Bitcoin kehrt in die Gewinnzone zurück

Da der Fokus in den letzten Wochen stark auf den Öl- und Goldmärkten lag, war es leicht, die neuesten Entwicklungen auf dem Kryptomarkt aus den Augen zu verlieren.

Nachdem Bitcoin im Februar eine fünfmonatige Verlustserie erreicht hatte, machten hitzige Gerüchte über einen weiteren „Krypto-Winter“ die Runde.

Von seinem Allzeithoch im Oktober 2025 bei 126.210,50 US-Dollar verlor BTC letztlich in zwei großen Drawdowns (Einbrüchen) über 50 % seines Wertes und erreichte am 5. Februar 2026 kurzzeitig ein lokales Tief von 60.074,20 US-Dollar.

Seitdem ist die Erholung ermutigend, wenn auch bislang noch nicht völlig überzeugend.

Im März stieg Bitcoin um 2,2 %, was den ersten monatlichen Gewinn seit September markierte.

Dies sendete sowohl an private als auch an institutionelle Anleger das Signal, dass die Ur-Kryptowährung das Schlimmste nun hinter sich haben könnte.

 

Bitcoin Chart

 

Interessanter als der Preisrückgang von BTC ist jedoch vielleicht das, was seine Entwicklung über den heutigen Kryptomarkt verrät.

Es ist kein Zufall, dass der Absturz zeitgleich mit den zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und in Südamerika begann.

Jede weitere Abwärtswelle ereignete sich bei wichtigen geopolitischen Eskalationen, wie etwa der Entführung von Maduro und dem Krieg mit dem Iran.

Es hat daher den Anschein, als verhalte sich Bitcoin zunehmend wie eine gewöhnliche Wachstumsaktie und nicht mehr wie eine völlig eigenständige Anlageklasse. Wie so oft ist die Wahrheit jedoch etwas komplexer.

In diesem Artikel werden wir versuchen zu erklären, wie makroökonomische Faktoren und Liquidität auf die eher traditionellen Marktkräfte der Kryptowelt trafen, um zur aktuellen Situation zu führen – und wohin die Reise von hier aus gehen könnte.

 

Weder das eine noch das andere

Nach über einem Jahrzehnt als eigenständige Anlageklasse mit ihren ganz eigenen, größtenteils spekulativen und Meme-basierten Boom-und-Bust-Zyklen hat sich Krypto allmählich zu einem „echten“ Anlageinstrument entwickelt. Neben dem massiven Liquiditätszufluss in Form von institutionellen Investitionen über ETFs und dergleichen, führte dies auch dazu, dass Bitcoin heute genauso empfindlich auf geopolitische, liquiditätsbedingte und makroökonomische Faktoren reagiert wie ähnliche Risikoanlagen (Risk-on-Assets), beispielsweise Aktien.

Obwohl Bitcoin sich ursprünglich als digitale Alternative zu Gold präsentierte, ähnelt er heute weit mehr einer Tech-Aktie mit hohem Alpha-Faktor als digitalem Edelmetall.

Wie bereits erwähnt, fielen die großen Kursverluste zeitlich exakt mit der Eskalation geopolitischer Konflikte zusammen.

Die jüngste Erholung auf Werte zwischen 68.000 und 72.000 US-Dollar folgte, nachdem Daten zeigten, dass die US-Inflation im Januar mit 2,4 % in greifbare Nähe des Ziels der US-Notenbank (Fed) gesunken war.

Dies wurde sicherlich durch die Markterwartungen auf Zinssenkungen durch Trumps neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh befeuert – Erwartungen, die sich nun weiter intensivieren dürften, da der geringere Preisdruck mehr geldpolitische Flexibilität ermöglicht.

Das FedWatch-Tool der CME sieht derzeit die Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen bis in den Sommer hinein bei über 90 %.

Aber in einem Monat kann sich viel ändern, und die Märkte werden Warshs erste Kommentare nach der Notenbanksitzung im Mai sicherlich genau im Auge behalten. Der schwächere Dollar trägt ebenfalls dazu bei, den nominalen Wert von Bitcoin zu steigern, da dieser in USD ausgedrückt wird.

Im aktuellen Kontext der De-Dollarisierung und potenziell niedrigerer Zinsen auf mittlere Sicht ist schwer vorstellbar, dass sich dieser positive Faktor für den BTC-Preis umkehren wird.

Dennoch wird die weitere Entwicklung des Bitcoin-Preises nun stark von externen Faktoren abhängen – allen voran der US-Außenpolitik und der nationalen Geldpolitik.

BTC hinkt bei Rallys zwar immer noch den Aktien hinterher, aber seine groben Bewegungen sind eindeutig enger an den Aktienmarkt gekoppelt als je zuvor.

 

Ein Wendepunkt

Wie bereits besprochen, war die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin eine der Haupttriebfedern für seine Entwicklung von einem spekulativen Meme-Asset zu einem respektierten Anlageinstrument. Es überrascht daher nicht, dass diese jüngste Preisstabilisierung mit der Rückkehr zu Netto-ETF-Zuflüssen einhergeht.

Nach Monaten der Nettoabflüsse kehrte sich der Trend Mitte März um, als innerhalb einer Woche rund 700 Millionen US-Dollar reinvestiert wurden.

Dieses Tempo wurde seitdem beibehalten, sodass sich die gesamten Nettozuflüsse der letzten drei Wochen auf rund 2,1 Milliarden US-Dollar belaufen.

Noch ermutigender ist die Tatsache, dass der institutionelle Markt weiter wächst: Morgan Stanley steht kurz davor, einen eigenen Spot-ETF auf den Markt zu bringen, und Franklin Templeton richtet seine Franklin-Crypto-Option gezielt an Pensionsfonds, die zuvor noch nicht im Kryptosektor engagiert waren.

Wichtig ist auch die Angebotsdynamik nach dem Halving vom April 2024, die nach wie vor eine Rolle spielt. Das Angebotswachstum hat sich deutlich verlangsamt, und die Mining-Kosten liegen derzeit bei rund 80.000 US-Dollar pro BTC (und das ohne durch Kriege verursachte plötzliche Energiepreissteigerungen).

Dies war im Jahr 2025 kein Problem, als die Preise im Durchschnitt bei 100.000 US-Dollar oder höher lagen, aber jetzt wird diese Schwelle zunehmend wichtig.

 

Bitcoin 10-Jahreschart

Bitcoin 10-Jahreschart

Einige Miner waren aus betrieblichen Gründen zum Verkauf gezwungen. Diese relativ hohen Produktionskosten bedeuten jedoch, dass normale Marktkräfte die Preise letztendlich zumindest wieder über dieses Kostenniveau treiben werden – und angesichts der beobachteten Stabilisierung könnte dieser Wendepunkt genau jetzt erreicht sein. Die Marktstimmung dreht sich nach einer Phase extremer Angst sichtlich.

Da der geopolitische Gegenwind allmählich nachlässt, werden die Voraussetzungen für Wachstum umso deutlicher zutage treten. Die meisten überhebelten oder übermäßig sensiblen Akteure wurden bereits aus dem Markt geschüttelt.

Was bleibt, ist eine Kombination aus Walen, cleveren privaten HODLern und professionellen Anlegern, die versuchen, den Dip zu kaufen.

Vieles wird davon abhängen, was wir in den kommenden Wochen beobachten können, aber die technischen Daten deuten darauf hin, dass die Talsohle bereits erreicht wurde.

 

 

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