ETCs: Mit Rohstoff-Investments profitieren

WisdomTree: Man kann durchaus sagen, dass die Veränderungen in der Automobilbranche, die auf eine Kombination aus Vorschriften für Fahrzeugemissionen und schnellen Fortschritten bei den Batterietechnologien zurückgehen, in den letzten Jahren das Interesse der Anleger geweckt haben.

Unternehmen, die bezüglich der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen eine Führungsrolle innehaben, verzeichneten eine schnelles Wachstum und bestehende Autohersteller können nur schwer Schritt halten.

Geschätzte globale Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen

Quelle: InsideEVs, Januar 2017 bis Januar 2019

Quelle: InsideEVs, Januar 2017 bis Januar 2019

Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen wirkt sich jedoch nicht nur auf den Aktienkurs bestimmter Automobilunternehmen aus. Auch bei einzelnen Rohstoffen, die zentrale Bestandteile jener Batterietechnologien sind, die die Branche vorantreiben, sehen wir Potenzial.

 

 

Chancen jenseits der Aktien
Dank der Exchange Traded Products (ETPs) bzw. Exchange Traded Commodities (ETCs) haben mehr Anleger Zugang zu Rohstoffen, da sie Futures-Strategien in einem Format, das dem Aktienhandel ähnelt, nutzen können. Die meisten Nicht-Edelmetalle können nicht physisch gehandelt werden, weil ihre Lagerung schwierig und teuer ist. Agrargüter und Lebendvieh sind zum Beispiel begrenzt haltbar und Öl ist explosiv.

Deshalb haben sich Anleger, die sich in Rohstoffen engagieren, aber die physischen Vermögenswerte nicht selbst verwalten möchten, Futures-Kontrakten zugewandt. Bei ETPs ist das nicht anders. Alle ETPs versuchen, einen zugrunde liegenden Index oder Vermögenswert nachzubilden, und Rohstoff-ETPs nutzen auf Futures basierende Indizes für ein Engagement in Rohstoffen.

Mehrere Industriemetalle werden voraussichtlich von dem weltweiten Aufstieg der Elektrofahrzeuge und Batterietechnologien betroffen sein. Einige, wie zum Beispiel Cobalt und Lithium, haben allerdings einen illiquiden Futures-Markt und konzentrierte Lieferketten. Infolgedessen gibt es derzeit keine ETPs für diese Metalle.

Andere Metalle, wie zum Beispiel Nickel und Kupfer, sind von diesen Problemen nicht betroffen. Für sie ist der Handel mit ETPs, die auf Futures aufbauende Indizes nachbilden, so wie mit Aktien möglich.

 


 

Ein Engagement in Futures ist allerdings mit bestimmten Kosten und Vorteilen verbunden, die Anleger kennen sollten. Nehmen wir zum Beispiel Nickel.

Anleger, die Nickel-Futures halten, tragen das Risiko für drei Renditekomponenten, die gemeinsam die Gesamtrendite ausmachen.  Da Nickel-ETPs Total-Return-Futures-Indizes nachbilden, besteht die Rendite dieser Produkte aus den folgenden drei Elementen:

 

Total Return = Spot return + Roll return + Collateral return

 

  1. Spotrendite: Sie ergibt sich aus der Entwicklung der zugrunde liegenden Nickel-Futures.
  2. Rollrendite: Alle Futures haben ein Ablauf- und ein Lieferdatum. Für ein konstantes Engagementmüssen Future-Positionen im Index regelmäßig vor dem Ablauf geschlossen und auf einen neuen Kontrakt mit längerer Laufzeit übertragen werden. Diesen Vorgang nennt man „rollieren“ und er kann eine „Rollrendite“ generieren. Das Rollieren kann für den Anleger zu einem Verlust oder einem Gewinn führen. Ein Anleger erleidet einen Verlust, wenn die Kosten für den Erwerb des neuen Futures-Kontrakts höher sind als der Erlös aus dem Verkauf des alten Futures-Kontrakts („Contango“). Ein Anleger macht einen Gewinn, wenn die Kosten für den Erwerb des neuen Futures-Kontrakts niedriger sind als der Erlös aus dem Verkauf des alten Futures-Kontrakts („Backwardation“).
  3. Zinskomponente: Sie ergibt sich aus der Rückzahlung der Kosten, die beim Halten eines Futures-Kontrakts anfallen. Bei einem Futures-Kontrakt wird ein Großteil der Barmittel, die bei der Lieferung eines Rohstoffs zu zahlen sind, nicht sofort ausgezahlt. Futures-Indizes gehen allerdings davon aus, dass der Gesamtwert des Kontrakts vorab bezahlt wird. Dies würde jedoch bedeuten, dass ein Anleger, der in Futures-Indizes investiert, die Zinsen auf die Barmittel verlieren würde, die er bei der Nutzung von Futures-Kontrakten erhalten hätte. Deshalb wird bei der Indexberechnung eine Zinskomponente berücksichtigt, damit ein rollierendes Futures-Engagement genauer abgebildet wird.

 

 

Das Diagramm und die Tabelle unten enthalten eine Aufschlüsselung dieser drei Elemente für den Bloomberg Nickel Subindex vom Januar 2018 bis zum März 2019. Sie verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass Anleger die potenziellen Auswirkungen von Contango und Backwardation an den Rohstoffmärkten kennen.

Bloomberg Nickel Subindex Total Return

Quelle: Bloomberg, WisdomTree. Januar 2018 bis April 2019. Sie können nicht direkt in einen Index investieren; Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

Quelle: Bloomberg, WisdomTree. Januar 2018 bis April 2019. Sie können nicht direkt in einen Index investieren; Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Maßstab für zukünftige Ergebnisse, und Anlagen können im Wert fallen.

 

Wir sind der Ansicht, dass sich die Kombination aus den starken Fundamentaldaten und der steigenden Nutzung von Elektrofahrzeugen günstig auf die Nachfrage nach Rohstoffen wie Nickel und Kupfer auswirken könnte.

 


Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge