Ein Witz mit tierischer Rendite

Bernstein BankWow. Oder besser: wau. Das Asset mit der besten Rendite in diesem Jahr ist Dogecoin. Erstaunlich, denn die Cyber-Devise wurde einst als ein kleiner Scherz ins Leben gerufen. Die bisherige Erfolgsstory sagt eine Menge aus über den Zustand des Gesamtmarktes: Zocken, bis der Tierarzt kommt. Wir beleuchten die Hintergründe.

Aus Spaß wurde Ernst

Alleine in diesem Jahr ist der Preis für Dogecoin im Hoch um 9.000 Prozent gestiegen. Anders als Bitcoin wurde Dogecoin im Jahr 2013 als Witz aufgelegt. Die Schöpfer waren die Software-Ingenieure Jackson Palmer und Billy Markus; letzterer urteilte gerade an diesem Weekend nach der Verdoppelung des Preises: “dogecoin started as a parody”. Die beiden wollten also den Crypto-Sektor durch den Kakao ziehen. Und als Symbol wählten sie die putzige japanische Hunderasse Shiba Inu.

Inzwischen ist die Sache ernst: Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 50 Milliarden Dollar, wobei das angesichts der heftigen Schwankungen nur schwer bezifferbar ist, wie „MoneyWeek“ korrekt urteilte. Laut der Crypto-Website CoinMarketCap ist die Hunde-Devise inzwischen die fünftgrößte Kryptowährung.

 


 

Spielzeug von Elon Musk

Der jüngste Anstieg hat natürlich mit der Euphorie rund um den Börsengang der weltgrößten Crypto-Börse Coinbase zu tun. Und auch mit dem Zuspruch einiger prominenter Helden der digitalen Welt. Elon Musk beispielsweise, der Chef des Auto-Pioneers Tesla und immerhin der reichste Mann auf dem Globus, urteilte im Februar, “Dogecoin is the people’s crypto”.

Vorige Woche postete er auf Twitter das Bild des spanischen Malers Joan Miro mit dem Titel “Dog Barking at the Moon”. Musk veränderte die Unterzeile leicht: “Doge barking at the Moon”. Draufhin schoss der Preis weiter nach oben. Auch der aus „Shark Tank“ bekannte Milliardär Mark Cuban und der US-Rapper Snoop Dogg haben sich positiv über die E-Devise geäußert.

Die Reddit-Jäger lauern

Zudem wurde Doge von einer Reddit-Gruppe namens SatoshiStreetBets ins Visier genommen. Analog zu WallStreetBets, die vor Wochen schon den Kurs von GameStop nach oben katapultierte.

Wir haben es also mit einem Internet-Phänomen zu tun: Die Trader-Piranhas formieren sich wieder zu einem Schwarm, um zu jagen. Natürlich suchen die Anleger fanatisch nach dem neuen Bitcoin – wer am Anfang mit dabei ist, kann ganz schnell reich werden.

Zudem vagabundiert viel Geld umher: In den USA einerseits durch die Stimulus-Schecks; überall durch die Billigzinsen. Wer sich ein Haus kauft, kann sich locker ein paar Scheine zur Seite zu legen, um zu spekulieren. Bei Zinsen nahe Null ist die Versuchung eines Kredites eben groß.

Doge ist nicht Bitcoin

Allerdings gibt es Haken: Anders als bei Bitcoin ist das Angebot an Dogecoin nicht limitiert – damit droht eine Inflationierung. Zudem ist die E-Devise auch leichter digital herzustellen. Die auf Crypto-Erziehung spezialisierte Website BitDegree urteilte: “Dogecoin mining difficulty is more than one million times less than Bitcoin mining difficulty. This means you are much more likely to win the block reward when you mine Dogecoin.”

Inzwischen fragen sich einige Experten zudem, ob der Erfolg von Dogecoin nicht früher oder später die Herren des Geldes auf den Plan ruft. So spekulierten die Finanzmanager Ed Harrison und Jack Farley von Real Vision darüber, dass die Federal Reserve eingreifen könnte.

Blase als Zeichen der Zeit

Das Fazit aus alledem: Für „MoneyWeek“ ist Dogecoin eine Blase, die darauf wartet, zu platzen. Diesem Verdikt ist wenig entgegenzusetzen. Die Website lässt David Kimberly zu Wort kommen, Analyst bei der Finanztechnologie-Firma Freetrade: “Dogecoin’s rise is a classic example of greater fool theory at play, Dogecoin investors are basically betting they’ll be able to cash out by selling to the next person wanting to invest”. Greater Fool also: Jeder, der hier investiert, muss noch einen Dümmeren finden, der die Dinger abnimmt.

Übrigens hatte Doge-Schöpfer Billy Markus einst im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg auch eine Erklärung für den Erfolg parat:“Maybe it’s that dogecoin can be a good barometer for how far from reality things can get.” Dogecoin ist also ein prima Barometer für den Zustand des Gesamtmarktes.

Trades mit Dogecoin sind somit nichts weiter als Wetten auf die Markstimmung. Fundamental- oder Chartanalyse sinnlos. Nur einen minimalen Zusammenhang mit einem anderen Asset gibt es vielleicht. Jani Ziedins von Investing.com zog die Querverbindung zum großen Bruder: „Bitcoin tumbled under $60k support as it turned into a source of funds to fuel this borderline absurd Dogecoin rally.“

BTC runter, Doge rauf? Das wäre recht einfach. Wir meinen: Wer ein wenig Spielgeld zur Hand hat, kann sich hier nett die Zeit vertreiben.

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