DAX schafft den Ausbruch

Mehrere Wochen hat der deutsche Leitindex auf den Ausbruch hingearbeitet. Wäre der Brexit-Absturz nicht gewesen, wäre der Ausbruch aus dem seit mehr als einem Jahr bestehenden Abwärtstrend, womöglich bereits zwei Monate früher erfolgt? Hätte und wäre sind jedoch die falschen Wörter im Börsenhandel.

Fakt ist, dass wir die 10.500 Punkte-Zone seit mehreren Wochen im Visier hatten und darauf hingewiesen haben, dass der Ausbruch immer wahrscheinlicher wird. Darauf deutete beispielsweise der vorzeitige Ausbruch beim TecDAX hin. Der DAX schießt demzufolge über das Ausbruchsniveau hinaus und notiert gegen Ende der Woche 200 Punkte höher (Future). Die Gewinner in dieser Woche waren die Deutsche Bank, Commerzbank, Linde, Münchner Rückversicherungen und Thyssen Krupp.

Gute Konjunkturdaten aus Deutschland, gemischte aus den USA
Dabei konnten allen voran deutsche Konjunkturdaten in dieser Woche überzeugen. So ist die Industrieproduktion per Monat Juni besser als erwartet ausgefallen. Der Verbraucherpreisindex lag im Rahmen der Erwartungen – im Jahresvergleich bei 0,4 % und im Vergleich zum Vormonat bei 0,3 %. Auch die vorläufigen Zahlen zum Q2-BIP Wachstum konnten überzeugen.

Auf Jahressicht wuchs die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 3,1 %, nach lediglich 1,5 % im Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal gab es zwar einen Wert von 0,4 % nach 0,7 % zuvor, allerdings wurden Erwartungen übertroffen. Man hat mit einem Wachstum von 0,2 % gerechnet. Einzige Enttäuschung war das Handelsbilanzsaldo, das aufgrund der viel geringer als erwarteten Exporten und höher als erwarteten Importen, per Monat Juni rückläufig gewesen ist.

Aus den USA gab es gemischte Zahlen. Besonders negativ wurde die US-Arbeitsproduktivität für das zweite Quartal aufgenommen. Hingegen bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin stabil, wie der JOLTS-Report und die wöchentlichen Anträge auf Arbeitsloseunterstützung zeigen. Negativ und unter den Erwartungen sind US-Einzelhandelsumsätze per Monat Juli ausgefallen. Der US-Dollar gab in Folge dessen nach.

Banken, Industrie und Versicherer treiben DAX
Gleich zu Beginn der Woche haben Industrietitel wie Thyssen Krupp und Linde einen starken Auftakt hingelegt. Womöglich in Erwartung positiver Quartalsdaten. Die überaus positiven Daten zur deutschen Industrieproduktion unterstützten diesen Trend. Später folgte die Erholung bei Banken und den Versicherern. Sie schoben den DAX quasi über die Trendlinie hinaus.

Prognose
Die August-Lethargie scheint verschoben worden zu sein. Sowohl US-Aktienmärkte als auch die deutschen machen neue Jahreshochs. Risiken wie das Brexit oder EU-Banken scheinen aktuell keinen mehr zu interessieren. Man will schließlich auch was verdienen und in den letzten 1 ½ Jahren war es besonders im DAX sehr schwer. Man sollte daher den aktuellen Ausbruch nicht ignorieren und als ein Signal zur weiteren Stärke wahrnehmen. Erst ein Unterschreiten des Ausbruchsniveaus, würde wieder auf ein erhöhtes Risiko hindeuten. Sofern der Kurs jedoch über der 10.500 Punkte-Zone bleibt, darf man ruhigen Gewissens, zumindest mittelfristig, Zuversicht zeigen.

 

Chart: DAX Index (täglich)

 

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