EUR & USD: Euro-Bullen in Lauerstellung – Jetzt oder nie

Ayondo Markets: Ähnlich wie bereits zum Jahreswechsel 2015/2016 waren sich auch vor wenigen Monaten die meisten Analysten einig, dass die Parität beim Währungspaar Euro/Dollar wohl nur eine Frage der Zeit sein sollte. Dank der Trump-Euphorie hielten die Dollar-Optimisten gute Karten in der Hand, an den Terminmärkten liefen große Wetten auf eine Euro-Abwertung. Doch gerade wenn die Mehrheit am Markt auf eine ganz bestimmte Entwicklung setzt, sollten bei Anlegern die Warnlampen aufleuchten.

 

Seit Anfang Dezember scheiterten bereits zwei Anläufe, die breite und mehrfach bestätigte Unterstützung bei 1,04 bis 1,05 Dollar nachhaltig zu unterbieten. Anfang Februar und Ende März schraubte sich der Euro sogar bis auf 1,08/1,09 Dollar , aktuell werden 1,065 Dollar aufgerufen. Damit befindet sich der Kurs im unteren Bereich der seit 2015 bestehenden Trading-Range, die auf der Oberseite bis ungefähr 1,14/1,16 Dollar reicht. Für spekulative Anleger, die auf eine Euro-Aufwertung setzen wollen, liegt somit ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis vor. Abgesichert mit einem Stopp knapp unter dem jüngsten Tief bei rund 1,03 Dollar beträgt das Risiko rund drei Prozent. Ein erstes Zwischenziel auf der Oberseite stellt die Barriere um 1,085/1,09 Dollar dar, die aktuell von der 200-Tage-Linie verstärkt wird. Sollte der Euro die Hürde knacken, wäre der Weg bis mindestens 1,11 Dollar und im Idealfall sogar bis an die nördliche Grenze der Range bei 1,14/1,16 Dollar frei, was einem Potenzial von gut 7% entspricht.

 

Trump bewegt die Märkte

Untermauert von der seit Dezember bestehenden Serie steigender Tiefpunkte sieht die technische Lage daher recht konstruktiv aus. Aber auch fundamental finden sich stichhaltige Gründe, die gegen den Dollar sprechen. Die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Billionen schweren Infrastrukturprogramme, Steuererleichterungen und Deregulierungsmaßnahmen wird es so schnell nicht geben. Frühestens im Spätsommer sind Neuigkeiten zu erwarten, die US-Wirtschaft muss somit auf Schützenhilfe aus dem Weißen Haus vorerst verzichten.

 

Dafür könnte die Fed künftig noch mehr in den Fokus rücken. Anfang Februar 2018 endet die Amtszeit von Notenbank-Chefin Janet Yellen, insgesamt stehen fünf der sieben Posten im Fed-Board zur Disposition. Trump dürfte die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen und bei der Auswahl seine Favoriten durchsetzen. Bereits bei seiner Amtseinführung warnte er vor einem starken Dollar und den negativen Folgen für die US-Wirtschaft. Erst gestern redete er den Dollar wieder schwach und sprach sich für eine Politik der niedrigen Zinsen aus.

 

EZB mit Überraschungspotenzial

Die weitere Geldpolitik bleibt somit ein wichtiger Faktor für das Währungspaar. Zwei weitere Zinserhöhungen in den USA sind mehr oder weniger eingepreist. Sollte die Fed nicht liefern, könnte der Dollar unter Druck geraten. Hingegen ist die EZB stark expansiv unterwegs, auf eine restriktivere Geldpolitik ist der Markt nicht vorbereitet. Die jüngsten Äußerungen des Chefs der österreichischen Zentralbank, Ewald Nowotny, die Leitzinsen auch vor Beendigung des Anleihekaufprogramms anzuheben, sind als erster Testballon einzuordnen. Auch wenn dies schnell von der EZB-Seite entkräftet wurde, scheinen Adjustierungen am Einlagesatz und somit den Strafzinsen, den die Banken entrichten müssen, durchaus möglich.

 

Bleiben neue Hiobsmeldungen von den südeuropäischen Sorgenkindern Spanien und Italien sowie der Frankreich-Wahl aus, könnte der Euro auf der Oberseite durchaus überraschen. Die Parität sollte hingegen vorerst kein Thema sein.

 

 

Autor: Feingold Research

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