Deutsche Börse AG: Profiteur der volatilen Finanzmärkte

  • Nettoerlöse stiegen 2017 um 3 Prozent auf 2.462 Mio. €
  • Bereinigte operative Kosten gingen um 1 Prozent zurück
  • Wachstum von bereinigtem EBITDA und Konzern-Periodenüberschuss um 6 Prozent
  • Bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,59 €
  • Erhöhung der Dividende um 4 Prozent auf 2,45 € je Aktie vorgeschlagen
  • Für 2018 strukturelles Nettoerlöswachstum von mindestens 5 Prozent und Wachstum des Konzern-Periodenüberschusses von mindestens 10 Prozent erwartet

Die Deutsche Börse AG hat am Dienstag ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2017 veröffentlicht. Das Unternehmen erzielte im Gesamtjahr Nettoerlöse in Höhe von 2.462,3 Mio. €, was einem Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (2016: 2.388,7 Mio. €).

5% mehr Erlös
Dabei erreichte die Deutsche Börse entsprechend ihrer Planung ein strukturelles Wachstum der Nettoerlöse von rund 5 Prozent. Dagegen standen zyklische Rückgänge, insbesondere bei Aktienindexderivaten, von insgesamt rund 2 Prozent.

Die bereinigten operativen Kosten lagen mit 1.039,5 Mio. € trotz einer Reihe inflationärer Effekte leicht unter denen des Vorjahres (2016: 1.048,7 Mio. €). Ermöglicht wurde dies maßgeblich durch die fortlaufende Verbesserung der operativen Effizienz.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) lag bei 1.431,1 Mio. € und damit um 6 Prozent über dem Vorjahr (2016: 1.345,7 Mio. €). Der bereinigte den Anteilseignern der Deutsche Börse AG zuzurechnende Periodenüberschuss (im Folgenden „Konzern-Periodenüberschuss“) stieg ebenfalls um 6 Prozent auf 857,1 Mio. € (2016: 810,8 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, bereinigt um Einmaleffekte, betrug 4,59 € (2016: 4,34 €).

4% mehr Dividende für Anleger
Für das Geschäftsjahr 2017 schlägt der Vorstand der Deutsche Börse AG einen Anstieg der Dividende um 4 Prozent auf 2,45 € je Aktie vor (2016: 2,35 € je Aktie). Der Vorschlag entspricht einer Ausschüttungsquote von 53 Prozent des bereinigten Konzern-Periodenüberschusses und liegt damit im Rahmen der Ausschüttungspolitik der Gruppe.

Die Dividende bedarf noch der formellen Zustimmung des Aufsichtsrats der Deutsche Börse AG, der bereits seine Unterstützung ausgedrückt hat, und der Aktionäre der Deutsche Börse AG bei der Hauptversammlung am 16. Mai 2018.

Ziel nicht ganz erreicht
Gregor Pottmeyer, Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, sagte: „2017 konnten wir die Nettoerlöse unserer strukturellen Wachstumsinitiativen wie geplant um 5 Prozent steigern. Infolge negativer zyklischer Effekte konnten wir aber, wie bereits im vergangenen Jahr avisiert, unsere Wachstumsziele für das Gesamtjahr insgesamt nicht ganz erreichen.“

Dr. Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, sagte: „Für das laufende Geschäftsjahr planen wir mit mindestens 5 Prozent weiterem strukturellen Nettoerlöswachstum.

Zudem erwarten wir insgesamt zumindest keinen weiteren zyklischen Gegenwind mehr. Daneben wird unser effizientes Kostenmanagement die Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodels sicherstellen, so dass wir 2018 mit mindestens 10 Prozent Wachstum des Konzern-Periodenüberschusses rechnen.“

Vorläufiges Ergebnis Q4/2017
Im vierten Quartal 2017 stiegen die Nettoerlöse gegenüber denen des Vorjahresquartals um 3 Prozent auf 639,0 Mio. € (Q4/2016: 619,0 Mio. €). Das schwächere Marktumfeld für das Segment Eurex wurde dabei besonders durch ein starkes Quartal im Segment Clearstream, aber auch durch leichtes Wachstum in den Segmenten Xetra und Market Data + Services (MD+S) überkompensiert.

Die Nettozinserträge aus dem Bankgeschäft stiegen deutlich auf 37,1 Mio. € (Q4/2016: 22,0 Mio. €). Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf das höhere Zinsniveau in den USA zurückzuführen.

Die operativen Kosten lagen im Berichtszeitraum mit 323,3 Mio. € unter denen des Vorjahresquartals (Q4/2016: 348,2 Mio. €). Der Rückgang ist u.a. auf höhere Einmaleffekte im Vorjahr, aber auch strukturelle Effizienzmaßnahmen zurückzuführen.

Die Einmaleffekte lagen im vierten Quartal 2017 bei 21,7 Mio. € (Q4/2016: 38,7 Mio. €). Sie enthielten maßgeblich Kosten für die Integration von Tochterunternehmen, Rechtsstreitigkeiten sowie Restrukturierungskosten.

Bereinigt um diese Einmaleffekte sanken die operativen Kosten um 3 Prozent auf 301,6 Mio. € (Q4/2016: 309,5 Mio. €).

Das Beteiligungsergebnis belief sich im vierten Quartal maßgeblich aufgrund der Veräußerung der Anteile an der ICE US Holding Company L.P. auf 74,4 Mio. € (Q4/2016: 37,5 Mio. €). Bereinigt um diesen Einmaleffekt lag das Beteiligungsergebnis bei 0,9 Mio. € (Q4/2016: 0,2 Mio. €).

EBITDA um 82 Mio. Euro gesteigert
Das EBITDA der Gruppe Deutsche Börse lag in der Berichtsperiode bei 390,1 Mio. € (Q4/2016: 308,3 Mio. €). Ohne die beschriebenen Einmaleffekte erzielte die Gruppe ein EBITDA von 338,3 Mio. €, was einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem des Vorjahres entspricht (Q4/2016: 309,7 Mio. €).

Das bereinigte Finanzergebnis der Gruppe belief sich auf –19,9 Mio. € (Q4/2016: –19,2 Mio. €). Die bereinigte effektive Gruppensteuerquote für das vierte Quartal 2017 lag mit 27,1 Prozent im Rahmen der Erwartung (Q4/2016: 27,2 Prozent).

Damit belief sich der Konzern-Periodenüberschuss auf 213,6 Mio. € (Q4/2016: 170,0 Mio. €). Ohne die beschriebenen Einmaleffekte lag er bei 194,0 Mio. € (Q4/2016: 180,3 Mio. €). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich auf 1,15 € (Q4/2016: 0,91 €).

Bereinigt um Einmaleffekte lag das unverwässerte Ergebnis je Aktie bei 1,04 € (Q4/2016: 0,97 €), was einem Anstieg von 7 Prozent entspricht.

 

Tipp der Redaktion: Aktie im Fokus: Deutsche Börse – Keine Spur einer Korrektur

 

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