Deutsche Telekom: Rekordinvestitionen treiben Wachstum

  • Konzern erreicht alle Finanzziele 2017
  • Umsatz steigt 2017 um 2,5 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro, organisches Plus von 3,6 Prozent
  • Plus von 29,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro beim Konzernüberschuss, plus 46,8 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro auf bereinigter Basis
  • Rekordinvestitionen weltweit von mehr als 12 Milliarden Euro, davon 5,4 Milliarden Euro in Deutschland
  • Dividende soll zum dritten Mal in Folge steigen, Vorschlag an die Hauptversammlung von 65 Cent je Aktie
  • Prognose für 2018: Bereinigtes EBITDA plus 4 Prozent auf rund 23,2 Milliarden Euro, Free Cashflow plus 12 Prozent auf rund 6,2 Milliarden Euro

Die Deutsche Telekom hat auch im Jahr 2017 alle ihre Finanzziele erreicht. Das bereinigte EBITDA stieg bei vergleichbarem Konsolidierungskreis und konstanten Wechselkursen um 4,9 Prozent auf 22,45 Milliarden Euro.

Es lag damit exakt in der Mitte der Spanne von 22,4 bis 22,5 Milliarden Euro, auf die der Konzern die Prognose in zwei Schritten im Jahresverlauf angehoben hatte. Das ausgewiesene bereinigte EBITDA legte um 3,8 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro zu. Beim Free Cashflow betrug das Wachstum 11,3 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro.

„Die Deutsche Telekom wächst auf ihren Märkten weltweit“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Tim Höttges. „Im Jahr 2017 haben wir wieder einmal gehalten, was wir versprochen haben. Auch unsere Aktionäre sollen von unseren Erfolgen profitieren. Deshalb wollen wir zum dritten Mal in Folge die Dividende erhöhen.“

Mehr Dividende für Telekom-Aktionäre
Beim Kapitalmarkttag 2015 hatte der Konzern angekündigt, die Höhe der Dividende werde der Entwicklung des Free Cashflows folgen. Entsprechend werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 17. Mai eine Ausschüttung von 65 Cent je Aktie vorschlagen.

Damit steigt die Dividende von 50 Cent für das Geschäftsjahr 2014, über 55 Cent für 2015 und 60 Cent für 2016 abermals um 5 Cent je Aktie. Das ist ein Plus von 30 Prozent in drei Jahren.

Rekordinvestitionen
Mit Rekordinvestitionen von 12,1 Milliarden Euro ohne Ausgaben für Mobilfunkspektrum baute die Deutsche Telekom 2017 vor allem ihre Netze weiter aus. Das war eine Steigerung um 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Inklusive Spektruminvestitionen waren es sogar 19,5 Milliarden Euro – ein Plus von 42,9 Prozent.

Der Konzernüberschuss stieg im abgelaufenen Jahr um 29,4 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Zu den zahlreichen Einflüssen auf diese Finanzkennzahl gehörte im vierten Quartal ein positiver Einmaleffekt aus der Steuerreform in den USA von 1,7 Milliarden Euro. Auf bereinigter Basis fiel der Zuwachs mit 46,8 Prozent auf 6,0 Milliarden Euro noch deutlicher aus.

Die Deutsche Telekom will den Wachstumskurs der vergangenen Jahre auch 2018 fortsetzen. Bei leicht steigenden Umsätzen soll das bereinigte EBITDA im laufenden Jahr um über 4 Prozent auf rund 23,2 Milliarden Euro steigen.

Gleichzeitig soll der Free Cashflow um mehr als 12 Prozent auf rund 6,2 Milliarden Euro zulegen. Diese Prognose gilt wie stets auf Basis konstanter Wechselkurse.

Legt man diese Prognose zugrunde, weist der Konzern für die vier Jahre 2015 bis 2018 hohe Wachstumsraten bei den wichtigsten Finanzkennziffern aus. Für das bereinigte EBITDA errechnet sich auf dieser Basis ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 5 Prozent. Beim Free Cashflow beträgt der Anstieg durchschnittlich rund 11 Prozent pro Jahr.

Deutschland – Starkes Jahr für Glasfaser- und Konvergenzprodukte
Das Jahr 2017 stand in Deutschland im Zeichen des Glasfaser-Ausbaus. 40.000 Kilometer neue Glasfaser verlegte die Telekom, 2018 sollen es gar 60.000 Kilometer werden. Die bessere Verfügbarkeit von Glasfaser-basierten Anschlüssen (FTTH, FTTC/Vectoring) ließ die Kundenzahl stark steigen.

Insgesamt 9,6 Millionen Anschlüsse waren es zum Jahresende, 2,8 Millionen oder 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als 30 Millionen Haushalte haben inzwischen Zugang zum Glasfasernetz der Telekom.

Im Breitbandmarkt verzeichnete das Unternehmen allein im vierten Quartal 104.000 Neukunden und steigerte den Neukundenmarktanteil auf knapp 33 Prozent, gut 6 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal.

Im Mobilfunk festigte die Telekom erneut die Marktführerschaft bei den Serviceumsätzen. Diese legten im Schlussquartal 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent zu. Bereinigt um Regulierungseffekte belief sich das Plus sogar auf 3,6 Prozent.

Die Zahl der Privatkunden, die das Bündelprodukt aus Festnetz und Mobilfunk unter dem Namen MagentaEINS nutzen, stieg binnen eines Jahres um knapp 20 Prozent auf 3,6 Millionen.

Der Umsatz des Segments Deutschland stieg 2017 um 0,7 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA wuchs um 2,8 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Im Schlussquartal fiel das Plus mit 2,0 Prozent beim Umsatz und 4,7 Prozent beim bereinigten EBITDA noch deutlicher aus.

USA – Siegeszug auch nach fünf Jahren nicht aufzuhalten
Seit fünf Jahren revolutioniert T-Mobile US mit seinen Un-carrier-Initiativen die Mobilfunkbranche in den USA. Mit Neuerungen wie der Abschaffung von Laufzeitverträgen oder dem Wegfall aller zusätzlichen Steuern und Gebühren für die Kunden eilt das Unternehmen von Erfolg zu Erfolg.

Im Gesamtjahr 2017 gewann T-Mobile 5,7 Millionen neue Kunden. Das war das vierte Jahr in Folge mit mehr als 5 Millionen Neukunden.

Auch die Finanzkennzahlen der Gesellschaft zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Der Umsatz stieg 2017 um 8,1 Prozent auf 40,3 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legte das bereinigte EBITDA um 10,7 Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar zu.

T-Mobile US stärkte auch seine Vertriebskanäle, um das Kundenwachstum fortzusetzen. Das Unternehmen eröffnete im vergangenen Jahr landesweit 2.800 neue Shops.

Europa – Konvergenz als Erfolgsmodell
Nahezu stabile Erlöse und Ergebnisse standen am Ende des Geschäftsjahres 2017 im Segment Europa zu Buche. Diese positive Entwicklung nach den Rückgängen der vergangenen Jahre zeigte sich beim Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

Organisch ergab sich ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent. Das bereinigte EBITDA ging gleichzeitig um 3,0 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zurück. In der organischen Betrachtung errechnete sich ein Minus von 1,0 Prozent.

Im Jahr 2017 setzten sich Bündelprodukte aus Festnetz und Mobilfunk in Europa immer stärker durch. Die Zahl der Kunden, die diese konvergenten Angebote nutzen, stieg gegenüber dem Vorjahr um 58,5 Prozent auf 2,2 Millionen.

Übernahmen
Wichtige Entscheidungen für den Ausbau konvergenter Produkte gab es im Dezember vergangenen Jahres: T-Mobile Austria gab die geplante Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Austria bekannt.

T-Mobile Polska unterzeichnete mit dem Wettbewerber Orange Polska eine Absichtserklärung für eine Kooperation, die Zugang zum Glasfasernetz von Orange ermöglicht.

Einen stetigen Aufwärtstrend zeigten im abgelaufenen Jahr weitere relevante Kundenzahlen. Bei den Mobilfunk-Vertragskunden gab es einen Zuwachs von 4,8 Prozent auf 25,5 Millionen, mit 5,6 Millionen Breitband-Anschlüssen in Europa (Retail) verzeichneten die Landesgesellschaften ein Plus von 4,7 Prozent und die Zahl der TV-Kunden stieg um 4,8 Prozent auf 4,2 Millionen.

Auch der Netzausbau in Europa setzte sich unvermindert fort. Die Abdeckung mit Glasfaser-basierter Technik stieg binnen eines Jahres um 1,3 Millionen auf 6,2 Millionen Haushalte. Im Mobilfunk erreicht der aktuelle Standard LTE inzwischen 106 Millionen Menschen oder 94 Prozent der Bevölkerung, das waren 13 Millionen mehr als zum Jahresende 2016.

Systemgeschäft – Auftragseingang wie erwartet rückläufig
Mit einem leichten Umsatzrückgang von 1,1 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro schloss T-Systems das Jahr 2017 ab. Hier machten sich bei positiven Tendenzen in den Wachstumsbereichen Cloud und Security unverändert das geringere Auftragsvolumen und der zunehmend globale Wettbewerb um Großkunden in der Branche bemerkbar.

Das bereinigte EBITDA ging, auch wegen Anlaufkosten für Digitalisierungsthemen wie Internet der Dinge, im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,0 Prozent auf 509 Millionen Euro zurück. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 1,7 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert für 2016.

Wie im dritten Quartal angekündigt, lag der Auftragseingang für 2017 deutlich unter dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden Verträge mit einem Volumen von 5,2 Milliarden Euro abgeschlossen, ein Minus von 23,5 Prozent.

Größeren Verträgen im vierten Quartal 2016 standen keine vergleichbaren Deals gegenüber. Der Rückgang des Auftragseingangs war bereits im dritten Quartal 2017 das auslösende Ereignis für eine Wertminderung im operativen Segment Systemgeschäft gewesen.

 

Tipp der Redaktion: Aktie im Fokus: Deutsche Telekom – Kursziel 16,- Euro

 

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