FXCM: Da waren’s nur noch acht – DAX scheitert erneut an der 10.000

FXCMDer DAX macht zum ersten Handelstag im Juni da weiter, wo er im Mai aufgehört hat. Der Index startete heute erneut den Anlauf auf die runde Zahl und scheitert. Diesmal fehlten nur noch knapp acht Punkte bis zur Marke von 10.000 Punkten. Am Nachmittag zogen dann enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA die Wall Street ins Minus und der DAX konnte gerade so die Marke von 9.900 Punkten verteidigen.
 

Aber egal ob 10.000 oder nicht, das bestimmende Thema unter den Anlegern ist und bleibt die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Die Erwartungen sind hoch, und damit auch das Potenzial für Enttäuschungen, die sich in fallenden Kursen am Aktienmarkt widerspiegeln sollten. Denn vieles ist schon eingepreist. Allein eine Zinssenkung wäre eine Enttäuschung, diese ist bereits ausgemachte Sache. Von 52 befragten Bloomberg-Analysten gehen 47 von einer Zinssenkung aus. Entscheidend wird daher sein, was darüber hinaus noch kommt. Die Daten zur deutschen Inflation am Montag mit 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf dem niedrigsten Stand seit 2010 zeigen ganz klar, dass die EZB hier aktiv werden muss.
 

Heiß diskutiert wird aktuell, dass Banken Liquidität zur Verfügung gestellt wird, die dann zweckgebunden besonders an mittelständische Unternehmen weitergegeben wird, um das Kreditwachstum anzukurbeln. Allerdings, und das sollte bereits jetzt klar sein, wird dies Zeit benötigen, nicht von jetzt auf gleich auf die Realwirtschaft durchschlagen und sich damit positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken.
 

Im Bezug auf den zu erwartenden DAX-Verlauf sehe ich weiter die Gefahr eines letzten kurzen Anstiegs über die 10.000er Marke ungefähr in den Bereich um 10.100 Punkte mit dann folgender Korrektur in Richtung 9.800 Punkte, im Börsen-Fachjargon auch unter "Buy the rumors, sell the facts" bekannt.
 

Dieser Verlauf wäre übrigens ähnlich zu dem des Dow Jones in 1999, als dieser das erste Mal die 10.000er Marke überwand. Dem kurzen Lauf über die Schallmauer folgte ein Abverkauf von mehr als 200 Punkten mit einer anschließenden Rallye bis 11.000 Punkte. Der Unterschied zu damals allerdings: der NYSE-Leverage/Fremdkapitaleinsatz hatte nicht annähernd die heutigen Höchststände erreicht und das Fundament der damaligen Kurs-Rallye war um einiges stabiler.

 

Von Jens Klatt

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