Die Nachfrage nach Fremdwährungsanleihen an der Börse Stuttgart nimmt stetig zu. Allerdings war es Anlegern bislang oft nicht möglich, Staatsanleihen von Ländern außerhalb der Eurozone zu handeln. Jetzt hat die Börse Stuttgart ihr Produktangebot für Privatanleger massiv ausgeweitet.
Bereits die Neueinführungen von schwedischen Staatsanleihen und norwegischen Staatsanleihen Mitte Februar stießen auf rege Nachfrage – allein die norwegischen Papiere sorgten im Februar für einen Umsatz von über 23 Millionen Euro. Um das Angebot zu erweitern und für private Investoren noch attraktiver zu gestalten, wurde die Palette jetzt um neuseeländische und australische Staatsanleihen erweitert.
"Die Anleger tätigen seit einiger Zeit verstärkt Investments in Fremdwährung, um die Risiken aus der Euro-Schuldenkrise zu minimieren", sagt Michael Görgens, Leiter des Fonds- und Anleihenhandels der Börse Stuttgart. "Mit der Erweiterung unseres Angebots gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse der Privatanleger ein." Dabei ist es kein Zufall, dass insbesondere die skandinavischen und ozeanischen Währungen im Fokus von Investoren stehen. Bereits im Jahr 2009 bezeichnete das „Time Magazine“ die norwegische Krone als „sicherste Währung weltweit“.
Ein Blick auf die Statistik verdeutlicht:
Während die Eurozone und die USA mit einer ausufernden Staatsverschuldung zu kämpfen haben, erzielten die Norweger in den vergangenen Jahren laut OECD einen durchschnittlichen Haushaltsüberschuss von über 10 Prozent pro Jahr. Dabei kommt Norwegen sein enormer Rohstoffreichtum zugute – ein Umstand, der Norwegen gemessen am Bruttonationaleinkommen zum reichsten Staat der Erde macht. Der Austral-Dollar (AUD) ist ähnlich wie die norwegische Krone eine klassische „Rohstoff-Währung“.
Vom Preisauftrieb bei Rohstoffen in den vergangenen Jahren konnte der australische Dollar überproportional profitieren. Allein auf Jahressicht verlor der Euro gegenüber dem Austral-Dollar gut 14 Prozent an Wert. Das wirkt sich besonders positiv auf die Performance einer Fremdwährungsanleihe aus. Zudem gehören Schweden, Norwegen und Australien zu den wenigen Staaten, die noch immer über das Top-Rating „AAA“ bei den drei großen US-Ratingagenturen verfügen.
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