Banken rüsten sich für einen ungeregelten Brexit

Bankenverband: Die deutschen Geldhäuser rüsten sich dem Bankenverband zufolge mit höchster Aufmerksamkeit für einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU.

“Für die Banken gilt: Alles andere als die Vorbereitung auf einen harten Brexit wäre unverantwortlich”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Andreas Krautscheid, heute in Berlin. “Wir sind seit Monaten mit unseren Banken dabei, jeden Vorgang abzuklopfen, ob er Brexit-relevant ist.”

Die nötigen gesetzlichen Vorbereitungen seien getroffen. “Wir können nur hoffen, dass wir alles gesehen haben, und sind mit allen, die uns helfen müssten, in Kontakt”, sagte Krautscheid. Sein Appell an die Briten: “Stimmt dem zu, was auf dem Tisch liegt. Etwas Besseres wird es nicht geben.”

 

 

Neben dem Brexit sieht der Bankenverband weitere Risiken, vor allem durch die niedrigen Zinsen und die Digitalisierung, den Handelsstreit und die Europawahl.

2019 könne ein weiteres gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft werden, dies sei aber keineswegs sicher. Der Verband appellierte an die Europäische Zentralbank (EZB), ihre lockere Geldpolitik zu straffen und einen verlässlichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Negativzinspolitik vorzulegen. Der Strafzins von 0,4 Prozent mache den Geldhäusern zu schaffen, betonte Hauptgeschäftsführer Christian Ossig.

Für die Institute im Euroraum wirkten die Negativzinsen wie eine Sondersteuer, die sie bereits mit rund 20 Milliarden Euro belastet hätten. Wichtig für die Branche sei ein einheitlicher europäischer Finanzbinnenmarkt, der auch die gesamte Wirtschaft Europa ankurbeln könnte. Von diesem sei man aber noch ein ganzes Stück entfernt, sagte Ossig. Vielmehr herrsche etwa in Fragen der Regulierung ein Flickenteppich.

 

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