Deutsches Bruttoinlandsprodukt sinkt überraschend im zweiten Quartal

  • DAX kämpft um die 9.200-Punkte-Marke
  • Deutsches BIP sinkt überraschend im zweiten Quartal
  • EU-Inflation und -BIP im Fokus
  • Spekulationen um russischen Hilfskonvoi

CMC Markets: Ein überraschender Rückgang des deutschen Bruttoinlandsproduktes im zweiten Quartal um 0,2 Prozent dämpfte heute bereits vorbörslich die Stimmung an den Börsen, nachdem die US-Leitindizes und asiatischen Börsen eigentlich positive Vorgaben lieferten. Und so tendiert der DAX am Vormittag mit einem leichten Abschlag unterhalb der 9.200-Punkte-Marke. Dass es zu keinen größeren Kursverlusten gekommen ist, liegt unter anderem an der Hoffnung auf eine Deeskalation in der Ukraine, nachdem die Ukraine nun doch den russischen Hilfskonvoi ins Land lässt. Dennoch lasten die Sorgen um eine verdeckte Intervention Russlands zugunsten der prorussischen Separatisten in der Ostukraine weiterhin auf der Stimmung an den Märkten und halten diese in Wartestellung.
Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal diesen Jahres um 0,2 Prozent zurückgegangen. Volkswirte waren im Vorfeld lediglich von einer Stagnation des Wachstums nach dem kräftigen Wachstum im milden Winter ausgegangen. Für den Rückgang waren Statistikern zufolge der Außenhandel und Investitionen verantwortlich. Beobachter wie beispielsweise der Vorstand der Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt warnten aber davor, den Zahlen zu viel Bedeutung beizumessen. So basiere die Wirtschaftsentwicklung auf breitem Fundament, insbesondere durch die Stabilität am Arbeitsmarkt.

Das französische BIP-Wachstum wiederum konnte im zweiten Quartal leicht um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen, erwartet haben Analysten allerdings einen Zuwachs um 0,3 Prozent. Um 11 Uhr werden noch die entsprechenden Zahlen für die gesamte Eurozone erwartet, die nach den enttäuschenden Zahlen aus Italien, Deutschland und Frankreich die Prognose der Volkswirte von einem Quartalswachstum von 0,1 Prozent unterbieten könnten.

Gleichzeitig werden heute auch die endgültigen Inflationszahlen des Euroraumes für den Monat Juli erwartet. Auch hier existiert die Möglichkeit einer Korrektur nach unten nach der letzten Lesung von 0,4 Prozent.

Schlechte Konjunkturdaten und schwache Inflationszahlen erhöhen den Druck auf die Europäische Zentralbank, die Geldpolitik weiter zu lockern. Da die Spekulationen für den US-Dollar-Raum sich eher um eine früher als bisher erwartete Zinsanhebung drehen und damit ein potenzieller Zinsspread zwischen dem EUR und USD erwartet wird, könnten die heutigen Zahlen zusätzliche Impulse für deren Wechselkurs liefern.

Das Chartbild des DAX bietet durch die Bildung des bullischen Piercing Pattern am Freitag weiterhin die Möglichkeit einer weiteren Erholung. Gegenwärtig kämpfen die Bullen darum, die 9.200-Punkte-Marke einzunehmen, der dann zu einem Test des potenziellen Widerstandes bei 9.260 Punkten führen könnte. Um die akute Gefahr eines erneuten Rücksetzers in die Region unter 9.000 Punkten stärker zu begrenzen, könnte allerdings eine Wiedereroberung der 9.400-Punkte-Marke nötig sein.Der Bund-Future profitierte heute wieder von den geopolitischen Spannungen und markierte ein neues Allzeithoch. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen sank damit auf ein neues Rekordtief von nur 1,012 Prozent.

Am Nachmittag werden aus den USA noch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartet, die einen leichten Anstieg der Anträge auf 295.000***, nach 289.000 in der Vorwoche zeigen könnten.

Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 handeln aktuell vorbörslich über den gestrigen Kursen und deuten damit eine freundliche Eröffnung an.

  • * Gegenüber dem Vortagesschlusskurs
  • ** Gegenüber der Vorperiode
  • *** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden
  • Bitte beachten Sie:

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