl auf allgemeine Marktfaktoren – straffere Geldpolitik und geringerer Appetit auf risikoreiche Kapitalanlagen – als auch auf spezifische Gründe zurückzuführen, die für die Carlyle Group und andere Unternehmen der Private-Equity-Branche gelten. Zu diesen Gründen gehören:

  • Schlechtere Finanzergebnisse
  • Fehlen eines ständigen Geschäftsführers
  • Nachlassender Kapitalzufluss

In den ersten neun Monaten des Jahres 2022 ist der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr um 45,2% zurückgegangen, was auf ein Vielfaches auf geringere Wertentwicklung zurückzuführen ist.

Der Rückgang wurde durch ein erhebliches Engagement im Private-Equity-Bereich verursacht: Das Segment Global Private Equity machte 73,4% der Gesamteinnahmen aus, während auf Global Credit 17,7% und auf Global Investment Solutions 8,8% entfielen.

Nach der vielbeachteten Entlassung von Kewsong Lee als CEO im August dieses Jahres verloren die Aktien von Carlyle über 1 Milliarde US-Dollar an Marktwert. William Conway, einer der Gründer von Carlyle, hat vorübergehend die Leitung des Unternehmens übernommen.

Aufgrund des Fehlens eines ständigen CEO und des schwierigen makroökonomischen Umfelds musste die Carlyle Group einen drastischen Rückgang beim Kapitalzufluss hinnehmen. Während das Unternehmen im letzten Quartal noch einen Zufluss von 10 Milliarden US-Dollar verzeichnete, ist der Betrag nun auf 6 Milliarden US-Dollar zurückgegangen.

Infolgedessen sank das verwaltete Vermögen um 2%, sodass sich das für Investitionen verfügbare Kapital um 9% auf 74 Milliarden US-Dollar verringerte.

 

Quelle: eigene Zusammenstellung

Quelle: eigene Zusammenstellung

 

Private-Equity-Unternehmen waren schon immer sehr volatil: In pessimistischen Zeiten sinken die Einnahmen, erholen sich aber ebenso schnell wieder, wenn der Markt im Aufwind ist. Im Gegensatz zu Investmentfonds können die Anleger bei Private-Equity-Fonds ihr Vermögen nicht abziehen.

Meistens werden solche Fonds für 5 bis 10 Jahre aufgelegt. Carlyle trägt daher nicht das Risiko eines starken Rückgangs beim verwalteten Vermögen und bei den Managementgebühren, sondern nur bei der Performancegebühr.

Die Schlüsselfrage, die sich die Analysten stellen, lautet also nicht: „Werden sich die Ergebnisse erholen?“, sondern „Wann werden sie sich erholen?“

Das Fehlen eines ständigen Geschäftsführers gibt berechtigten Anlass zur Sorge, da dieser weitgehend die Richtung der strategischen Entwicklung des Unternehmens bestimmt.

Unserer Ansicht nach ist der Einfluss dieses Faktors jedoch sehr begrenzt, da die Gründer des Unternehmens nach wie vor die Mehrheitsaktionäre sind und sie den Entwicklungspfad von Carlyle bestimmen.

Die langjährige Berufserfahrung von William Conway, David Rubenstein und Daniel D’Agnello ermöglicht es, das Unternehmen erfolgreich zu führen, bis ein ständiger CEO gefunden ist.

 

Grund 3: Dividendenrendite

Sollte das schwierige makroökonomische Umfeld anhalten, wird der Aktienkurs von Carlyle durch Dividendenzahlungen gestützt. Derzeit bietet das Unternehmen seinen Aktionären eine Rendite von 4,3%, die beste unter den Mitbewerbern.

Das Unternehmen ist nicht nur in der Lage, sein derzeitiges Ausschüttungsniveau beizubehalten, sondern es auch zu erhöhen.

Erstens schüttete Carlyle in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 rund 325,4 Millionen US-Dollar an Dividenden aus, was 28,9% des Nettogewinns für diesen Zeitraum entspricht.

Sollte das Finanzergebnis wieder das Niveau des letzten Jahres erreichen, wird sich die Ausschüttungsquote halbieren.

Zweitens hat Carlyle eine Dividendenhistorie von mehr als einem Jahrzehnt. Das Unternehmen zahlte sogar im Jahr 2020 eine Dividende.

 

Quelle: Seeking Alpha

Quelle: Seeking Alpha

 

Finanzkennzahlen

Die Finanzergebnisse von Carlyle für die letzten 12 Monate lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Der größte Einnahmeposten von Carlyle sind die Kapitalerträge, die in erster Linie aus erfolgsabhängigen Gebühren stammen. Sie gingen bis zum Ende des letzten Berichtszeitraums um 51,6% auf 3,25 Milliarden US-Dollar zurück.
  • Die Managementgebühren, die zweitgrößte Einnahmequelle, stiegen um 21% auf 2,02 Milliarden US-Dollar.
  • Die Fondsgebühren stiegen um 19,7% auf 58,4 Millionen US-Dollar, während die sonstigen Einnahmen um 14,1% auf 392 Millionen US-Dollar stiegen.
  • Die Gesamteinnahmen für die letzten 12 Monate beliefen sich auf 5,72 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang um 34,9% gegenüber 2021. Der Rückgang ist auf eine Halbierung der Kapitalerträge zurückzuführen.
  • Der Nettogewinn (TTM) belief sich auf 1,75 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 2,98 Milliarden US-Dollar im selben Zeitraum des vergangenen Jahres. Die Nettomarge ging um 3,4 Prozentpunkte auf 30,52% zurück.

Die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2022 lauten wie folgt:

  • Die Kapitalerträge beliefen sich auf 422 Millionen US-Dollar, verglichen mit 1,14 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
  • Die Managementgebühren stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,5% auf 536 Millionen US-Dollar.
  • Die Fondsgebühren stiegen um 15,3% auf 15,1 Millionen US-Dollar, während die sonstigen Erträge um 37,1% auf 115 Millionen US-Dollar stiegen.
  • Der Nettogewinn belief sich auf 280,8 Millionen US-Dollar, verglichen mit 532,8 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor. Die Nettomarge ging um 6,7 Prozentpunkte auf 25,8% zurück.

Der operative Cashflow für den jüngsten Berichtszeitraum (TTM) betrug 230 Millionen US-Dollar, verglichen mit 1,79 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der Rückgang ist auf einen geringeren Nettogewinn und einen Anstieg der Investitionen des Unternehmens in Finanzanlagen zurückzuführen (im Falle von Carlyle werden die Investitionen als Teil der betrieblichen Tätigkeit betrachtet).

Der freie Cashflow ging von 1,75 Milliarden auf -427,7 Millionen US-Dollar zurück. Der negative freie Cashflow ist auf den Erwerb einer Reihe kleinerer Unternehmen zurückzuführen, darunter Abingworth LLP und CLO Management.

Carlyle verfügt über eine gesunde Bilanz: Die Gesamtverschuldung liegt bei 2,24 Milliarden US-Dollar, die Barmitteläquivalente und kurzfristigen Anlagen belaufen sich auf 1,54 Milliarden US-Dollar und die Nettoverschuldung beträgt 696 Millionen US-Dollar, was dem Dreifachen des operativen Cashflows (TTM) entspricht – das Verhältnis Nettoverschuldung zu Barmitteln aus dem operativen Geschäft lieg bei 3,02x.

 

 

Bewertung

Carlyle wird derzeit auf dem Niveau von 2019/20 gehandelt, obwohl das verwaltete Vermögen des Unternehmens seither um mehr als 60% angestiegen ist.

Das Unternehmen wird mit einem Abschlag zum Branchendurchschnitt gehandelt:

 

Quelle: eigene Zusammenstellung basierend auf Schätzungen

Quelle: eigene Zusammenstellung basierend auf Schätzungen

 

Das von Evercore unter den Investmentbanken am tiefsten angesetzte Kursziel liegt bei 32,00 US-Dollar pro Aktie. Oppenheimer sieht für die Aktie von Carlyle hingegen ein Kursziel von 59,00 US-Dollar.

Dem Konsens zufolge liegt der Fair Market Value der Aktie bei 44,90 US-Dollar, was ein Kurspotenzial von 53,24 % impliziert.

 

Quelle: eigene Zusammenstellung

Quelle: eigene Zusammenstellung

 

Hauptrisiken

  • Die Vermögensverwaltungsbranche reagiert sehr empfindlich auf Konjunkturzyklen. Sollte die Wirtschaft in eine Rezession abgleiten, könnte Carlyle mit einer weiteren Abschwächung der Kapitalzuflüsse konfrontiert werden, wodurch die Einnahmen erheblich sinken würden.
  • Carlyle muss mit anderen Private-Equity-Schwergewichten nicht nur um die verfügbaren Vermögenswerte, sondern auch um Investitionsziele konkurrieren. Dieser Faktor könnte die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, langfristig organisch zu wachsen.
  • Die Auswirkungen der Risiken, die sich aus dem Fehlen eines ständigen CEO ergeben, sind begrenzt. Dennoch könnten mögliche künftige Umbesetzungen in der Führungsspitze zu Unsicherheit führen und die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, das verwaltete Vermögen erfolgreich zu steigern.
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