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GBP/USD: Neue Marktrichtung für Cable?
Das Pfund marschiert in den letzten zwei Jahren in einer extremen Bandbreite – das gab es noch nie – God save the Pound!
Noch 2007 war es ein Traum für die Briten. Sie marschierten mit vollen Tüten und Taschen durch New York und ließen riesige Summen bei Macy´s, Target, BestBuy usw. – das Pfund machte es möglich. Über einen Zeitraum von etwa April 2007 bis Juni 2008 war Sterling seinen Namen wert und man bekam zwei Bucks für ein Pfund. Es war das Einkaufsparadies für die Briten und ein toller Zustand.
Nur wenige Monate später hat sich das Blatt gewendet. Der US-Dollar erstarkte durch seinen Status als sicherer Hafen in schwierigen Zeiten und ließ das britische Pfund taumeln, ja förmlich unter die Räder kommen. Bis zum Januar diesen Jahres gab es nur eine Richtung – es ging nach Süden bis auf GBP/USD 1,35. Zum Euro war es auch nicht besser – beinahe Parität um Notierungen von EUR/GBP 0,98!
Auch was das Einkaufen angeht, hat sich die Situation verändert. Käufer aus den EURO-Ländern freuen sich über den Währungsdiscount, den sie beim Pfund erhalten – sie kaufen ein und machen Urlaub in GB. Die Briten stöhnen, wenn sie in die Eurozone reisen. Und auch in den USA ist es nicht mehr günstig. Aufgrund der Wirtschaftskrise bleiben auch die Massen aus den USA aus. Im Vergleich finden weniger Amerikaner den Weg nach GB.
So trifft es die Briten doppelt. Und auch bei den Staatsanleihen brodelt es im Vergleich zum Branchenprimus Deutschland und Frankreich. Würden die Ratingagenturen nun faire Bewertungen ausgeben, so müssten sie GB herabstufen. Bei den Risikoprämien (CDS) für Staatsanleihen sieht man, wohin die Reise geht.
Deutschland liegt vor Frankreich mit den geringsten Aufschlägen bei Staatsanleihen.
Wäre GB ein Land wie Thailand oder irgendein anderes, hätte man es schon von der Liste „Investmentgrade“ nehmen müssen. Doch man mischt international dick mit – da geht so etwas natürlich nicht!Immer weiter im Takt!
Wie könnte es nun weitergehen?
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Angesetzt am Allzeithoch generiert GBP/USD folgendes Zahlenwerk seitens der Fibonacci-Retracements:
100% – 2,11527 / 61,8% – 1,82387 / 50,0% – 1,73385 / 38,2% – 1,64383 /23,6% – 1,53246 / 0,0% – 1,35249
Auf Basis der charttechnischen Analyse generiert GBP/USD folgende Werte zum Zeitpunkt der Analyse im Wochenchart:
Unterstützungen S1/S2/S3 1,63125/1,62345/1,61415 und Widerstände R1/R2/R3 1,64835/1,65765/1,66545
Im RSI-Bereich auf Wochenbasis derzeit auf 59,703 notiert der Wert im neutralen Bereich.
Die genaue Bestimmung ist auf Grund der geringeren Handelsvolumina nicht ganz einfach. In den USA wird wegen des Independence-Day-Wochenendes nicht gehandelt, auch sonst ist die Datenlage eher flach.
Derzeit notiert GBP/USD bei 1,6345 in einer momentanen Handelspanne von 125 pips vom Tageshoch 1,6430 zum Tagestief bei 1,6305.
Charttechnisch betrachtet kämpft GBP/USD auf Wochenkursbasis mit der 38,2%igen Fibonacci-Marke vom Allzeithoch vom 09.11.2007 bei GBP/USD 2,11544 und dem Allzeittief um 1,35308 vom 23.01.2009.
Das derzeitige Zwischenhoch bei GBP/USD 1,67365 berührte intraday noch die obere Trendkanallinie, um dann nach unten abzuprallen.
Ohnehin baute sich in den letzten Handelswochen ein bearisher Druck im Cable auf. Nach der Ausbildung eines Doppeltops ging man in der Charttechnik zwar schon zuvor von einer Abkühlung des sich überhitzenden Wechselkurspaares aus, jedoch überraschte das Pfund doch nochmals mit Stärke, gepushed von guten Verbraucherdaten aus den USA und Europa in der Vorwoche.
Nun, da auch langsam die Konsolidierung eingeleitet wurde, gab das Pfund bereits wieder um die 300 Pips ab.
Weitere Abgaben sind auf Grund wieder belastender Faktoren durch ein Fiasko am amerikanischen Arbeitsmarkt und wieder schlechter werdendes Zahlenwerk seitens der britischen Wirtschaft vorbestimmt. Von der britischen Wirtschaft darf man in diesen schweren Zeiten keine Wunder mehr erwarten – sie ist schwer angeschlagen. Das BIP aus GB war so schlecht ausgefallen, wie zuvor mehr als 50 Jahre nicht mehr. Auch die Regierungskrise um Gordon Browns Truppen ist noch nicht zu 100% ausgestanden.
Und doch wird bei jedem Funken Hoffnung erneut Risikoappetit registriert – das Pfund steigt dann zum US-Dollar und zum Euro gleichermaßen. Fällt der Öl-Preis merklich und Risikoaversion bestimmt den Markt, so fällt das Pfund meist mehr als 1% auf Tagesbasis in einer für das Pfund mittlerweile normalen Handelsspanne von 200-250 Pips.
Die nächsten zwei Handelswochen wird im Markt verbreitet die Ansicht vertreten, dass das Pfund erneut die 1,60er-Marke testen wird. Weitere Abgaben sind jedoch auch nicht unwahrscheinlich.
Bei außerordentlichen, bullishen Bewegungen intraday sollte man sich mit Short-Positionierungen in den Markt wagen!
Disclaimer & Risikohinweis
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