FXCM: EZB-Sitzung und US-Arbeitsmarkt – Euro droht nächster Schwächeanfall

FXCMVon großen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank ist nach dem vor einem Monat verabschiedeten Maßnahmenpaket heute nicht auszugehen. Umso mehr spielt eine Rolle, wie weit EZB-Präsident Draghi die Türen für zukünftige Schritte in diese Richtung öffnen wird. Mit einer Teuerung von weiterhin nur 0,5% in der Eurozone und den gegenwärtigen Inflationsaussichten wird die EZB die Leitzinsen noch für lange Zeit auf dem aktuellen Niveau beibehalten und auf der Schwelle zu weiteren geldpolitischen Lockerungen stehen bleiben. Dem Risiko einer zu lang anhaltenden Phase niedriger Inflation gilt es weiterhin entgegenzutreten.
 

Bereits die Ankündigungen Draghis weiterer unkonventioneller Maßnahmen sorgten Anfang Juni für eine Schwäche des Euro, von der sich dieser bis heute nicht erholen konnte. Legt Draghi heute noch einmal nach und äußert erneut die Bereitschaft, zu handeln falls notwendig, bliebe der Druck auf dem Euro bestehen.
 

Ein zweiter Impuls für das Währungspaar EUR/USD sollte heute vom US-Arbeitsmarktbericht kommen. Während der ISM-Einkaufsmanagerindex der USA für Juni zwar nicht ein beschleunigtes, aber vorhandenes Wachstum im Arbeitsmarkt aufzeigte, so sind die festen ADP-Arbeitsmarktdaten von gestern klar ein positiver Vorbote. Mit 281.000 neugeschaffenen Stellen lagen diese Zahlen des privaten Dienstleisters deutlich über der Erwartung von 205.000 Stellen. Hinsichtlich des schwachen Jahresauftakts der US-Wirtschaft und dem Rückgang im US-BIP von 2,9 Prozent im ersten Quartal würden alle Skeptiker bei sehr positiven US-Arbeitsmarktdaten davon überzeugt, dass der Einbruch der US-Wirtschaft tatsächlich dem kalten Winter und keinen anderen Faktoren geschuldet war.
 

Im zweiten Quartal sollte die US-Konjunktur die Schwäche des ersten abgeschüttelt haben, weshalb heute eher mit einer positiven Überraschung bei den Arbeitsmarktzahlen zu rechnen ist. Die erwarteten 211.000 Stellen sollten nach oben übertroffen werden.

 

von Niall Delventhal

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